Rollrasen verwandelt eine kahle Erdfläche innerhalb eines Tages in einen dichten, sattgrünen Rasen - ganz ohne monatelanges Warten auf keimende Grassamen. Während eine Ansaat mindestens 12 Monate braucht, bis ein vergleichbares Rasenbild entsteht, ist Rollrasen nach zwei bis drei Wochen fest verwurzelt und belastbar.
Der Preis für diesen Zeitvorteil: mehr Kosten und körperlich anstrengende Arbeit. Eine einzelne Rolle wiegt 15 bis 20 Kilogramm und muss am Liefertag verlegt werden. Dafür ist das Ergebnis vom ersten Tag an dicht, unkrautfrei und begehbar. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie den Boden richtig vorbereiten, den Rasen fachgerecht verlegen und in den kritischen ersten Wochen pflegen.
Rollrasen oder Aussaat - wann lohnt sich was?
Vorteile von Rollrasen
- Sofort ein geschlossenes Rasenbild - nach 2 bis 3 Wochen voll belastbar
- Dichte Grasnarbe von Anfang an - kaum Unkraut
- 100 m² lassen sich in circa 4 Stunden verlegen
- Ganzjährig verlegbar, solange kein Bodenfrost herrscht
Nachteile gegenüber der Aussaat
- Deutlich teurer: 5 bis 10 Euro pro m² für Rollrasen gegenüber circa 0,15 bis 0,20 Euro pro m² für Saatgut
- Körperlich anstrengend - 100 m² bedeuten 1,5 Tonnen Rasen bewegen
- Muss innerhalb von 24 Stunden verlegt werden, sonst wird er gelb
- Geringere Sortenauswahl als bei Saatgut
Für 100 m² Rasenfläche in Eigenleistung rechnen Sie mit 700 bis 1.250 Euro Gesamtkosten beim Rollrasen, gegenüber circa 350 Euro bei der Aussaat. Der Aufpreis kauft Ihnen allerdings ein volles Jahr Zeitvorsprung.
Die richtige Rasensorte wählen
Nicht jeder Rollrasen ist gleich. Die Wahl der richtigen Sorte entscheidet über Belastbarkeit und Pflegeaufwand.
- Spiel- und Gebrauchsrasen (RSM 2): Der Standard für Hausgärten. Eine Mischung aus Weidelgras, Rotschwingel und Wiesenrispe - robust, regenerationsfähig und für Kinder und Haustiere bestens geeignet. Mittlerer Pflegeaufwand. Für Trockenlagen gibt es spezielle Varianten mit tiefwurzelnden, hitzetoleranten Gräsern.
- Schattenrasen: Spezielle Gräser, die mit weniger Sonnenlicht auskommen. Enthält einen hohen Anteil an schattenverträglichen Arten. Weniger trittfest als Gebrauchsrasen und oft die teuerste Rollrasen-Variante. Nicht zu kurz mähen.
- Sportrasen (RSM 3): Für stark beanspruchte Flächen optimiert, sehr dicht und belastbar. Braucht allerdings den höchsten Pflegeaufwand mit regelmäßigem Mähen, Düngen und Vertikutieren.
- Zierrasen (RSM 1): Feinblättrig und optisch ansprechend, aber empfindlich und kaum belastbar. Nur für Repräsentationsflächen geeignet, die nicht betreten werden.
Für die meisten Hausgärten ist der Spiel- und Gebrauchsrasen die richtige Wahl - ein guter Kompromiss aus Belastbarkeit, Optik und Pflegeaufwand.
Der beste Zeitpunkt zum Verlegen
Rollrasen lässt sich grundsätzlich ganzjährig verlegen, solange der Boden frostfrei ist. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Jahreszeit aber deutlich.
- Frühling (April bis Mai): Die beste Jahreszeit. Steigende Temperaturen und längere Tage treiben das Wurzelwachstum an. Bis zum Winter hat sich eine widerstandsfähige Rasendecke entwickelt. Achtung: Spätfrost abwarten, idealerweise bis Mitte Mai.
- Herbst (September bis Oktober): Ebenfalls sehr gut geeignet. Mäßig warme Temperaturen und häufiger Regen sparen künstliche Bewässerung. Die Bodentemperatur ist noch warm genug für das Wurzelwachstum (mindestens 8 bis 10 °C).
- Sommer (Juni bis August): Möglich, aber aufwendig. Die hohen Temperaturen erfordern konsequente Bewässerung - bei Hitze bis zu dreimal täglich.
- Winter: Nur bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt. In den zwei Wochen nach der Verlegung darf es nicht frieren.
