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Raffstore - Lamellenarten, Kosten und Förderung in Österreich

Raffstoren - auch Außenjalousien oder Lamellenstoren genannt - gehören zu den effektivsten Sonnenschutzlösungen für Wohngebäude. Anders als Rollläden bieten sie eine stufenlose Regulierung des Lichteinfalls durch schwenkbare Aluminium-Lamellen. Sie können das Tageslicht gezielt in den Raum lenken, die Hitze draußen halten und gleichzeitig die Aussicht bewahren. In Österreich haben sich Raffstoren in den letzten Jahren zum bevorzugten Sonnenschutz im Neubau entwickelt - und auch bei der Sanierung werden sie immer häufiger nachgerüstet.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Lamellenarten, Montagetypen, Kosten, Motorisierung und Förderungen in Österreich. So treffen Sie die richtige Entscheidung für Ihr Bauprojekt.

Was ist ein Raffstore und wie funktioniert er?

Ein Raffstore besteht aus horizontal angeordneten Aluminium-Lamellen, die an Aufzugsbändern hängen und in einem Kasten (Blende) oberhalb des Fensters untergebracht sind. Per Drehstab oder Motor lassen sich die Lamellen stufenlos kippen - von vollständig geöffnet bis komplett geschlossen. Gleichzeitig kann der gesamte Behang nach oben gefahren werden, wobei sich die Lamellen zu einem kompakten Paket zusammenraffen - daher der Name Raffstore.

Der entscheidende Vorteil gegenüber einem Rollladen liegt in der Lichtsteuerung. Während ein Rollladen nur zwei Zustände kennt - offen oder geschlossen -, erlaubt der Raffstore eine präzise Regulierung. Sie können die Lamellen so einstellen, dass direktes Sonnenlicht reflektiert wird, während weiches Tageslicht weiterhin in den Raum fällt. Das spart Strom für künstliche Beleuchtung und verbessert das Raumklima erheblich.

Funktionsprinzip der Lichtlenkung

Die Lamellen eines Raffstores wirken wie kleine Spiegel. In geschlossenem Zustand reflektieren sie bis zu 90 Prozent der Sonnenstrahlung, bevor diese das Fensterglas erreicht. Der sogenannte Fc-Wert (Abminderungsfaktor) eines Raffstores liegt bei 0,10 bis 0,25 - das bedeutet, dass nur 10 bis 25 Prozent der Sonnenenergie ins Gebäudeinnere gelangen. Zum Vergleich: Ein innenliegender Sonnenschutz erreicht bestenfalls einen Fc-Wert von 0,5 bis 0,9. Außenliegender Sonnenschutz ist daher immer deutlich wirksamer als innenliegender.

Lamellenarten im Überblick

Die Wahl der richtigen Lamelle beeinflusst Verdunkelung, Windstabilität und Optik maßgeblich. Es gibt vier grundlegende Lamellentypen, die sich in Form, Breite und Einsatzzweck unterscheiden.

Flachlamelle (F-Lamelle)

Die Flachlamelle hat ein nahezu ebenes Profil und ist in den Breiten 60 und 80 Millimeter erhältlich. Durch ihre geringe Aufbauhöhe eignet sie sich besonders gut für die Nachrüstung, wenn der vorhandene Einbauschacht nur wenig Platz bietet. Die Verdunkelungsleistung ist allerdings geringer als bei geformten Lamellen, da im geschlossenen Zustand Lichtschlitze verbleiben können.

Randgebördelte Lamelle (R-Lamelle / C-Lamelle)

Die randgebördelte Lamelle in 80 Millimeter Breite ist der Klassiker unter den Raffstore-Lamellen und die meistverkaufte Variante. Die leicht gebogenen Ränder verhindern, dass benachbarte Lamellen aneinanderschlagen, was die Geräuschentwicklung bei Wind deutlich reduziert. Laut Schlotterer erreicht die 80R-Lamelle eine maximale Höhe von 5.200 Millimetern und eine maximale Breite von 5.000 Millimetern bei einer Gesamtfläche von bis zu 20 Quadratmetern.

