18 Euro. So viel bringt die staatliche Bausparprämie 2026 im besten Fall pro Jahr - 1,5 Prozent auf einen maximal geförderten Einzahlungsbetrag von 1.200 Euro. Über die gesamte Bindungsdauer von sechs Jahren summiert sich das auf 108 Euro.
Mit dieser Zahl ist das häufigste Verkaufsargument für den Bausparvertrag erledigt. Interessant bleibt das Produkt trotzdem, aber aus einem anderen Grund: Wer einspart, erwirbt einen Anspruch auf ein Darlehen, dessen Zinssatz gesetzlich gedeckelt ist. Das ist keine Sparform, sondern eine Absicherung gegen steigende Zinsen.
Die Prämie: gesetzlich am unteren Anschlag
Der Prämiensatz wird jedes Jahr nach einer Formel in § 108 EStG neu berechnet. Die Formel orientiert sich an der durchschnittlichen Sekundärmarktrendite von Bundesanleihen und ist nach unten mit 1,5 Prozent und nach oben mit 4 Prozent begrenzt. Seit 2013 liegt der Satz durchgehend am gesetzlichen Minimum, zuletzt darüber war er 2012.
| Kennzahl | Wert 2026 |
|---|---|
| Prämiensatz | 1,5 % |
| Maximal geförderte Einzahlung | 1.200 Euro pro Jahr |
| Maximale Prämie | 18 Euro pro Jahr |
| Bindungsdauer | 6 Jahre |
| Prämie über die Laufzeit | 108 Euro |
Die Höhe für das laufende Jahr veröffentlicht oesterreich.gv.at zur Bausparprämie, der zugrunde liegende Erlass steht in der Finanzdokumentation des Finanzministeriums.
Steuerlich gibt es einen kleinen Unterschied, der oft untergeht: Die Prämie selbst ist steuerfrei, die Zinserträge auf dem Bausparguthaben unterliegen dagegen der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent. Bei der Renditerechnung ist deshalb der Zinssatz nach KESt anzusetzen, nicht der beworbene Nominalzins.
Was bei vorzeitiger Auflösung passiert
Die Prämie ist an die sechsjährige Bindung geknüpft. Wer den Vertrag vorher auflöst und das Geld nicht widmungsgemäß verwendet, muss die erhaltenen Prämien zurückzahlen. Bei einem Betrag von 108 Euro über sechs Jahre ist das verschmerzbar - der eigentliche Verlust liegt darin, dass mit der Auflösung auch der Anspruch auf das Darlehen verfällt.
Der eigentliche Wert: das Darlehen mit Zinsdeckel
Bauspardarlehen sind in Österreich gesetzlich anders konstruiert als gewöhnliche Wohnkredite. Für variabel verzinste Bauspardarlehen gilt eine Zinsobergrenze von 6 Prozent, und zwar für 20 Jahre ab Zuteilung. Die meisten Kassen setzen zusätzlich einen Mindestzinssatz an, häufig im Bereich von 3 Prozent.
Diese Konstruktion macht das Bauspardarlehen zu einer Mischform: Es folgt dem Marktzins nach oben nur bis zur Deckelung, dafür profitiert es in Niedrigzinsphasen wegen des Mindestzinssatzes nicht voll von fallenden Sätzen. Sie kaufen also eine Zinsversicherung und zahlen dafür in ruhigen Zeiten eine Prämie in Form eines etwas höheren Zinssatzes.
| Merkmal | Bauspardarlehen | Hypothekarkredit variabel |
|---|---|---|
| Zinsobergrenze | 6 % für 20 Jahre ab Zuteilung | keine, sofern nicht vereinbart |
| Zinsuntergrenze | je nach Kasse, oft rund 3 % | meist keine |
| Höchstbetrag | 310.000 Euro pro Person | abhängig von Bonität und Sicherheit |
| Zweckbindung | ja, gesetzlich geregelt | je nach Kreditzweck |
Der Höchstbetrag wird regelmäßig an die Entwicklung des von der Statistik Austria berechneten Tariflohnindex angepasst. Seit 1. Jänner 2026 liegt er bei 310.000 Euro je Bausparer, davor waren es 300.000 Euro. Nachzulesen ist die Bestimmung in § 1 der Bausparkassengesetzverordnung, die konsolidierte Fassung führt das Rechtsinformationssystem des Bundes.
Was die Obergrenze im Ernstfall wert ist
Der Unterschied wird an einem Beispiel greifbar. Angenommen, Sie finanzieren 80.000 Euro über 20 Jahre. Bei drei Prozent Zinsen liegt die monatliche Rate bei rund 444 Euro, bei sechs Prozent bei rund 573 Euro.
| Zinssatz | Monatsrate | Zinsen gesamt über 20 Jahre |
|---|---|---|
| 3 % | rund 444 Euro | rund 26.500 Euro |
| 6 % (gesetzliche Obergrenze) | rund 573 Euro | rund 57.500 Euro |
| 9 % (ohne Deckelung denkbar) | rund 720 Euro | rund 92.800 Euro |
Die dritte Zeile ist der eigentliche Punkt: Sie beschreibt ein Szenario, das beim Bauspardarlehen gesetzlich ausgeschlossen ist. Ob Ihnen diese Absicherung den in ruhigen Phasen etwas höheren Zinssatz wert ist, hängt von Ihrer Risikotragfähigkeit ab - und davon, wie eng die monatliche Rate ohnehin kalkuliert ist.
Wann das Darlehen abrufbar wird
Zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung liegt die Zuteilung. Sie hängt an drei Bedingungen, die je nach Kasse unterschiedlich ausgestaltet sind: einer Mindestsparzeit, einem Mindestguthaben in Prozent der Bausparsumme und einer Bewertungszahl, die Sparleistung und Verweildauer gewichtet.
Praktisch bedeutet das: Wer heute abschließt, hat nicht morgen ein Darlehen. Wer das Geld früher braucht, kann eine Zwischenfinanzierung in Anspruch nehmen, die bis zur Zuteilung läuft - allerdings zu eigenen Konditionen, die mit dem späteren Bauspardarlehen nichts zu tun haben. Diese Zinsdifferenz gehört in jede Vergleichsrechnung, sonst wirkt das Modell günstiger, als es ist.
Wofür das Geld verwendet werden darf
Bauspardarlehen sind zweckgebunden. Das Bausparkassengesetz knüpft die Vergabe an einen wohnwirtschaftlichen Zweck oder an definierte Bildungs- und Pflegezwecke. In der Praxis fallen darunter:
- Wohnraumschaffung: Neubau, Kauf eines Hauses oder einer Wohnung, Erwerb eines Baugrundstücks.
- Sanierung und Erweiterung: Heizungstausch, Fenster, Dämmung, Dach, Zubau, Ausbau.
- Bildung und Pflege: Ausbildungskosten sowie Pflege- und Betreuungsleistungen im gesetzlich definierten Rahmen.
Die Zweckbindung ist kein Formalismus: Die Verwendung ist nachzuweisen, in der Regel über Rechnungen und Zahlungsbelege. Wer eine Sanierung finanziert, sollte die Belege deshalb von Anfang an sauber sammeln - dieselben Unterlagen braucht er ohnehin für Sanierungsförderungen.
Wann sich der Vertrag rechnet
Aus der Konstruktion ergeben sich klare Fälle, in denen Bausparen sinnvoll ist - und ebenso klare, in denen es nur Verwaltungsaufwand erzeugt.
- Sinnvoll bei mittleren Sanierungssummen: Für Beträge, die für einen klassischen Hypothekarkredit zu klein und für den Sparstrumpf zu groß sind, ist das Bauspardarlehen oft der schlankere Weg - vor allem, wenn keine grundbücherliche Besicherung nötig ist.
- Sinnvoll als Zinsabsicherung: Wer eine Finanzierung über 20 Jahre plant und variable Zinsen fürchtet, kauft mit der 6-Prozent-Grenze eine berechenbare Obergrenze.
- Sinnvoll als Baustein für Kinder: Ein früh begonnener Vertrag schafft eine Ansparbasis und einen späteren Darlehensanspruch, ohne dass große Beträge gebunden werden.
- Wenig sinnvoll als reine Geldanlage: Prämie und Zinssatz nach KESt schlagen gute Tagesgeldangebote nicht zuverlässig, dafür ist das Geld sechs Jahre gebunden.
- Wenig sinnvoll bei kurzfristigem Bedarf: Wer das Kapital binnen zwei bis drei Jahren braucht, verliert Prämie und Darlehensanspruch.
Für größere Vorhaben bleibt der Hypothekarkredit die tragende Säule, das Bauspardarlehen ergänzt ihn. Wie die Konditionen im Vergleich aussehen, zeigt der Beitrag zu Zinsen und Kreditvergleich für Immobilienkredite.
Bausparen und die Kreditvergaberegeln
Seit dem Auslaufen der verbindlichen Kreditvergabe-Verordnung gelten für Wohnkredite die Kennzahlen als aufsichtliche Leitlinie weiter: Beleihungsquote, Schuldendienstquote und maximale Laufzeit. Ein Bauspardarlehen zählt in diese Rechnung mit hinein - es ist Fremdkapital wie jedes andere und erhöht die monatliche Belastung.