Boden vorbereiten - der wichtigste Arbeitsschritt
Die Bodenvorbereitung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Planen Sie dafür mehr Zeit ein als für die eigentliche Verlegung.
Alten Rasen entfernen
Tragen Sie die alte Grasnarbe mit einem Spaten oder einem Sodenschneider (im Baumarkt mietbar) vollständig ab. Entfernen Sie alle Wurzelreste und Unkraut sorgfältig.
Boden auflockern
Lockern Sie den Boden 15 bis 30 cm tief mit einer Motorhacke oder durch Umgraben auf. Das sorgt für gute Belüftung und Drainage.
Bodenverbesserung
Je nach Bodenart braucht der Untergrund Hilfe:
- Lehmboden: Etwa ein Drittel des Volumens an grobem Sand (Körnung 0-2 mm) und Kompost einarbeiten. Das verbessert die Drainage erheblich.
- Sandboden: Mit Kompost oder Humus anreichern, damit der Boden Nährstoffe und Wasser besser speichern kann.
- pH-Wert prüfen: Ideal ist ein Wert zwischen 6,0 und 7,0. Zu niedrig: Kalk zugeben. Zu hoch: Schwefel einarbeiten.
Feinplanum herstellen
Entfernen Sie alle Steine, Wurzeln und Unebenheiten mit einer Harke. Die Oberfläche muss feinkrümelig und eben sein. Verdichten Sie den Boden leicht mit einer Rasenwalze und ebnen Sie ihn mit einer Abziehlatte oder einem Brett ein. Setzen Sie die Bodenoberfläche 1 bis 2 cm unter die Mähkante - das entspricht der Dicke des Rollrasens.
Startdünger einarbeiten
Arbeiten Sie einen phosphorbetonten Startdünger gleichmäßig in die obere Bodenschicht ein. Phosphor fördert gezielt das Wurzelwachstum. Lassen Sie den vorbereiteten Boden 1 bis 2 Tage ruhen, bevor Sie den Rasen bestellen - so werden kleine Unebenheiten sichtbar und können korrigiert werden.

Rollrasen verlegen - Schritt für Schritt
Wichtig: Bestellen Sie den Rollrasen erst, wenn der Boden fertig vorbereitet ist. Am Liefertag muss sofort verlegt werden.
1. Erste Bahn an gerader Kante ausrollen
Beginnen Sie an einer geraden Kante - Terrasse, Weg oder Grundstücksgrenze. Rollen Sie die erste Bahn gerade aus und drücken Sie sie fest an den Boden.
2. Bahnen versetzt verlegen
Legen Sie die weiteren Bahnen dicht an dicht - ohne Lücken und ohne Überlappungen. Versetzen Sie jede zweite Reihe um circa ein Drittel der Bahnenlänge, ähnlich wie bei einem Mauerverband. So vermeiden Sie durchgehende Kreuzfugen, an denen die Kanten austrocknen könnten.
3. Kanten und Nähte schließen
Schieben Sie die Bahnen mit einer Holzharke leicht zusammen, bis die Nähte unsichtbar sind. Überstehende Enden schneiden Sie mit einem scharfen Messer passgenau zu. Legen Sie ein Brett als Lineal an für gerade Schnitte. Reststücke können als Beginn der nächsten Reihe oder zum Füllen von Lücken verwendet werden.
4. Nicht auf frischen Rasen treten
Legen Sie Bretter als Laufwege auf die bereits verlegten Bahnen. Direktes Betreten drückt Dellen in den weichen Untergrund.
5. Walzen
Gehen Sie die gesamte Fläche mit einer Rasenwalze (mit Wasser oder Sand befüllt) ab. Das presst den Rollrasen fest auf den Untergrund und stellt den Kontakt zwischen Wurzeln und Erde her - entscheidend für das Anwachsen.
6. Sofort wässern
Beginnen Sie unmittelbar nach der Verlegung mit dem Wässern. 10 bis 20 Liter pro m² - auch der Unterboden muss gut durchfeuchtet sein. Warten Sie nicht bis zum nächsten Tag.
Bei Hängen verlegen Sie die Bahnen quer zum Gefälle, damit sie bei Regen nicht abrutschen.

Bewässerung in den ersten Wochen
Die Bewässerung ist der kritischste Faktor für das Anwachsen. Zu wenig Wasser ist der häufigste Grund für misslungene Rollrasen-Projekte.