Z-Lamelle

Die Z-Lamelle mit 92 Millimeter Breite bietet die beste Verdunkelung aller Lamellentypen. Ihr charakteristisches Z-förmiges Profil mit eingebautem Dichtungselement sorgt dafür, dass im geschlossenen Zustand kaum Licht eindringt. Gleichzeitig ist sie die windstabilste Variante und eignet sich daher besonders für exponierte Standorte und Schlafräume, in denen eine vollständige Verdunkelung gewünscht ist.

Tageslichtlenk-Lamelle

Eine innovative Sonderform ist die Tageslichtlenk-Lamelle, wie sie beispielsweise von Schlotterer unter dem Namen RETROLux angeboten wird. Diese patentierte Lamelle lenkt einfallendes Sonnenlicht gezielt an die Zimmerdecke und von dort gleichmäßig in den Raum. Der Effekt: Selbst bei geschlossenem Raffstore bleibt der Raum angenehm hell, ohne dass direkte Sonneneinstrahlung blendet oder aufheizt. Laut Herstellerangaben kann der Energieverbrauch für künstliche Beleuchtung damit um bis zu 30 Prozent gesenkt werden.

Raffstore-Lamellen in verschiedenen Neigungswinkeln zur Lichtsteuerung

Vergleich der Lamellentypen

Eigenschaft Flachlamelle (60F/80F) R-Lamelle (80R) Z-Lamelle (92Z) Tageslichtlenk-Lamelle
Breite 60 / 80 mm 80 mm 92 mm 80 mm
Verdunkelung Gut Sehr gut Ausgezeichnet Gut
Windstabilität Mittel Gut Sehr gut Gut
Geräuschverhalten Lauter Leise Sehr leise Leise
Paketgröße Sehr kompakt Kompakt Etwas größer Kompakt
Ideal für Nachrüstung Universell Schlafräume, exponierte Lagen Büro, Wohnräume

Montagearten - Vorbau, Aufsatz oder Unterputz

Die Montageart bestimmt, wie der Raffstore-Kasten am Gebäude befestigt wird. Die Wahl hängt davon ab, ob es sich um einen Neubau oder eine Nachrüstung handelt, und wie sichtbar der Kasten sein darf.

Vorbau-Raffstore

Beim Vorbau-Raffstore wird der Kasten auf der Fassade oder an der Unterseite des Sturzes montiert. Der Kasten bleibt von außen sichtbar, kann aber durch eine Putzträgerplatte bündig in die Fassade integriert werden. Diese Montageart ist die erste Wahl bei der Nachrüstung, da keine baulichen Veränderungen am Mauerwerk erforderlich sind. Die Kosten beginnen bei etwa 380 Euro pro Einheit.

Aufsatz-Raffstore

Beim Aufsatz-Raffstore wird der Kasten direkt in den Sturz integriert - idealerweise bereits in der Bauphase. Von außen ist der Kasten unsichtbar und wird verputzt. Diese Variante bietet die beste Wärmedämmung, da der isolierte Kasten Teil der Gebäudehülle wird. Aufsatz-Raffstoren sind die bevorzugte Lösung im Neubau und kosten ab etwa 500 Euro pro Einheit.

Unterputz-Raffstore

Die Unterputz-Montage ist die unsichtbarste Lösung. Der Kasten verschwindet vollständig in der Fassade und wird bündig verputzt. Diese Premium-Variante wird vor allem von Architekten geschätzt, die eine makellose Fassadenoptik anstreben. Die Kosten liegen deutlich über den anderen Montagearten.

Führungsarten - Seil oder Schiene

Die Lamellen eines Raffstores werden seitlich in einer Führung gehalten, die für Stabilität sorgt und ein Flattern bei Wind verhindert. Es gibt zwei grundlegende Systeme.

Seilführung

Bei der Seilführung laufen die Lamellen zwischen dünnen Edelstahlseilen. Diese Variante ist günstiger, optisch dezenter und eignet sich für geschützte Standorte ohne starke Windbelastung. Die Windstabilität ist allerdings begrenzt - laut ROMA sollten seilgeführte Raffstoren ab Windstärke 6 (circa 39 km/h) eingefahren werden.

