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Rasen säen - Schritt für Schritt zum perfekten Grün

Ein sattgrüner, dichter Rasen ist der Traum vieler Gartenbesitzer und bildet das Herzstück jeder Gartengestaltung. Doch wer einen wirklich schönen Rasen haben möchte, sollte bei der Aussaat nichts dem Zufall überlassen. Von der richtigen Bodenvorbereitung über die Wahl des passenden Saatguts bis hin zur Pflege in den ersten Wochen entscheidet jeder einzelne Schritt darüber, ob aus den winzigen Samen eine belastbare, gleichmäßige Grasnarbe wird.

Dieser umfassende Ratgeber begleitet Sie durch den gesamten Prozess des Rasensäens. Sie erfahren, wann der ideale Zeitpunkt für die Aussaat ist, wie Sie Ihren Boden optimal vorbereiten und welche Saatgutmischungen sich für welchen Zweck eignen. Darüber hinaus erhalten Sie bewährte Praxistipps zur Bewässerung, zur ersten Mahd und zur Vermeidung typischer Anfängerfehler, damit Ihr neuer Rasen von Anfang an kräftig und gesund wächst.

Der richtige Zeitpunkt zum Rasen säen

Der Zeitpunkt der Aussaat ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg. Grundsätzlich gibt es zwei ideale Zeitfenster im Jahr: das Frühjahr von Mitte April bis Ende Mai und den Frühherbst von Ende August bis Mitte Oktober. In beiden Phasen herrschen in der Regel moderate Temperaturen und ausreichend natürliche Feuchtigkeit.

Entscheidend ist dabei weniger das Kalenderdatum als vielmehr die Bodentemperatur. Rasensamen benötigen eine konstante Bodentemperatur von mindestens 8 bis 10 Grad Celsius, um zuverlässig zu keimen. Optimal liegt die Temperatur zwischen 14 und 25 Grad. Messen Sie die Bodentemperatur idealerweise mit einem Erdthermometer in etwa fünf Zentimetern Tiefe über mehrere Tage hinweg.

Der Herbst gilt unter Fachleuten als der bessere Zeitpunkt. Der Boden ist vom Sommer noch aufgewärmt, die Niederschläge nehmen zu, und der Unkrautdruck ist deutlich geringer als im Frühjahr. Zudem haben die jungen Gräser bis zum nächsten Sommer ausreichend Zeit, ein tiefes Wurzelsystem auszubilden. Vermeiden Sie die Aussaat in den heißen Sommermonaten sowie bei Frost oder anhaltender Nässe im Winter.

Regionale Unterschiede in Österreich

Das österreichische Klima variiert stark je nach Region, was den idealen Aussaatzeitpunkt beeinflusst:

  • Osten und Flachland (Wien, Burgenland, östliches Niederösterreich): Früheste Aussaat ab Mitte April möglich. Sommertrockenheit beachten - Herbstaussaat oft besser wegen pannonischer Hitze im Juli und August.
  • Alpenvorland und Oberösterreich: Ab Ende April bis Mai, ausreichend Niederschlag für gute Keimbedingungen.
  • Höhenlagen ab 600 Meter (Tirol, Salzburg, Kärnten): Erst ab Mai sinnvoll, kurze Vegetationsperiode - Herbstaussaat spätestens Anfang September.
  • Inneralpin (Inntal, Salzachtal): Föhnlagen können im Frühling für rasche Erwärmung sorgen, aber auch austrocknen. Bewässerung einplanen.

Bodenanalyse und pH-Wert bestimmen

Bevor Sie auch nur einen einzigen Samen in die Erde bringen, sollten Sie Ihren Boden genau kennen. Eine Bodenanalyse gibt Aufschluss über die Nährstoffversorgung, die Bodenart und den pH-Wert. Entsprechende Testsets erhalten Sie im Fachhandel, oder Sie senden eine Bodenprobe an ein spezialisiertes Labor.

Der optimale pH-Wert für Rasenflächen liegt zwischen 5,5 und 6,5. In diesem leicht sauren Bereich können die Gräser Nährstoffe am besten aufnehmen. Ist der Boden zu sauer (pH unter 5,5), hilft eine Kalkung. Bei zu alkalischen Werten können Sie mit Rhododendron-Erde oder Schwefel den pH-Wert senken. Führen Sie die Bodenanalyse idealerweise zwei bis drei Monate vor der geplanten Aussaat durch, damit Sie ausreichend Zeit für Korrekturen haben.

Die Bodenart beeinflusst maßgeblich die weitere Vorbereitung. Schwere Lehmböden neigen zu Staunässe und Verdichtung, während sandige Böden Wasser und Nährstoffe schlecht speichern. Eine gründliche Bodenanalyse ist die Basis für jeden erfolgreichen Rasen und erspart Ihnen später teure Nachbesserungen.

Bodenvorbereitung Schritt für Schritt

Die Bodenvorbereitung ist der arbeitsintensivste, aber auch der wichtigste Teil des gesamten Prozesses. Nehmen Sie sich hierfür ausreichend Zeit, denn Fehler in dieser Phase lassen sich später kaum noch korrigieren.

Feinplanum herstellen mit einer Holzharke auf vorbereiteter Gartenerde

Umgraben und Auflockern

Graben Sie die gesamte Fläche spatentief (20 bis 30 Zentimeter) um. Entfernen Sie dabei sämtliche Steine, Wurzeln, altes Gras und Unkräuter gründlich. Bei größeren Flächen kann eine Motorhacke die Arbeit erheblich erleichtern. Besonders wichtig ist das Aufbrechen verdichteter Bodenschichten, die das Wurzelwachstum behindern würden.

Bodenverbesserung

Je nach Bodenart arbeiten Sie nun verbessernde Materialien ein:

  • Schwere Lehmböden: 30 bis 50 Liter gewaschenen Sand pro Quadratmeter einarbeiten, um die Drainage zu verbessern
  • Sandige Böden: 10 bis 15 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter untermischen, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen
  • Normale Böden: 5 bis 10 Liter Kompost pro Quadratmeter einarbeiten, um die Nährstoffversorgung zu optimieren

Feinplanum herstellen

Etwa eine Woche vor der Aussaat erstellen Sie das Feinplanum. Ebnen Sie die Fläche mit einer Holzharke gleichmäßig ein, sodass keine Mulden oder Erhebungen verbleiben. Achten Sie auf ein leichtes Gefälle (etwa 1 bis 2 Prozent) vom Haus weg, damit Regenwasser ablaufen kann. Arbeiten Sie einen phosphorbetonten Startdünger in die oberen Zentimeter des Bodens ein und lassen Sie die Fläche einige Tage ruhen, damit sich der Boden setzen kann.

Das richtige Saatgut auswählen

Die Wahl der richtigen Saatgutmischung entscheidet maßgeblich über das spätere Erscheinungsbild und die Belastbarkeit Ihres Rasens. Achten Sie auf zertifizierte Regel-Saatgut-Mischungen (RSM), die nach strengen Qualitätsstandards zusammengestellt werden. RSM-Mischungen garantieren geprüfte Sorten und definierte Zusammensetzungen für verschiedene Einsatzzwecke.

Die wichtigsten Rasentypen im Überblick:

Rasentyp Eigenschaften Geeignet für
Zierrasen (RSM 1) Feinblättrig, dicht, gleichmäßig Repräsentative Vorgärten, wenig Belastung
Gebrauchsrasen / Spielrasen (RSM 2.3) Robust, belastbar, regenerationsfähig Familiengärten, Spielflächen
Schattenrasen Schattenverträglich, feuchtigkeitstolerant Flächen unter Bäumen, Nordseiten
Trockenrasen Hitze- und trockenheitsresistent Südlagen, wassersparende Gärten

Für die meisten Hausgärten in Österreich ist ein Gebrauchsrasen (RSM 2.3) die beste Wahl. Er vereint Robustheit mit einem ansprechenden Erscheinungsbild und eignet sich sowohl für spielende Kinder als auch für gemütliche Gartenpartys.

In Österreich erhalten Sie RSM-zertifiziertes Saatgut in Lagerhäusern, Gartencentern und Baumärkten. Rechnen Sie mit 0,50 bis 2 Euro pro Quadratmeter für hochwertiges Saatgut. Billige Mischungen aus dem Discounter enthalten oft minderwertige Futtergrässorten, die zwar schnell keimen, aber keine dichte Narbe bilden und nach ein bis zwei Jahren verkümmern.

Keimzeiten der verschiedenen Grasarten

Nicht alle Grassamen keimen gleich schnell. Die Kenntnis der unterschiedlichen Keimzeiten hilft Ihnen dabei, den Fortschritt realistisch einzuschätzen und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

  • Deutsches Weidelgras: 5 bis 15 Tage, schnellster Keimer, bildet rasch eine erste Grasnarbe
  • Rotschwingel: 10 bis 18 Tage, wichtig für Schattenrasen und feinblättrige Mischungen
  • Wiesenrispe: 14 bis 30 Tage, keimt am langsamsten, bildet aber die dichteste Narbe
  • Lägerrispe: 12 bis 20 Tage, besonders schattenverträglich

Da hochwertige Mischungen mehrere Grasarten enthalten, zeigen sich die ersten grünen Spitzen meist nach 7 bis 10 Tagen. Ein vollständig geschlossener Bestand braucht je nach Mischung und Witterung jedoch 4 bis 8 Wochen. Haben Sie Geduld und beurteilen Sie das Ergebnis nicht zu früh.

Die Aussaat richtig durchführen

Für die Aussaat wählen Sie einen windstillen, trockenen Tag. Die Fläche sollte leicht abgetrocknet sein, damit die Samen nicht verklumpen.

Rasensamen werden gleichmäßig von Hand auf vorbereiteten Boden ausgestreut

Saatgutmenge und Verteilung

Die empfohlene Aussaatmenge liegt je nach Mischung bei 20 bis 30 Gramm pro Quadratmeter. Wiegen Sie die Menge für eine Teilfläche genau ab, um ein Gefühl für die richtige Dichte zu bekommen. Bei Flächen ab 50 Quadratmetern empfiehlt sich ein Streuwagen für eine gleichmäßige Verteilung.

Verteilen Sie das Saatgut kreuzweise: Gehen Sie die Fläche zunächst in Längsrichtung ab und streuen die Hälfte der Saatmenge. Anschließend gehen Sie die Fläche in Querrichtung ab und verteilen die zweite Hälfte. So erzielen Sie eine gleichmäßige Abdeckung ohne kahle Stellen oder Überkonzentrationen.

Einarbeiten und Walzen

Nach dem Ausstreuen harken Sie die Samen maximal einen Zentimeter tief in den Boden ein. Rasengräser sind Lichtkeimer und dürfen keinesfalls zu tief eingearbeitet werden, da sie sonst nicht keimen können. Verwenden Sie die Rückseite einer Harke und arbeiten Sie vorsichtig.

Anschließend walzen Sie die gesamte Fläche mit einer Rasenwalze. Das sorgt für einen guten Bodenschluss zwischen Samen und Erde, was die Keimung deutlich beschleunigt. Steht keine Walze zur Verfügung, können Sie die Fläche auch mit breiten Brettern unter den Schuhen festtreten.

Bewässerung in der Keimphase

Die richtige Bewässerung ist in den ersten Wochen nach der Aussaat absolut entscheidend. Trocknet der Boden auch nur einmal vollständig aus, sterben die bereits angekeimten Samen unwiderruflich ab.

In den ersten drei bis vier Wochen müssen Sie die Fläche täglich bewässern. Verwenden Sie dabei einen feinen Sprühaufsatz oder Regner, um die Samen nicht wegzuspülen. Die Wassermenge sollte bei etwa 3 bis 5 Litern pro Quadratmeter und Tag liegen. Bei großer Hitze oder Wind kann es nötig sein, zwei- bis dreimal täglich zu wässern. Die regelmäßige und gleichmäßige Bewässerung nach der Rasensaat ist der Schlüssel zum Keimerfolg.

Bewässern Sie nach Möglichkeit morgens, damit die Grashalme über den Tag abtrocknen können. Abendliche oder nächtliche Feuchtigkeit begünstigt Pilzkrankheiten. Nach der Keimphase gehen Sie schrittweise zu seltenerer, dafür tieferer Bewässerung über. Automatische Bewässerungssysteme können gerade bei größeren Rasenflächen eine enorme Arbeitserleichterung darstellen und eine gleichmäßige Versorgung sicherstellen.

Die erste Mahd und weitere Pflege

Der erste Rasenschnitt ist ein wichtiger Meilenstein. Mähen Sie den jungen Rasen zum ersten Mal, wenn er eine Höhe von 8 bis 10 Zentimetern erreicht hat. Das ist in der Regel nach vier bis sechs Wochen der Fall.

Kürzen Sie dabei maximal auf 4 bis 5 Zentimeter und beachten Sie grundsätzlich die Drittel-Regel: Nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal abschneiden. Verwenden Sie unbedingt scharfe Messer, da stumpfe Klingen die noch zarten Halme ausreißen statt zu schneiden. Entfernen Sie das Schnittgut nach den ersten Mähvorgängen, um den jungen Rasen nicht zu ersticken.

In den folgenden Wochen verkürzen Sie die Mähintervalle schrittweise. Nach dem zweiten oder dritten Schnitt können Sie eine organische Nachdüngung durchführen. Betreten Sie den jungen Rasen in den ersten acht bis zehn Wochen so wenig wie möglich und vermeiden Sie schwere Belastungen wie Möbel oder intensives Spiel.

Rasen säen oder Rollrasen verlegen

Viele Gartenbesitzer stehen vor der Entscheidung zwischen Aussaat und Rollrasen. Beide Varianten haben ihre Berechtigung, und die Wahl hängt von Ihren individuellen Anforderungen ab.

Kriterium Rasen säen Rollrasen
Kosten pro m² 1 bis 3 Euro 15 bis 38 Euro
Sofortige Nutzung Nach 8 bis 12 Wochen begehbar Nach 2 bis 3 Wochen belastbar
Sortenauswahl Sehr groß, individuell anpassbar Begrenzte Standardmischungen
Arbeitsaufwand Höher (Bewässerung, Geduld) Geringer nach Verlegung
Zeitraum bis zum Ergebnis 12 Monate bis vergleichbar dicht Sofort grün und dicht

Die Aussaat ist deutlich günstiger und bietet eine größere Auswahl an Grassorten, die genau auf Ihren Standort abgestimmt werden können. Rollrasen bietet dagegen ein sofortiges Ergebnis und eignet sich besonders für kleinere Flächen oder wenn es schnell gehen muss. Ökologisch betrachtet ist die Aussaat die nachhaltigere Variante, da keine energieintensive Aufzucht und kein Transport notwendig sind.

Typische Fehler beim Rasen säen vermeiden

Selbst erfahrene Hobbygärtner machen beim Rasensäen Fehler, die sich erst Wochen später zeigen. Kennen Sie die häufigsten Stolperfallen, können Sie diese gezielt umgehen.

  • Zu dicht oder zu dünn säen: Zu viel Saatgut führt zu Konkurrenz unter den Keimlingen und begünstigt Pilzkrankheiten. Zu wenig Saatgut hinterlässt Lücken, in die Unkraut eindringt. Halten Sie sich strikt an die empfohlene Menge von 20 bis 30 Gramm pro Quadratmeter.
  • Falscher Zeitpunkt: Eine Aussaat bei zu niedrigen Bodentemperaturen oder in der Sommerhitze ist zum Scheitern verurteilt. Messen Sie die Bodentemperatur und warten Sie auf mindestens 8 bis 10 Grad.
  • Austrocknung: Eine einzige vergessene Bewässerung in der Keimphase kann den gesamten Erfolg zunichte machen. Planen Sie die Bewässerung konsequent ein, auch am Wochenende.
  • Zu tief einarbeiten: Rasensamen sind Lichtkeimer. Werden sie tiefer als einen Zentimeter eingearbeitet, keimen sie nicht.
  • Nicht walzen: Ohne Walzen fehlt der Bodenschluss, die Samen trocknen schneller aus und werden leichter vom Wind verweht.
  • Zu früh betreten: Schwere Belastung in den ersten Wochen beschädigt die zarten Keimlinge und hinterlässt bleibende Lücken.
  • Vogelschutz vergessen: Besonders Spatzen und Finken fressen gerne Grassamen. Ein Schutzvlies oder aufgespannte Schnüre mit Flatterband können Abhilfe schaffen.

Kosten für Rasen säen in Österreich

Die Kosten für eine Rasenansaat hängen von der Flächengröße, der Saatgutqualität und davon ab, ob Sie die Arbeit selbst erledigen oder einen Fachbetrieb beauftragen. In Österreich liegen die Gärtner-Stundensätze je nach Bundesland zwischen 40 und 65 Euro.

Materialkosten

  • Saatgut: 0,50 bis 2 Euro pro Quadratmeter, je nach Qualität der Mischung
  • Startdünger: ca. 0,25 Euro pro Quadratmeter
  • Bodenverbesserung: 0,50 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter (Sand, Kompost)
  • Leihgebühr Walze/Streuwagen: 20 bis 50 Euro pro Tag

Gesamtkosten

Variante Kosten pro m² Beispiel 200 m² Beispiel 600 m²
Eigenleistung komplett 1 bis 3 Euro 200 bis 600 Euro 600 bis 1.800 Euro
Mit Fachbetrieb 5 bis 15 Euro 1.000 bis 3.000 Euro 3.000 bis 9.000 Euro
Komplett inkl. Erdaustausch 15 bis 45 Euro 3.000 bis 9.000 Euro 9.000 bis 27.000 Euro

Im Vergleich zu Rollrasen, der in Österreich allein für das Material 5,50 bis 10 Euro pro Quadratmeter kostet und mit professioneller Verlegung auf 15 bis 38 Euro pro Quadratmeter kommt, ist die Aussaat die deutlich wirtschaftlichere Lösung. Bei einem durchschnittlichen Hausgarten von 600 Quadratmetern sparen Sie bei Eigenleistung leicht 3.000 bis 5.000 Euro gegenüber Rollrasen mit Verlegung.

Kriterium Rasen säen Rollrasen
Materialkosten pro m² 0,50 - 2 Euro 5,50 - 10 Euro
Gesamtkosten pro m² (Eigenleistung) 1 - 3 Euro 8 - 15 Euro
Gesamtkosten pro m² (mit Profi, AT) 5 - 15 Euro 15 - 38 Euro
Beispiel 200 m² (Eigenleistung) 200 - 600 Euro 1.600 - 3.000 Euro
Zeit bis begehbar 6 - 8 Wochen 2 - 3 Wochen
Sortenauswahl Sehr groß Eingeschränkt

Nachsaat und Reparatur bestehender Rasenflächen

Auch ein etablierter Rasen entwickelt mit der Zeit kahle Stellen, sei es durch intensive Nutzung, Trockenheitsschäden oder Krankheiten. Eine gezielte Nachsaat kann solche Schäden effektiv beheben.

Mähen Sie die betroffene Fläche zunächst kurz und vertikutieren Sie den Bereich gründlich, um Rasenfilz und abgestorbenes Material zu entfernen. Lockern Sie den Boden leicht auf und verteilen Sie die Nachsaat mit einer reduzierten Menge von 10 bis 20 Gramm pro Quadratmeter. Verwenden Sie nach Möglichkeit die gleiche Mischung wie beim ursprünglichen Rasen, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Drücken Sie die Samen leicht an und halten Sie die nachgesäten Stellen mindestens vier Wochen lang gleichmäßig feucht. Eine regelmäßige Nachsaat im Herbst hält den Rasen dauerhaft dicht und widerstandsfähig.

Rasenpflege im ersten Jahr

Das erste Jahr nach der Aussaat ist entscheidend für die langfristige Qualität Ihres Rasens. In dieser Zeit bilden die Gräser ihr Wurzelsystem aus und die Grasnarbe verdichtet sich.

Düngung

Nach der zweiten Mahd können Sie mit der regelmäßigen Düngung beginnen. Verwenden Sie im ersten Jahr drei bis vier Düngergaben:

  1. Frühjahrsdüngung (März/April): Stickstoffbetonter Langzeitdünger für kräftiges Wachstum
  2. Sommerdüngung (Juni): Ausgewogener Volldünger mit Kalium für Trockenheitsresistenz
  3. Herbstdüngung (September): Kaliumbetonter Dünger zur Vorbereitung auf den Winter

Mährhythmus

Mähen Sie den Rasen regelmäßig auf eine Höhe von 3,5 bis 5 Zentimetern. In der Hauptwachstumszeit von Mai bis September bedeutet das ein- bis zweimal pro Woche. Halten Sie sich konsequent an die Drittel-Regel und mähen Sie nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal ab.

Bewässerung im Sommer

Ein etablierter Rasen benötigt in trockenen Phasen etwa 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche. Bewässern Sie lieber seltener und dafür durchdringend als täglich oberflächlich. So fördern Sie ein tiefes Wurzelwachstum, das den Rasen widerstandsfähiger gegen Trockenheit macht.

Rasen säen bei schwierigen Standortbedingungen

Nicht jeder Garten bietet ideale Bedingungen für eine Rasenaussaat. Schattige Bereiche, Hanglagen oder besonders trockene Standorte erfordern angepasste Vorgehensweisen.

Schattige Bereiche

Unter Bäumen oder an Nordseiten von Gebäuden gelangt deutlich weniger Licht an den Boden. Verwenden Sie hier spezielle Schattenrasenmischungen mit hohem Anteil an Rotschwingel und Lägerrispe. Säen Sie diese Bereiche etwas dichter (25 bis 35 g/m²), da in schattigen Lagen naturgemäß weniger Triebe gebildet werden. Mähen Sie Schattenrasen grundsätzlich einen Zentimeter höher als Rasen in der Sonne.

Hanglagen

An Hängen besteht die Gefahr, dass Saatgut und Erde bei Regen abgeschwemmt werden. Verwenden Sie ein Schutzvlies oder Kokosfasermatten, um die Samen zu fixieren. Bewässern Sie in kurzen Intervallen mit geringer Intensität, um Erosion zu vermeiden. Bei steileren Hängen über 30 Grad Neigung sollten Sie über eine terrassierte Anlage oder bodendeckende Alternativen nachdenken.

Trockene Standorte

In Südlagen oder auf sehr durchlässigen Sandböden empfehlen sich Trockenrasenmischungen mit trockenheitsresistenten Grassorten. Arbeiten Sie reichlich Kompost ein, um die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu erhöhen, und mulchen Sie den jungen Rasen nach dem Anwachsen, um die Verdunstung zu reduzieren.

Werkzeuge und Hilfsmittel für die Rasenaussaat

Mit dem richtigen Werkzeug geht die Arbeit leichter von der Hand und das Ergebnis wird deutlich besser. Folgende Hilfsmittel sollten Sie bereithalten:

  • Spaten und Grabegabel: Zum Umgraben und Auflockern des Bodens
  • Holzharke: Für das Feinplanum und leichtes Einarbeiten der Samen
  • Streuwagen: Für eine gleichmäßige Saatverteilung ab 50 Quadratmeter Fläche
  • Rasenwalze: Zur Herstellung des Bodenschlusses nach der Aussaat
  • Rasensprenger oder Sprühaufsatz: Für die feine, gleichmäßige Bewässerung
  • Erdthermometer: Zur Messung der Bodentemperatur vor der Aussaat
  • Küchenwaage: Zum exakten Abwiegen der Saatgutmenge
  • Schutzvlies: Gegen Vogelfraß und als Verdunstungsschutz

Die meisten Werkzeuge wie Walze und Streuwagen können Sie tageweise im Baumarkt oder Fachhandel ausleihen, sodass keine hohen Anschaffungskosten anfallen.

Häufig gestellte Fragen zum Rasen säen

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Rasen säen?

Die besten Zeiträume für die Rasenaussaat sind das Frühjahr von Mitte April bis Ende Mai und der Frühherbst von Ende August bis Mitte Oktober. Der Herbst gilt als optimal, da der Boden noch warm ist und die Niederschläge zunehmen. Die Bodentemperatur sollte konstant mindestens 8 bis 10 Grad Celsius betragen.

Wie viel Rasensamen brauche ich pro Quadratmeter?

Die empfohlene Aussaatmenge liegt bei 20 bis 30 Gramm pro Quadratmeter, abhängig von der gewählten Saatgutmischung. Bei Nachsaaten reichen 10 bis 20 Gramm pro Quadratmeter. In schattigen Bereichen kann die Menge auf 25 bis 35 Gramm erhöht werden, da dort weniger Triebe gebildet werden.

Wie lange dauert es, bis der Rasen keimt?

Die ersten grünen Spitzen zeigen sich bei optimalen Bedingungen nach 7 bis 10 Tagen. Deutsches Weidelgras keimt bereits nach 5 bis 15 Tagen, während Wiesenrispe 14 bis 30 Tage benötigt. Ein vollständig geschlossener Rasenbestand braucht je nach Mischung und Witterung 4 bis 8 Wochen.

Wie oft muss ich frisch gesäten Rasen gießen?

In den ersten drei bis vier Wochen muss der frisch gesäte Rasen täglich bewässert werden, bei Hitze sogar zwei- bis dreimal am Tag. Die Wassermenge sollte bei 3 bis 5 Litern pro Quadratmeter und Tag liegen. Bewässern Sie vorzugsweise morgens mit einem feinen Sprühaufsatz, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden.

Wann darf ich den neuen Rasen zum ersten Mal mähen?

Der erste Schnitt erfolgt, wenn der Rasen eine Höhe von 8 bis 10 Zentimetern erreicht hat, was nach etwa vier bis sechs Wochen der Fall ist. Kürzen Sie auf 4 bis 5 Zentimeter und verwenden Sie scharfe Messer, um die zarten Halme nicht auszureißen. Entfernen Sie das Schnittgut nach den ersten Mähgängen.

Was kostet es, Rasen selbst zu säen?

Bei Eigenleistung liegen die Kosten für eine Rasenaussaat in Österreich bei 1 bis 3 Euro pro Quadratmeter, inklusive Saatgut, Startdünger und Bodenverbesserung. Mit einem Fachbetrieb rechnen Sie mit 5 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Ein Hausgarten mit 200 Quadratmetern kostet in Eigenregie demnach zwischen 200 und 600 Euro.

Kann ich Rasen auch im Sommer säen?

Von einer Aussaat im Hochsommer bei Temperaturen über 30 Grad ist abzuraten, da die Samen sehr schnell austrocknen und der Bewässerungsaufwand extrem hoch wäre. In milden Sommerperioden mit Temperaturen um 20 bis 25 Grad und ausreichend Niederschlag ist eine Aussaat grundsätzlich möglich, erfordert aber besonders konsequente Bewässerung.