Die ersten 2 bis 3 Wochen
- Täglich bewässern mit 15 bis 20 Litern pro m²
- Die obersten 4 bis 5 cm des Bodens müssen dauerhaft feucht (nicht matschig) sein
- Bei starker Sonne oder Hitze: bis zu dreimal täglich gießen
- Niemals in der Mittagshitze wässern - die Wassertropfen wirken wie Brenngläser auf den Halmen
- Beste Zeiten: früher Morgen und Abend
Nach der Anwuchsphase
Nach circa zwei Wochen können Sie die Bewässerung auf 2 bis 3 Mal pro Woche reduzieren. Gießen Sie dann seltener, dafür durchdringend - das fördert tiefes Wurzelwachstum. Wer eine automatische Bewässerungsanlage hat, kann die Bewässerung bequem programmieren.
Pflege in den ersten Wochen
Erstes Mähen
Der erste Schnitt erfolgt nach circa 7 bis 10 Tagen, wenn die Halme mindestens 6 cm hoch sind. Kürzen Sie auf 3 bis 4 cm - maximal ein Drittel der Halmlänge. Verwenden Sie unbedingt ein scharfes Mähmesser: Ein stumpfes Messer kann die noch nicht fest verwurzelten Bahnen anheben und entwurzeln. Die Fläche muss vor dem Mähen abgetrocknet sein.
Ab dem ersten Schnitt: wöchentlich mähen. Das regt die Bildung von Seitentrieben an und verdichtet die Rasennarbe.
Betreten und Belastung
In den ersten zwei Wochen den Rasen möglichst nicht betreten. Voll belastbar ist er erst nach 6 bis 10 Wochen, je nach Witterung und Sorte.
Erste Düngung
Nach 3 bis 4 Wochen mit einem Langzeitdünger nachdüngen. Der Startdünger, den Sie vor der Verlegung eingearbeitet haben, ist bis dahin aufgebraucht. Vertikutieren sollten Sie frühestens nach einem Jahr.
Pilzbildung
In der intensiven Bewässerungsphase können braune Hutpilze auftreten. Das ist normal und kein Grund zur Sorge - sie verschwinden von selbst, sobald der Rasen angewachsen ist und die Bewässerung reduziert wird.
Was kostet Rollrasen in Österreich?
Materialkosten
- Spiel- und Gebrauchsrasen: 5 bis 6 Euro pro m²
- Schattenrasen: 6 bis 10 Euro pro m² (meist die teuerste Variante)
- Lieferung: 100 bis 200 Euro pro Anlieferung
Gesamtkosten im Selbstbau (100 m²)
- Rollrasen Material: 500 bis 800 Euro
- Lieferung: 100 bis 200 Euro
- Startdünger: circa 25 Euro
- Bodenverbesserung (Sand, Kompost): 30 bis 50 Euro
- Gerätemiete (Walze, Fräse): 50 bis 150 Euro
- Gesamt DIY: circa 700 bis 1.250 Euro
Professionelle Verlegung
Lassen Sie den Rasen vom Fachbetrieb verlegen, rechnen Sie mit 15 bis 38 Euro pro m² inklusive Material, Bodenvorbereitung und Verlegung. Für 100 m² sind das 2.100 bis 4.600 Euro.
Mengenberechnung und Bestellung
Bedarf berechnen
Messen Sie die Fläche aus (Länge x Breite) und planen Sie 5 bis 10 Prozent Verschnitt ein - bei verwinkelte Gärten eher 10 Prozent. Eine Standardrolle misst 250 x 40 cm und entspricht genau 1 m².
Gewicht und Transport
Eine Rolle wiegt 15 bis 20 kg. Pro Palette werden circa 50 bis 60 m² geliefert - das Palettengewicht liegt bei 850 bis 1.200 kg. Für 100 m² brauchen Sie also zwei Paletten mit zusammen rund 1,5 Tonnen. Die Lieferung erfolgt per LKW mit Ladekran oder Gabelstapler.
Timing der Bestellung
Bestellen Sie den Rollrasen erst, wenn der Boden komplett vorbereitet ist. Lieferzeit: in der Regel 2 bis 5 Werktage. Rollrasen hält auf der Palette maximal 24 Stunden - danach wird er gelb und fault. Am Liefertag muss sofort verlegt werden, am besten morgens.
Die häufigsten Fehler vermeiden
- Zu spät oder zu wenig gewässert: Der häufigste Fehler überhaupt. Sofort nach der Verlegung wässern, in den ersten zwei bis drei Wochen täglich 15 bis 20 Liter pro m².
- Rollrasen zu lange auf der Palette: Nach 24 Stunden wird der Rasen gelb und beginnt zu faulen. Am Liefertag komplett verlegen.
- Lücken oder Überlappungen: Lücken zwischen den Bahnen trocknen seitlich aus und werden braun. Überlappende Ränder sterben ab. Bahnen müssen exakt Stoß an Stoß liegen.
- Boden nicht vorbereitet: Verlegen auf ungelockertem oder ungeglättetem Boden führt zu Unebenheiten und schlechtem Anwachsen. Mindestens 15 cm tief umgraben.
- Nicht gewalzt: Ohne Walzen fehlt der feste Kontakt zwischen Wurzeln und Erde - der Rasen wächst nicht an.
- Kreuzfugen: Durchgehende Querfugen trocknen aus. Bahnen immer versetzt verlegen wie beim Mauerverband.
- Falscher Zeitpunkt: Bei großer Hitze trocknet der Rasen aus, bei Frost geht er ein. Idealerweise bei milden Temperaturen und leichter Bewölkung verlegen.
- Zu frühes Mähen mit stumpfem Messer: Ein stumpfes Mähmesser reißt an den Halmen und kann noch nicht fest verwurzelte Bahnen anheben.
Häufige Fragen zum Rollrasen verlegen
Wann ist der beste Zeitpunkt, um Rollrasen zu verlegen?
Die beste Jahreszeit ist der Frühling von April bis Mai - steigende Temperaturen und längere Tage fördern das Wurzelwachstum optimal. Auch der Herbst (September bis Oktober) eignet sich sehr gut, da mäßige Temperaturen und häufiger Regen die Bewässerung erleichtern. Im Sommer ist die Verlegung möglich, erfordert aber intensive Bewässerung bis zu dreimal täglich. Grundsätzlich kann Rollrasen ganzjährig verlegt werden, solange der Boden frostfrei ist.
Was kostet Rollrasen in Österreich?
Der reine Materialpreis liegt bei 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter je nach Sorte. Für 100 Quadratmeter kommen im Selbstbau Gesamtkosten von 700 bis 1.250 Euro zusammen, inklusive Lieferung, Startdünger, Bodenverbesserung und Gerätemiete. Professionelle Verlegung kostet 15 bis 38 Euro pro Quadratmeter alles inklusive. Im Vergleich: Eine Rasenaussaat kostet für dieselbe Fläche nur rund 350 Euro.
Wie oft muss frisch verlegter Rollrasen gegossen werden?
In den ersten zwei bis drei Wochen müssen Sie täglich 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter wässern. Die obersten 4 bis 5 Zentimeter des Bodens sollten dauerhaft feucht, aber nicht matschig sein. Bei starker Sonne oder Hitze ist bis zu dreimaliges Gießen pro Tag nötig. Gießen Sie morgens oder abends, niemals in der Mittagshitze. Nach der Anwuchsphase reduzieren Sie auf zwei- bis dreimal pro Woche.
Wann darf man Rollrasen zum ersten Mal mähen?
Der erste Schnitt erfolgt nach circa 7 bis 10 Tagen, wenn die Halme mindestens 6 Zentimeter hoch sind. Kürzen Sie auf 3 bis 4 Zentimeter und schneiden Sie maximal ein Drittel der Halmlänge ab. Verwenden Sie unbedingt ein scharfes Mähmesser, da stumpfe Messer die noch nicht fest verwurzelten Bahnen anheben können. Die Fläche muss vor dem Mähen abgetrocknet sein.
Wie lange hält Rollrasen auf der Palette?
Rollrasen hält auf der Palette maximal 24 Stunden. Danach wird er gelb, die Gräser nehmen Schaden und beginnen zu faulen. Bestellen Sie den Rasen daher erst, wenn der Boden komplett vorbereitet ist, und verlegen Sie ihn am Liefertag sofort. Bei speziell vorgekühlten Lieferungen (auf 3 bis 4 Grad) kann die Haltbarkeit auf bis zu 72 Stunden verlängert werden.
Wann ist Rollrasen voll belastbar?
In den ersten zwei Wochen sollte der frisch verlegte Rasen möglichst nicht betreten werden. Voll belastbar - also für Spielen, Toben und Gartenpartys geeignet - ist er erst nach 6 bis 10 Wochen, je nach Witterung und Rasensorte. Testen Sie das Anwachsen, indem Sie vorsichtig an einer Ecke ziehen: Lässt sich der Rasen nicht mehr anheben, sind die Wurzeln fest mit dem Boden verbunden.
Kann man Rollrasen im Sommer verlegen?
Ja, Rollrasen kann auch im Sommer verlegt werden. Allerdings ist der Aufwand deutlich höher: Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung belasten den jungen Rasen enorm. Sie müssen konsequent und intensiv bewässern, bei Hitze bis zu dreimal täglich. Idealerweise verlegen Sie an einem bewölkten Tag oder am späten Nachmittag, um die direkte Mittagssonne zu vermeiden. Frühling und Herbst sind die deutlich stressfreieren Jahreszeiten.