Schienenführung

Bei der Schienenführung laufen die Lamellen in stabilen Aluminiumschienen. Das System ist windstabiler und kann je nach Ausführung Windgeschwindigkeiten bis zu 60 km/h standhalten. Schienengeführte Raffstoren sind die empfohlene Wahl für exponierte Lagen, höhere Stockwerke und Gebäude in windreichen Regionen Österreichs.

Kosten für Raffstoren in Österreich

Die Preise für Raffstoren variieren stark je nach Größe, Lamellentyp, Montage und Motorisierung. Hier finden Sie eine realistische Übersicht der aktuellen Kosten in Österreich.

Variante Kosten pro Einheit
Vorbau-Raffstore manuell 300 - 500 Euro
Vorbau-Raffstore elektrisch 600 - 900 Euro
Aufsatz-Raffstore elektrisch 500 - 1.200 Euro
Unterputz-Raffstore elektrisch 800 - 1.500 Euro
Smart-Home-Erweiterung ab 270 Euro zusätzlich
Nachrüstung pro m² Fensterfläche 150 - 400 Euro

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 10 Fenstern

Für ein typisches Einfamilienhaus mit zehn Fenstern (durchschnittliche Größe 1,2 x 1,5 Meter) liegen die Gesamtkosten für elektrische Vorbau-Raffstoren bei etwa 6.000 bis 9.000 Euro inklusive Montage. Entscheiden Sie sich für eine Smart-Home-Integration mit automatischer Wind- und Sonnensteuerung, addieren sich circa 2.500 bis 4.000 Euro.

Zum Vergleich: Rollläden für dasselbe Haus kosten circa 30 Prozent weniger, bieten aber keine Lichtsteuerung. Dieser Preisunterschied zwischen Raffstore und Rollladen ist laut HEROLD auf die aufwendigere Mechanik und die präzisere Lamellensteuerung zurückzuführen.

Raffstore vs. Rollladen vs. Markise - der Vergleich

Welcher Sonnenschutz ist der richtige? Die Antwort hängt vom Einsatzzweck ab. Hier sehen Sie die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

Eigenschaft Raffstore Rollladen Markise
Lichtsteuerung Ausgezeichnet (stufenlos) Schlecht (alles oder nichts) Mäßig
Verdunkelung Gut bis sehr gut Ausgezeichnet Mäßig
Hitzeschutz (Fc-Wert) 0,10 - 0,25 0,15 - 0,30 0,29 - 0,50
Einbruchschutz Mäßig Gut Keiner
Lärmschutz Gering Gut Keiner
Preis Mittel bis hoch Niedriger Variabel
Design Modern, vielfältig Klassisch Textil-Optik
Windstabilität Mittel (schienengeführt höher) Hoch Gering

Die ideale Lösung für ein Einfamilienhaus ist oft eine Kombination: Raffstoren für Wohn- und Arbeitsräume, in denen eine flexible Lichtsteuerung wichtig ist, und Rollläden für Schlaf- und Kinderzimmer, wo eine vollständige Verdunkelung und zusätzlicher Einbruchschutz gewünscht sind.

Motorisierung und Smart-Home-Integration

Die manuelle Bedienung per Handkurbel ist heute nur noch selten im Einsatz. Elektrische Rohrmotoren sind zum Standard geworden und ermöglichen eine komfortable Steuerung per Wandschalter, Fernbedienung oder Smartphone.

Elektrische Standardmotoren

Kabelgebundene Rohrmotoren werden direkt mit dem Hausstrom verbunden und über einen Wandschalter bedient. Sie sind die günstigste motorisierte Variante und eignen sich überall dort, wo eine einfache Auf-/Ab-Steuerung ausreicht.

Funkmotoren

Funkmotoren wie der weit verbreitete Somfy J4 io Protect kommunizieren kabellos über verschlüsselte Funkprotokolle (128-Bit-Verschlüsselung). Sie ermöglichen eine komfortable Bedienung per Handsender und bieten zusätzliche Funktionen wie eine Lieblingsposition mit gespeichertem Lamellenwinkel. Funkmotoren sind die Grundlage für eine spätere Smart-Home-Integration.

