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Infrarotkabine im Eigenheim - Strahler, Stromanschluss und Betriebskosten

Eine Infrarotkabine ist kein kleiner Saunaofen. Sie erwärmt nicht den Raum, sondern die Oberflächen darin - und damit den Körper, der davor sitzt. Deshalb arbeitet sie bei 40 bis 60 Grad statt bei 80 bis 100, ist nach zehn Minuten betriebsbereit statt nach einer Stunde und kommt in den allermeisten Fällen mit einer normalen Steckdose aus. Genau das macht sie im bestehenden Haus überhaupt erst nachrüstbar.

Der Preis dieser Einfachheit: Die Kabine wirkt nur dort, wo die Strahlung hintrifft. Wer falsch sitzt oder den falschen Strahlertyp wählt, hat eine Kabine, die vorne wärmt und hinten nicht.

Wo der Unterschied zur Sauna wirklich liegt

Infrarotkabine Finnische Sauna
Temperatur etwa 40 bis 60 °C etwa 80 bis 100 °C
Wirkprinzip Strahlung trifft den Körper direkt erhitzte Raumluft
Vorheizen wenige Minuten rund 30 bis 60 Minuten
Energie je Sitzung etwa 1 bis 3 kWh ein Mehrfaches davon
Anschluss meist 230 Volt in der Regel Starkstrom
Feuchtelast im Raum gering hoch, Aufguss und Nachlüften

Die letzte Zeile entscheidet oft über den Aufstellort. Weil in der Infrarotkabine kein Aufguss stattfindet, entsteht kaum Feuchtigkeit - abgesehen vom Schweiß. Ein Raum, der für eine Sauna zu klein oder zu schlecht belüftet wäre, kommt für eine Kabine trotzdem infrage. Wer beides vergleicht, findet die Anforderungen an die klassische Variante im Beitrag zum Sauna selber bauen.

Die Strahler bestimmen, was die Kabine kann

  • Flächenstrahler: geben milde Wärme über große Flächen ab, meist in Rücken- und Seitenwänden. Angenehm gleichmäßig, dafür weniger intensiv.
  • Keramikstrahler: arbeiten gleichmäßiger und großflächiger als Vollspektrum, mit spürbarer Tiefenwirkung.
  • Vollspektrumstrahler: decken das gesamte Infrarotspektrum ab und erzeugen eine intensive, punktuelle Wärme - deutlich kräftiger als Keramik- oder Flächenstrahler.

Für den Hausgebrauch ist die Kombination üblich: Flächenstrahler als Grundwärme, dazu ein oder zwei intensivere Strahler auf Rückenhöhe. Wer ausschließlich auf Vollspektrum setzt, bekommt eine punktuell heiße Kabine - was manche wollen und andere als unangenehm empfinden. Probesitzen ist hier durch keine Beschreibung zu ersetzen.

Ein zweiter Punkt, der selten in den Prospekten steht: Die Sitzposition muss zu den Strahlern passen. Bei tiefen Kabinen mit Eckbank sitzt man leicht außerhalb der Hauptrichtung. Ein Blick auf den Strahlerplan vor dem Kauf erspart die Enttäuschung.

Aufstellort, Strom und Platzbedarf

Die Kabine steht frei im Raum, meist auf dem vorhandenen Boden. Drei Dinge sind vorher zu klären:

Punkt Worauf es ankommt
Stromanschluss Ein- und Zweipersonenkabinen liegen meist zwischen etwa 1.100 und 2.200 Watt und laufen an einer 230-Volt-Steckdose. Größere Modelle erreichen bis rund 3.200 Watt - dann gehört die Absicherung geprüft.
Abstand zur Wand Rückwand und Seiten brauchen Luft, damit Elektronik und Holz nicht stauen. Das Maß gibt der Hersteller vor.
Untergrund eben und tragfähig; auf weichem Teppich verzieht sich der Korpus.
Raumklima trockener, temperierter Raum. Unbeheizte Keller und Garagen sind ungeeignet, weil das Holz arbeitet.

Zum Strom: Eine Kabine mit 2 Kilowatt zieht dauerhaft rund 9 Ampere. Das hält jede normale Leitung aus - vorausgesetzt, am selben Stromkreis hängen nicht gleichzeitig Waschmaschine und Trockner. Bei Modellen ab etwa 3 Kilowatt lohnt der eigene Stromkreis, im Neubau ohnehin früh mitzudenken, siehe den Beitrag zur Elektroinstallation im Neubau.

Steht die Kabine im Badezimmer, gelten die Schutzbereiche der Elektroinstallation: Das Bad ist in Zonen eingeteilt, die vorgeben, welche Betriebsmittel wo zulässig sind - je näher an Dusche und Wanne, desto strenger. Maßgeblich ist in Österreich seit 2020 die OVE E 8101, die die frühere ÖVE/ÖNORM E 8001 abgelöst hat; einen praxisnahen Überblick über die Bereiche im Bad gibt die Darstellung zu Elektroinstallationen im Badezimmer. Die konkrete Beurteilung gehört zur Elektrofachkraft, nicht ins Datenblatt - dazu passen die Überlegungen im Beitrag zum Badezimmer und zur bodengleichen Dusche.

Was der Betrieb kostet

Hier ist die Rechnung angenehm einfach, weil keine Vorheizzeit nennenswert ins Gewicht fällt. Eine Beispielrechnung mit 28 Cent je Kilowattstunde:

Nutzung Energie Kosten je Sitzung Bei 2× pro Woche im Jahr
kleine Kabine, 1 bis 2 Personen etwa 1 bis 1,5 kWh rund 0,30 bis 0,40 Euro etwa 30 bis 45 Euro
größere Kabine, 3 bis 4 Personen etwa 2 bis 3 kWh rund 0,55 bis 0,85 Euro etwa 60 bis 90 Euro

Wer mit dem eigenen Tarif rechnen will, findet die Zusammensetzung des Kilowattstundenpreises samt Netzentgelt, Steuern und Abgaben bei der Regulierungsbehörde E-Control unter „Was kostet eine Kilowattstunde Strom". Der Betrieb ist selten das Argument gegen die Anschaffung - eine Kabine kostet im Jahr ungefähr so viel Strom wie ein zusätzlicher Kühlschrank. Wer eine Photovoltaikanlage hat, verschiebt die Sitzung in die Mittagsstunden und rechnet mit dem Eigenverbrauchspreis statt mit dem Netztarif, dazu der Beitrag zur Photovoltaik am Einfamilienhaus.

Worauf beim Kauf zu achten ist

  • Holz und Verarbeitung: Massivholz mit sauber gearbeiteten Steckverbindungen. Die Kabine wird tausende Male aufgeheizt und abgekühlt - schlechte Verbindungen zeigen sich nach der zweiten Saison als Spalt.
  • Glasanteil: Große Glasflächen wirken luftig, kühlen aber schneller aus und verlängern die Aufheizzeit.
  • Steuerung: Temperatur und Zeit getrennt einstellbar, Abschaltautomatik, gut lesbar auch bei beschlagenem Blick.
  • Aufbau: Die meisten Kabinen kommen als Bausatz und werden in zwei bis drei Stunden zu zweit montiert. Vorher messen, ob die Einzelteile über die Treppe passen - nicht nur, ob die aufgebaute Kabine in den Raum passt.
  • Ersatzteile: Strahler und Steuerung sind Verschleißteile. Ohne Nachkaufmöglichkeit wird die Kabine bei einem Defekt zum Möbelstück.

Zur Nutzung selbst: Die Kabine ersetzt keine ärztliche Behandlung, und wer Herz-Kreislauf-Beschwerden hat, schwanger ist oder Medikamente nimmt, klärt die Anwendung vorab ärztlich ab. Für den Alltag gilt dasselbe wie in der Sauna - ausreichend trinken und die Sitzung nicht überziehen.

Häufig gestellte Fragen zur Infrarotkabine

Was ist der Unterschied zwischen Infrarotkabine und Sauna?

Die Sauna erhitzt die Raumluft auf 80 bis 100 Grad, die Infrarotkabine erwärmt mit 40 bis 60 Grad den Körper direkt durch Strahlung. Daraus folgt der Rest: kurze Vorheizzeit statt einer halben Stunde, etwa 1 bis 3 kWh je Sitzung statt eines Vielfachen, meist ein 230-Volt-Anschluss statt Starkstrom und kaum Feuchtelast im Raum.

Reicht eine normale Steckdose für eine Infrarotkabine?

Für Ein- und Zweipersonenkabinen in der Regel ja, sie liegen meist zwischen etwa 1.100 und 2.200 Watt. Größere Modelle erreichen bis rund 3.200 Watt; dort sollte die Absicherung geprüft und im Zweifel ein eigener Stromkreis gelegt werden. Wichtig ist auch, dass nicht gleichzeitig andere große Verbraucher am selben Kreis hängen.

Wie hoch ist der Stromverbrauch?

Eine kleine Kabine braucht etwa 1 bis 1,5 kWh je Sitzung, eine größere 2 bis 3 kWh. Bei 28 Cent je Kilowattstunde sind das rund 0,30 bis 0,85 Euro pro Anwendung. Wer zweimal wöchentlich nutzt, liegt im Jahr je nach Größe bei etwa 30 bis 90 Euro Stromkosten.

Welche Strahler sind die richtigen?

Flächenstrahler geben milde, großflächige Wärme, Keramikstrahler arbeiten gleichmäßig mit spürbarer Tiefenwirkung, Vollspektrumstrahler erzeugen eine intensive, punktuelle Wärme. Für zu Hause bewährt sich die Kombination aus Flächenstrahlern als Grundwärme und einzelnen intensiveren Strahlern auf Rückenhöhe. Probesitzen ersetzt jede Beschreibung.

Darf die Kabine ins Badezimmer?

Grundsätzlich ja, sofern der Abstand zu Dusche und Wanne passt und der Raum trocken und temperiert ist. Im Bad gelten die Schutzbereiche der Elektroinstallation, die vorgeben, welche Geräte und Steckdosen wo zulässig sind. Diese Beurteilung gehört zur Elektrofachkraft und sollte vor dem Kauf erfolgen.

Wo soll die Kabine stehen?

In einem trockenen, beheizten Raum auf ebenem, tragfähigem Untergrund, mit dem vom Hersteller vorgegebenen Abstand zu Wänden. Unbeheizte Keller und Garagen sind ungeeignet, weil das Holz durch schwankende Feuchte arbeitet. Weicher Teppichboden ist ebenfalls kein guter Untergrund.

Worauf ist beim Aufbau zu achten?

Die meisten Kabinen kommen als Bausatz und sind zu zweit in wenigen Stunden montiert. Messen Sie vorher nicht nur den Aufstellort, sondern auch den Weg dorthin - Treppenhaus, Türbreiten und Kurven begrenzen die Größe der Einzelteile. Klären Sie außerdem, ob Strahler und Steuerung später als Ersatzteil nachkaufbar sind.