Was es dagegen verbessern kann, ist die Eigenmittelseite: Ein über Jahre angespartes Bausparguthaben ist genau jenes Eigenkapital, das Banken sehen wollen. Wie die Regeln heute angewendet werden, ordnet der Beitrag zur ausgelaufenen KIM-Verordnung ein, den Eigenmittelbedarf behandelt der Beitrag zu Eigenkapital und Kreditbedarf.
Worauf Sie beim Abschluss achten sollten
Die Unterschiede zwischen den Anbietern liegen weniger in der Prämie - die ist gesetzlich fix - als in den Tarifdetails:
- Fix oder variabel: Fixzinstarife sichern den Sparzins für einige Jahre, variable Tarife folgen dem Markt. Für die Darlehensseite gilt dasselbe umgekehrt.
- Mindestzinssatz beim Darlehen: Er entscheidet in ruhigen Zinsphasen über die tatsächliche Belastung und wird selten beworben.
- Zuteilungsvoraussetzungen: Mindestsparzeit, Mindestguthaben und Bewertungszahl bestimmen, wann das Darlehen abrufbar ist.
- Nebenkosten: Abschlussgebühr, Kontoführung, Schätzgebühr und - bei grundbücherlicher Besicherung - die Eintragung des Pfandrechts mit 1,2 Prozent der Pfandsumme.
- Zwischenfinanzierung: Wird das Geld vor der Zuteilung gebraucht, bieten die Kassen Vorfinanzierungen an, meist zu anderen Konditionen als das spätere Bauspardarlehen.
Wer den Vertrag als Baustein einer größeren Finanzierung plant, sollte den Zuteilungszeitpunkt mit dem Bauzeitplan abgleichen. Wie die Zahlungsflüsse während der Bauphase organisiert werden, zeigt der Beitrag zum Baukonto, den Gesamtrahmen setzt der Überblick zur Baufinanzierung in Österreich.
Häufig gestellte Fragen zum Bausparen
Wie hoch ist die Bausparprämie 2026?
Sie beträgt 1,5 Prozent auf einen maximal geförderten Einzahlungsbetrag von 1.200 Euro pro Jahr, also höchstens 18 Euro jährlich. Über die sechsjährige Bindungsdauer ergibt das maximal 108 Euro. Der Satz wird jährlich nach einer Formel in § 108 EStG ermittelt und liegt seit 2013 am gesetzlichen Minimum.
Wie hoch darf ein Bauspardarlehen sein?
Seit 1. Jänner 2026 liegt der Höchstbetrag bei 310.000 Euro je Bausparer, zuvor waren es 300.000 Euro. Der Betrag wird regelmäßig an die Entwicklung des Tariflohnindex angepasst. Für Paare, die beide einen Vertrag haben, verdoppelt sich der Rahmen entsprechend.
Was bedeutet die Zinsobergrenze von 6 Prozent?
Bei variabel verzinsten Bauspardarlehen darf der Zinssatz 20 Jahre ab Zuteilung sechs Prozent nicht überschreiten, unabhängig davon, wie sich der Markt entwickelt. Im Gegenzug setzen die Kassen meist einen Mindestzinssatz an, häufig um drei Prozent, sodass sinkende Marktzinsen nicht voll durchschlagen.
Wofür darf ich ein Bauspardarlehen verwenden?
Für wohnwirtschaftliche Zwecke wie Neubau, Kauf, Grundstückserwerb, Sanierung und Erweiterung sowie für gesetzlich definierte Bildungs- und Pflegezwecke. Die Verwendung ist mit Rechnungen und Zahlungsbelegen nachzuweisen. Eine freie Verwendung wie beim Konsumkredit ist nicht vorgesehen.
Was passiert bei vorzeitiger Auflösung?
Wird der Vertrag vor Ablauf der sechsjährigen Bindung aufgelöst und das Guthaben nicht widmungsgemäß verwendet, sind die erhaltenen Prämien zurückzuzahlen. Schwerer wiegt meist, dass mit der Auflösung auch der Anspruch auf das zinsgedeckelte Darlehen verfällt.
Zahle ich auf die Bausparzinsen Steuern?
Auf die Zinserträge fällt Kapitalertragsteuer von 25 Prozent an, die von der Bausparkasse automatisch abgeführt wird. Die staatliche Prämie selbst ist davon nicht betroffen und wird dem Guthaben ungeschmälert gutgeschrieben.
Lohnt sich Bausparen als Geldanlage noch?
Als reine Sparform selten: 18 Euro Prämie pro Jahr und ein nach Kapitalertragsteuer verbleibender Zinsertrag stehen einer sechsjährigen Bindung gegenüber. Der Wert liegt im Anspruch auf ein zinsgedeckeltes Darlehen - wer diesen nicht nutzen will, findet flexiblere Alternativen.