Smart-Home-Steuerung

Moderne Raffstoren lassen sich nahtlos in bestehende Smart-Home-Systeme einbinden. Über Gateways wie Somfy TaHoma, Loxone oder KNX steuern Sie alle Raffstoren zentral per App, Sprachbefehl (Google Assistant, Amazon Alexa, Apple Siri) oder automatisch nach Szenarien. Ein Wind- und Sonnensensor auf dem Dach fährt die Raffstoren bei Sturm automatisch ein und bei Sonnenschein in die optimale Position - auch wenn niemand zu Hause ist.

Smart-Home-Steuerung von Raffstoren per Tablet-App

Windstabilität und Widerstandsklassen

Raffstoren sind windempfindlicher als Rollläden. Die Windwiderstandsklassen nach DIN EN 13659 reichen von WK 0 bis WK 6 und geben an, welche Windgeschwindigkeiten das System im ausgefahrenen Zustand aushält.

Windklasse Maximale Windgeschwindigkeit Empfehlung
WK 1 38 km/h Geschützte Lagen, Erdgeschoss
WK 2 49 km/h Normale Wohnlagen
WK 3 61 km/h Leicht exponierte Standorte
WK 4 74 km/h Höhere Stockwerke, freistehende Häuser
WK 5 88 km/h Stark exponierte Lagen
WK 6 102 km/h Hochhäuser, Küstenlagen

In der Praxis empfiehlt Schlotterer folgende Faustregeln: Seilgeführte Raffstoren sollten ab Windstärke 6 (circa 39 km/h) eingefahren werden. Schienengeführte Systeme halten Windstärke 7 (circa 50 km/h) stand. Ab Windstärke 8 (circa 62 km/h) sollten alle Raffstoren eingefahren sein. Ein automatischer Windwächter übernimmt diese Aufgabe zuverlässig und schützt Ihre Anlage auch in Ihrer Abwesenheit.

Raffstore-Farben und Gestaltung

Raffstoren werden aus pulverbeschichtetem Aluminium gefertigt und sind in über 200 RAL-Farben erhältlich. Die Pulverbeschichtung erfolgt bei Temperaturen um 200 Grad Celsius und sorgt für eine UV-beständige, kratzfeste und witterungsbeständige Oberfläche.

Beliebte Farben in Österreich

  • RAL 7016 (Anthrazitgrau): Der Klassiker für moderne Fassaden. Passt zu anthrazitfarbenen Fensterrahmen und dunklen Dächern.
  • RAL 9006 (Weißaluminium): Dezent und zeitlos. Die Standardfarbe für helle Fassaden und klassische Architektur.
  • RAL 9007 (Graualuminium): Ein warmer Grauton mit leichtem Silberglanz, der sich harmonisch in verschiedene Fassadengestaltungen einfügt.
  • DB 703 (Feinstruktur): Ein matter, dunkelgrauer Farbton mit feiner Struktur, der bei modernen Neubauten sehr beliebt ist.

Lamellen und Kasten können in unterschiedlichen Farben bestellt werden - etwa silberne Lamellen in einem anthrazitfarbenen Kasten. Diese Zweifarbigkeit ermöglicht eine individuelle Abstimmung auf die Fassadengestaltung.

Energieeffizienz und Kühlkosten sparen

Außenliegender Sonnenschutz ist die wirksamste Maßnahme gegen sommerliche Überhitzung. Raffstoren blockieren die Sonnenstrahlung, bevor sie das Fensterglas durchdringt, und verhindern so den Glashauseffekt im Gebäudeinneren.

Kühlenergie einsparen

In einem gut gedämmten Einfamilienhaus mit großen Südverglasungen kann die Raumtemperatur an heißen Sommertagen ohne Sonnenschutz auf über 30 Grad Celsius steigen. Raffstoren mit einem Fc-Wert von 0,15 reduzieren den solaren Wärmeeintrag um bis zu 85 Prozent. Das kann den Bedarf an aktiver Kühlung um bis zu 90 Prozent senken oder eine Klimaanlage vollständig überflüssig machen.

Heizenergie im Winter

Im Winter funktioniert der Raffstore umgekehrt: Bei Sonnenschein öffnen Sie die Lamellen vollständig und nutzen die solare Wärme als kostenlose Heizung. In der Nacht schließen Sie den Raffstore und erzeugen ein isolierendes Luftpolster zwischen Lamellen und Fenster. Intelligente Steuerungssysteme automatisieren diesen Wechsel und können die Heizkosten um circa 20 Prozent senken. In Kombination mit einer Wärmepumpe und einer guten Gebäudedämmung ergibt sich ein besonders energieeffizientes Gesamtkonzept.

Förderungen für Raffstoren in Österreich

In Österreich gibt es sowohl Bundes- als auch Landesförderungen für den Einbau von außenliegendem Sonnenschutz. Laut Bundesverband Sonnenschutztechnik (BVST) bieten fast alle Bundesländer eigene Förderprogramme an.

Bundesförderung

Der Sanierungsbonus des Bundes förderte den Einbau von Sonnenschutzsystemen bei gleichzeitigem Fenstertausch mit bis zu 30 Prozent der Investitionskosten (maximal 5.000 Euro für Einzelmaßnahmen). Seit Februar 2026 sind allerdings Neuregistrierungen vorübergehend ausgesetzt - die Mittel wurden in das Kesseltauschprogramm umgeschichtet. Eine Wiederaufnahme wird für 2027 erwartet.

Landesförderungen (Auswahl)

  • Kärnten: Fördert automatisierten Sonnenschutz unabhängig vom Fenstertausch. Anträge sind bis 31. Dezember 2028 möglich.
  • Tirol: 25 Prozent Einmalzuschuss oder 35 Prozent Annuitätenzuschuss für motorisierten Außensonnenschutz.
  • Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg, Burgenland, Steiermark: Jeweils eigene Förderschienen mit unterschiedlichen Konditionen.
  • Salzburg: Einziges Bundesland ohne Landesförderung für Sonnenschutz.

Zusätzlich bieten viele Gemeinden eigene Förderungen an. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei Ihrer Gemeinde und beim jeweiligen Landesförderinstitut nach aktuellen Programmen.

Pflege und Wartung

Raffstoren aus pulverbeschichtetem Aluminium sind weitgehend wartungsfrei. Ein- bis zweimal pro Jahr sollten Sie die Lamellen mit einem feuchten Tuch oder einem weichen Schwamm reinigen, um Staub, Pollen und Insektenreste zu entfernen. Besonders nach der Pollensaison im Frühjahr und nach dem Herbstlaub empfiehlt sich eine gründliche Reinigung. Verwenden Sie keine aggressiven Reinigungsmittel, Scheuermittel oder Hochdruckreiniger, da diese die Pulverbeschichtung beschädigen und die Schutzschicht dauerhaft beeinträchtigen können. Ein mildes Spülmittel in lauwarmem Wasser ist völlig ausreichend.

Kontrollieren Sie jährlich die Aufzugsbänder auf Verschleiß und die Führungsschienen auf Verschmutzung. Bei motorisierten Anlagen empfiehlt sich alle zwei bis drei Jahre eine Wartung durch den Fachbetrieb, bei der Motor, Endlageneinstellung und Steuerung überprüft werden. Die Lebensdauer eines hochwertigen Raffstores liegt bei 15 bis 25 Jahren.

Insektenschutz und Zusatzfunktionen

Viele Hersteller bieten integrierte Insektenschutzsysteme an, die direkt in die Führungsschienen des Raffstores eingebaut werden. Ein feines Gewebe rollt sich dabei parallel zum Raffstore ab und hält Mücken, Fliegen und andere Insekten fern, während frische Luft ungehindert in den Raum strömt. Diese Kombilösung spart Platz und vermeidet zusätzliche Montagerahmen am Fenster.

Eine weitere Zusatzfunktion ist der integrierte Absturzsicherung für bodentiefe Fenster und Fenstertüren. Spezielle Lamellen mit verstärktem Profil verhindern in geöffnetem Zustand, dass Kinder oder Haustiere durch die Fensteröffnung gelangen können. Diese Funktion ersetzt zwar keine geprüfte Absturzsicherung nach Baurecht, bietet aber im Alltag eine zusätzliche Schutzebene.

Raffstoren für besondere Fensterformen

Moderne Raffstore-Systeme sind nicht auf rechteckige Fenster beschränkt. Für Schrägverglasungen in Dachgauben oder Giebeln gibt es spezielle Schräg-Raffstoren mit angepasster Führung. Auch für Wintergärten und große Glasfassaden stehen Systeme mit Übergrößen bereit - manche Hersteller fertigen Raffstoren mit bis zu 5,2 Metern Höhe und 5 Metern Breite. Wenn Sie einen Wintergarten oder eine verglaste Terrasse planen, sollten Sie den Sonnenschutz bereits in der Entwurfsphase berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen zu Raffstoren

Was ist der Unterschied zwischen Raffstore und Jalousie?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Produkte. Eine Jalousie hat schmale Lamellen (bis 50 mm) und wird typischerweise innen montiert. Ein Raffstore hat breitere Lamellen (60 bis 92 mm), ist für die Außenmontage konzipiert und deutlich robuster gegen Wind und Witterung. Raffstoren bieten außerdem eine bessere Wärmedämmung, da sie die Sonnenstrahlung vor dem Fenster abfangen.

Was kostet ein Raffstore pro Fenster?

Je nach Ausführung und Größe kostet ein Raffstore zwischen 300 und 1.500 Euro pro Fenster. Ein manueller Vorbau-Raffstore für ein Standardfenster beginnt bei circa 300 Euro, ein elektrischer Aufsatz-Raffstore mit Smart-Home-Anbindung kann bis zu 1.500 Euro kosten. Für ein typisches Einfamilienhaus mit zehn Fenstern rechnen Sie mit Gesamtkosten von 6.000 bis 12.000 Euro inklusive Montage.

Kann man Raffstoren nachträglich einbauen?

Ja, Raffstoren lassen sich problemlos nachrüsten. Vorbau-Raffstoren werden direkt auf der Fassade montiert und benötigen keine baulichen Veränderungen. Für die elektrische Variante muss lediglich eine Stromversorgung am Fenster vorhanden sein. Ist kein Stromanschluss vorhanden, bieten Funkmotoren mit Solarpanel eine kabellose Alternative.

Wie windstabil sind Raffstoren?

Die Windstabilität hängt von der Führungsart ab. Seilgeführte Raffstoren sollten ab circa 39 km/h (Windstärke 6) eingefahren werden. Schienengeführte Systeme halten bis zu 60 km/h (Windstärke 7) stand. Automatische Windwächter fahren den Raffstore bei Überschreitung der Grenzwerte selbstständig ein und schützen so die Anlage vor Beschädigungen.

Gibt es Förderungen für Raffstoren in Österreich?

Ja, fast alle österreichischen Bundesländer bieten Förderungen für außenliegenden Sonnenschutz an. Die Konditionen variieren von Land zu Land - Tirol fördert etwa mit 25 Prozent Einmalzuschuss, Kärnten fördert unabhängig vom Fenstertausch. Einzige Ausnahme ist Salzburg, das keine Landesförderung für Sonnenschutz bietet. Zusätzlich können Gemeindeförderungen beantragt werden.

Raffstore oder Rollladen - was ist besser?

Das hängt vom Einsatzzweck ab. Raffstoren bieten eine überlegene Lichtsteuerung und sind die bessere Wahl für Wohn- und Arbeitsräume. Rollläden verdunkeln besser, bieten mehr Einbruchschutz und Schalldämmung und eignen sich daher besser für Schlaf- und Kinderzimmer. In der Praxis kombinieren viele Bauherren beide Systeme innerhalb eines Hauses.

Wie lange hält ein Raffstore?

Ein hochwertiger Raffstore aus pulverbeschichtetem Aluminium hält bei normaler Beanspruchung und regelmäßiger Pflege 15 bis 25 Jahre. Die Aufzugsbänder können bei Bedarf einzeln ausgetauscht werden, ohne den gesamten Raffstore erneuern zu müssen. Elektrische Motoren haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren.