Das Streifenfundament zählt zu den am häufigsten eingesetzten Fundamentarten im Hausbau und bei Gartenprojekten in Österreich. Es handelt sich um eine lineare Flachgründung aus Stahlbeton, die direkt unter tragenden Wänden verläuft und deren Lasten gleichmäßig auf den Baugrund verteilt. Ob beim Bau eines Einfamilienhauses, einer Garage oder einer Gartenmauer: Streifenfundamente bilden eine solide und bewährte Grundlage für nahezu jedes Bauvorhaben.
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige rund um Planung, Aufbau und Errichtung eines Streifenfundaments. Von den richtigen Abmessungen über die Bewehrung bis hin zu den aktuellen Kosten in Österreich werden alle relevanten Aspekte behandelt. Zusätzlich erhalten Sie eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung und erfahren, welche typischen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Was ist ein Streifenfundament und wie funktioniert es?
Ein Streifenfundament ist eine streifenförmige Konstruktion aus Stahlbeton, die dem Grundriss des Bauwerks folgt und unter allen tragenden Wänden verläuft. Es gründet auf tragfähigem Boden und leitet die Gebäudelasten über eine vergrößerte Aufstandsfläche in den Untergrund ab. Dadurch wird der Druck pro Quadratzentimeter reduziert und eine gleichmäßige Lastverteilung sichergestellt.
Im Gegensatz zur Fundamentplatte, die das gesamte Gebäude flächig unterstützt, konzentriert sich das Streifenfundament auf die tragenden Bereiche. Zwischen den Fundamentstreifen wird häufig eine dünnere, nicht tragende Bodenplatte eingebaut. Diese Bauweise spart Material und Kosten, setzt aber einen ausreichend tragfähigen Baugrund voraus.
Abgrenzung zu anderen Fundamentarten
Das Streifenfundament unterscheidet sich grundlegend von Punkt- und Plattenfundamenten. Während ein Punktfundament nur einzelne Lasten unter Stützen oder Säulen aufnimmt, verteilt das Streifenfundament linienförmige Lasten ganzer Wandzüge. Die Fundamentplatte hingegen erstreckt sich über die gesamte Grundfläche und kommt vor allem bei schwierigen Bodenverhältnissen oder bei Gebäuden mit Keller zum Einsatz.
Einsatzgebiete und typische Anwendungen
Streifenfundamente eignen sich für eine Vielzahl von Bauvorhaben. Die häufigsten Einsatzbereiche in Österreich umfassen:
- Einfamilienhäuser: Standardlösung für unterkellerte und nicht unterkellerte Wohngebäude auf tragfähigem Baugrund
- Garagen und Carports: Einzelne oder doppelte Streifenfundamente unter den tragenden Seitenwänden
- Gartenhäuser und Geräteschuppen: Vereinfachte Ausführung für leichtere Bauwerke
- Gartenmauern und Stützmauern: Schmale Streifenfundamente zur Aufnahme horizontaler und vertikaler Kräfte
- Gabionenzäune: Frostfreie Gründung für dauerhafte Gabionenkonstruktionen
- Gewächshäuser: Leichte Fundamentstreifen als stabile Basis für Glaskonstruktionen
Entscheidend für die Wahl des Streifenfundaments ist die Beschaffenheit des Baugrunds. Bei tragfähigen, frostfreien Böden ist es die wirtschaftlichste Lösung. Bei weichen oder stark setzungsempfindlichen Böden kann eine Fundamentplatte die bessere Alternative sein.
Aufbau und Schichten eines Streifenfundaments
Ein fachgerecht errichtetes Streifenfundament besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Schichten, die jeweils eine bestimmte Funktion erfüllen. Der korrekte Schichtaufbau ist entscheidend für die Tragfähigkeit und Langlebigkeit.

Tragfähiger Baugrund
Die Basis bildet der gewachsene, tragfähige Boden. Dieser muss vor Beginn der Arbeiten von Mutterboden, Wurzeln und organischem Material befreit werden. Die Tragfähigkeit des Untergrunds bestimmt maßgeblich die erforderliche Breite des Fundaments.
Frostschutzschicht
Auf dem vorbereiteten Baugrund wird eine 10 bis 15 cm starke Schotterschicht aus Kies oder gebrochenem Material der Körnung 0/32 eingebaut und maschinell verdichtet. Diese Schicht verhindert kapillaren Wasseraufstieg und sorgt für eine frostsichere Gründung.
Sauberkeitsschicht
Über der Frostschutzschicht wird eine 5 bis 8 cm dicke Schicht aus Magerbeton der Festigkeitsklasse C8/10 aufgebracht. Diese sogenannte Sauberkeitsschicht schafft eine ebene, saubere Arbeitsfläche und verhindert, dass die Bewehrung direkten Kontakt zum Erdreich hat.
Bewehrung
Auf der Sauberkeitsschicht wird der vorgefertigte oder vor Ort gebundene Bewehrungskorb positioniert. Er besteht aus Längsstäben (10 bis 12 mm Durchmesser) und Bügeln (6 bis 8 mm Durchmesser) aus Betonstahl der Güte B500 oder B550. Die Mindestbetonüberdeckung der Bewehrung muss allseitig mindestens 5 cm betragen.
Betonkörper
Den Abschluss bildet der eigentliche Fundamentkörper aus Stahlbeton. Verwendet wird üblicherweise Beton der Festigkeitsklasse C20/25 oder C25/30. Der Beton wird lagenweise eingebracht und mit einem Rüttler verdichtet, um Lufteinschlüsse zu vermeiden.
Abmessungen und Dimensionierung
Die richtigen Abmessungen eines Streifenfundaments hängen von mehreren Faktoren ab: den zu erwartenden Lasten, der Tragfähigkeit des Baugrunds und den klimatischen Bedingungen am Standort. In Österreich gelten besondere Anforderungen an die Einbautiefe aufgrund der Frostgefahr.
Breite des Fundaments
Als Faustregel gilt: Die Fundamentbreite sollte mindestens die doppelte Wandbreite betragen, in keinem Fall jedoch weniger als 30 cm. Bei einem typischen Mauerwerk von 25 cm ergibt sich somit eine Mindestbreite von 50 cm. Für ein Einfamilienhaus sind Breiten zwischen 40 und 60 cm üblich.
Tiefe und Frostfreiheit
Die Einbautiefe wird in Österreich maßgeblich durch die regionalen Frosttiefen bestimmt. Die Unterkante des Fundaments muss zwingend unterhalb der örtlichen Frostgrenze liegen:
- Flachland und Täler: mindestens 80 cm Tiefe
- Mittelgebirgslagen: 100 bis 120 cm Tiefe
- Hochgebirgslagen: bis zu 160 cm Tiefe
Typische Standardmaße
Für ein Einfamilienhaus im österreichischen Flachland gilt ein typisches Streifenfundament mit den Abmessungen 45 x 45 x 80 cm (Breite x Höhe x Tiefe) als Standard. Bei Gartenmauern oder Gabionenzäunen genügen häufig Querschnitte von 30 x 30 cm bei einer Tiefe von 80 cm.
Bewehrung richtig planen und einbauen
Die Bewehrung ist das tragende Skelett eines jeden Streifenfundaments. Stahl übernimmt die Zugkräfte, die der Beton allein nicht aufnehmen kann. Ohne fachgerechte Bewehrung wären Rissbildung und Bruchgefahr die Folge.
Material und Durchmesser
Verwendet wird Betonstahl der Güte B500 mit einer Streckgrenze von 500 N/mm². Die Längsbewehrung besteht typischerweise aus Stäben mit 10 bis 12 mm Durchmesser, die Bügel aus 6 bis 8 mm starkem Stahl. Die Bügel werden im Abstand von 20 bis 25 cm angeordnet und halten die Längsstäbe in Position.
Bewehrungskörbe und Verlegung
Für private Bauvorhaben werden häufig vorgefertigte Bewehrungskörbe verwendet, die passgenau in die Schalung eingelegt werden. Diese sind in Standardlängen erhältlich und werden durch Übergreifungsstöße miteinander verbunden. Die Übergreifungslänge beträgt mindestens das 40-fache des Stabdurchmessers.
Wichtig ist die korrekte Positionierung: Die Bewehrung muss allseitig mindestens 5 cm Betonüberdeckung aufweisen. Dafür werden Abstandhalter aus Kunststoff oder Faserzement unter und seitlich an den Bewehrungskörben befestigt. Liegt die Bewehrung zu nah an der Oberfläche, droht Korrosion durch eindringende Feuchtigkeit.
Streifenfundament bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Der Bau eines Streifenfundaments erfordert sorgfältige Vorbereitung und exakte Ausführung. Die folgende Anleitung beschreibt den kompletten Ablauf von der Vermessung bis zur Fertigstellung.

Schritt 1: Abstecken und Vermessen
Zunächst wird der exakte Verlauf der Fundamentstreifen auf dem Grundstück markiert. Dafür eignet sich die bewährte 3-4-5-Methode zur Kontrolle rechter Winkel: Werden auf zwei Seiten 3 und 4 Meter abgemessen, muss die Diagonale exakt 5 Meter betragen. Schnurgerüste aus Holzlatten und Maurerschnur dienen als dauerhafte Bezugspunkte während der gesamten Bauphase.
Schritt 2: Erdaushub
Der Graben wird bis zur erforderlichen Frosttiefe ausgehoben, im Flachland also mindestens 80 cm tief. Die Grabenbreite sollte beidseitig etwa 15 cm breiter als das fertige Fundament sein, um ausreichend Platz für die Schalung zu schaffen. Bei geraden Verläufen und festem Boden kann der Aushub mit einem gemieteten Minibagger effizient erledigt werden.
Schritt 3: Untergrund vorbereiten
Die Grabensohle wird auf Ebenheit geprüft und bei Bedarf nachverdichtet. Anschließend wird die 10 bis 15 cm starke Frostschutzschicht aus Schotter der Körnung 0/32 lagenweise eingebaut und mit einer Rüttelplatte verdichtet. Darauf folgt die 5 bis 8 cm dicke Sauberkeitsschicht aus Magerbeton C8/10.
Schritt 4: Schalung aufstellen
Die Schalung begrenzt den Beton seitlich und gibt dem Fundament seine Form. Verwendet werden Schalungsbretter oder -tafeln, die mit Schraubzwingen, Erdnägeln oder Kanthölzern fixiert werden. Alle 50 cm sollte eine Abstützung erfolgen, um dem Betondruck standzuhalten. Die Innenseiten der Schalung werden leicht eingeölt, damit sie sich nach dem Aushärten leicht lösen lässt.
Schritt 5: Bewehrung einlegen
Die vorgefertigten Bewehrungskörbe werden auf Abstandhaltern in die Schalung eingesetzt. Die korrekte Lage wird mit einer Wasserwaage kontrolliert. An Ecken und Kreuzungspunkten müssen zusätzliche Anschlussbewehrungen eingelegt werden, um eine kraftschlüssige Verbindung herzustellen.
Schritt 6: Betonieren
Für Streifenfundamente ab einem Volumen von 0,5 m³ empfiehlt sich die Verwendung von Transportbeton der Klasse C20/25 oder C25/30. Der Beton wird gleichmäßig in die Schalung eingebracht und mit einem Innenrüttler (Flaschenrüttler) lagenweise verdichtet. Dabei ist darauf zu achten, dass der Rüttler die Bewehrung nicht verschiebt. Die Oberfläche wird mit einer Abziehleiste glatt abgezogen.
Schritt 7: Aushärtung und Nachbehandlung
Nach dem Betonieren beginnt die kritische Aushärtungsphase. Der frische Beton muss vor Austrocknung, Frost und starkem Regen geschützt werden. Eine Abdeckung mit Folie oder feuchten Jutetüchern ist empfehlenswert. Die wichtigsten Zeiträume:
- Nach 48 Stunden: Das Fundament ist begehbar
- Nach 7 Tagen: Die Schalung kann entfernt und mit dem Weiterbau begonnen werden
- Nach 28 Tagen: Der Beton erreicht seine volle Nennfestigkeit (Endfestigkeit)
Kosten eines Streifenfundaments in Österreich
Die Kosten für ein Streifenfundament setzen sich aus Material, Erdarbeiten, Bewehrung und gegebenenfalls Facharbeiter-Lohn zusammen. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf durchschnittliche Preise in Österreich (Stand 2025/2026).
Materialkosten im Detail
| Position | Kosten |
|---|---|
| Transportbeton C20/25 | 110 - 170 EUR pro m³ |
| Bewehrungskörbe (vorgefertigt) | 10 - 12 EUR pro Laufmeter |
| Schotter 0/32 (Frostschutz) | 35 - 75 EUR pro m³ |
| Magerbeton C8/10 (Sauberkeitsschicht) | 13 - 21 EUR pro m² |
| Schalungsmaterial | 5 - 15 EUR pro m² |
| Abstandhalter und Kleinmaterial | 2 - 5 EUR pro Laufmeter |
Gesamtkosten pro Laufmeter
Ein fertig errichtetes Streifenfundament kostet in Österreich zwischen 150 und 250 EUR pro Laufmeter, abhängig von Querschnitt, Tiefe und regionalen Preisunterschieden. Bei Beauftragung eines Bauunternehmens liegen die Komplettkosten bei 180 bis 280 EUR pro Laufmeter.
Kostenbeispiel Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus mit einer Grundrisslänge von rund 44 Laufmetern Fundamentstreifen verursacht folgende Gesamtkosten:
- Eigenleistung: ca. 6.600 bis 10.400 EUR (Material + Minibagger-Miete)
- Mit Fachfirma: ca. 8.000 bis 12.500 EUR (inkl. Arbeitslohn)
- Zusätzlich Statiker: ca. 1.500 EUR für Berechnung und Planung
- Minibagger-Miete: 80 bis 150 EUR pro Tag
Streifenfundament im Vergleich: Streifen, Punkt und Platte
Die Wahl der richtigen Fundamentart hängt von Bauvorhaben, Bodenbeschaffenheit und Budget ab. Die folgende Tabelle stellt die drei gängigsten Fundamentarten einander gegenüber:
| Kriterium | Streifenfundament | Punktfundament | Fundamentplatte |
|---|---|---|---|
| Eignung | Tragende Wände, Mauern | Stützen, Pfosten, Zäune | Gesamtes Gebäude, schlechter Baugrund |
| Kosten pro Einheit | 150 - 250 EUR/lfm | 400 - 600 EUR/Stück | 250 - 350 EUR/m² |
| Materialverbrauch | Mittel | Gering | Hoch |
| Baugrundanforderung | Tragfähiger Boden | Tragfähiger Boden | Auch bei schwachem Boden |
| DIY-Tauglichkeit | Bedingt (kleine Projekte) | Gut geeignet | Nur mit Fachfirma |
| Typische Bauzeit | 2 - 4 Tage | 1 - 2 Tage | 3 - 5 Tage |
| Frostschutz | Frostfreie Tiefe nötig | Frostfreie Tiefe nötig | Meist mit Perimeterdämmung |
Frosttiefe und regionale Besonderheiten in Österreich
Die frostfreie Gründung ist in Österreich eine der wichtigsten Anforderungen an jedes Fundament. Gefriert das Wasser im Boden unterhalb des Fundaments, dehnt es sich aus und kann das gesamte Bauwerk anheben oder verschieben. Dieser sogenannte Frosthub führt zu schwerwiegenden Bauschäden.
Die erforderliche Gründungstiefe richtet sich nach der regionalen Frosttiefe und variiert in Österreich erheblich:
- Wien, Burgenland, östliches Niederösterreich: 80 cm
- Oberösterreich, Steiermark (Flachland): 80 bis 100 cm
- Salzburg, Tirol, Kärnten (Tallagen): 100 bis 120 cm
- Hochgebirgslagen über 1.000 m: 120 bis 160 cm
Werden diese Mindestiefen nicht eingehalten, können Frostschäden bereits im ersten Winter auftreten. Die genaue Frosttiefe für den jeweiligen Standort kann beim zuständigen Bauamt oder einem Geotechniker erfragt werden.
Schalung: Material, Aufbau und Tipps
Die Schalung ist die temporäre Form, in die der Beton gegossen wird. Sie muss stabil genug sein, um dem erheblichen Druck des frischen Betons standzuhalten, und gleichzeitig maßgenau verarbeitet werden.
Schalungsmaterialien
Für Streifenfundamente kommen verschiedene Schalungssysteme in Frage:
- Holzschalung: Schalungsbretter (Fichte/Tanne, 24 mm) oder OSB-Platten, kostengünstig und flexibel einsetzbar
- Systemschalung: Wiederverwendbare Kunststoff- oder Metallschalungen, maßgenau und schnell aufzubauen
- Verlorene Schalung: Bleibt im Erdreich und dient als zusätzliche Wärmedämmung oder Abdichtung
Stabilitätsregeln
Die Schalung muss alle 50 cm mit Stützen gesichert werden. Gegenüberliegende Schalungswände werden mit Schraubzwingen oder Spanndraht verbunden, um ein Auseinanderdriften beim Betonieren zu verhindern. Die Oberkante der Schalung dient gleichzeitig als Höhenbezug und muss daher exakt waagerecht ausgerichtet sein.
Häufige Fehler beim Streifenfundament vermeiden
Fehler bei der Fundamentierung können schwerwiegende und teure Folgen haben. Die häufigsten Baufehler lassen sich mit dem richtigen Wissen vermeiden:
- Zu geringe Tiefe: Wird die Frosttiefe nicht erreicht, drohen Hebungen und Risse im gesamten Bauwerk. Immer die regionale Frosttiefe einhalten oder überschreiten.
- Fehlende Sauberkeitsschicht: Ohne die Schicht aus Magerbeton liegt die Bewehrung im Erdreich und korrodiert innerhalb weniger Jahre.
- Falsche Bewehrungsposition: Wird die Mindestüberdeckung von 5 cm nicht eingehalten, verliert die Bewehrung ihren Korrosionsschutz.
- Zu frühes Ausschalen: Das Entfernen der Schalung vor Ablauf von 7 Tagen kann zu Verformungen und Rissbildung führen.
- Unzureichende Verdichtung: Nicht verdichteter Beton enthält Lufteinschlüsse, die seine Festigkeit drastisch reduzieren. Ein Innenrüttler ist unerlässlich.
- Betonieren bei Frost: Bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius darf nicht betoniert werden. Gefrierender Beton verliert dauerhaft an Festigkeit.
- Betonieren bei starkem Regen: Wasser verdünnt den frischen Beton und verschlechtert das Wasser-Zement-Verhältnis. Die Oberfläche muss geschützt werden.
- Instabile Schalung: Gibt die Schalung unter dem Betondruck nach, entstehen Verformungen und Materialverlust. Stützen im Abstand von 50 cm sind Pflicht.
Baurecht und Genehmigungen in Österreich
In Österreich ist das Baurecht Ländersache, weshalb die Vorschriften je nach Bundesland variieren. Grundsätzlich gelten folgende Regeln für Fundamentarbeiten:
Genehmigungspflichtige Bauvorhaben
Für den Bau eines Einfamilienhauses ist ausnahmslos eine Baugenehmigung erforderlich. Dazu gehört auch eine statische Berechnung durch einen befugten Statiker oder Bauingenieur. Die Fundamentplanung ist integraler Bestandteil der Einreichplanung und muss den geltenden Normen entsprechen.
Nebengebäude und Gartenmauern
Bei Nebengebäuden wie Gartenhäusern, Garagen oder Gartenmauern variiert die Genehmigungspflicht je nach Bundesland erheblich. In manchen Ländern sind Gebäude bis zu einer bestimmten Grundfläche bewilligungsfrei, in anderen ist zumindest eine Bauanzeige erforderlich. Die Erkundigung beim zuständigen Gemeindeamt ist in jedem Fall ratsam.
Normen und Vorschriften
Streifenfundamente in Österreich müssen den Anforderungen der ÖNORM B 4430-1 (Erd- und Grundbau) sowie dem Eurocode 7 (Geotechnische Bemessung) entsprechen. Verstöße gegen Bauvorschriften können in Österreich mit Strafen von bis zu 300.000 EUR geahndet werden.
DIY-Tipps: Wann selber bauen und wann den Profi holen
Nicht jedes Streifenfundament erfordert zwingend eine Fachfirma. Bei kleineren Projekten können handwerklich versierte Heimwerker durchaus selbst Hand anlegen. Die entscheidende Frage ist: Wie groß ist das Bauvorhaben und welche Lasten muss das Fundament tragen?
Geeignet für Eigenleistung
- Gartenmauern und niedrige Stützmauern bis 1,2 m Höhe
- Gabionenzäune und Sichtschutzwände
- Kleine Gartenhäuser bis ca. 15 m² Grundfläche
- Gewächshäuser und Hochbeet-Einfassungen
Immer mit Fachfirma und Statiker
- Einfamilienhäuser und Wohngebäude
- Garagen mit gemauerten Wänden
- Stützmauern über 1,2 m Höhe
- Alle Bauvorhaben auf schwierigem Baugrund
Praktische Hinweise für Selbstbauer
Wer ein Streifenfundament in Eigenleistung errichtet, sollte folgende Tipps beachten:
- Transportbeton ist ab einer Menge von 0,5 m³ sinnvoll und wird direkt auf die Baustelle geliefert
- Ein Minibagger für den Erdaushub kann tageweise gemietet werden und spart enorm Zeit und Kraft
- Die 28-tägige Aushärtungszeit muss konsequent eingehalten werden, bevor volle Lasten aufgebracht werden
- Bei Gabionenzäunen empfiehlt sich ein Blick auf den Fundamentbau bei Pergolen, da ähnliche Grundsätze gelten
- Vorgefertigte Bewehrungskörbe aus dem Baustoffhandel erleichtern die Arbeit erheblich
Beton für Streifenfundamente: Festigkeitsklassen und Verarbeitung
Die Wahl der richtigen Betonfestigkeit ist entscheidend für die Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit des Fundaments. In Österreich werden für Streifenfundamente hauptsächlich zwei Festigkeitsklassen eingesetzt:
C20/25 - Standard für Wohngebäude
Beton der Klasse C20/25 (Druckfestigkeit 20 N/mm² Zylinder / 25 N/mm² Würfel) ist die Standardwahl für Streifenfundamente im Wohnungsbau. Er eignet sich für Einfamilienhäuser, Garagen und mittlere Belastungen.
C25/30 - Für höhere Anforderungen
Bei höheren Lasten, aggressiven Bodenverhältnissen oder besonderen statischen Anforderungen wird Beton C25/30 verwendet. Dieser bietet eine höhere Druckfestigkeit und bessere Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einflüsse im Erdreich.
Verarbeitungshinweise
Transportbeton wird in der Regel als Frischbeton mit einer Konsistenzklasse F3 (weich) bestellt. Diese Konsistenz lässt sich gut in die Schalung einbringen und verdichten. Bei beengten Verhältnissen oder komplizierten Fundamentgeometrien kann eine weichere Konsistenz (F4) sinnvoll sein. Selbstmischen sollte nur bei sehr kleinen Mengen unter 0,3 m³ in Betracht gezogen werden, da die gleichmäßige Qualität von Transportbeton deutlich überlegen ist.
Abdichtung und Schutzmaßnahmen
Ein Streifenfundament ist dauerhaft Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt. Ohne geeignete Abdichtung kann Wasser über das Fundament in das Mauerwerk aufsteigen und dort massive Feuchtigkeitsschäden verursachen.
Horizontalsperre
Auf der Oberkante des Fundaments wird eine Horizontalsperre eingebaut. Diese besteht typischerweise aus einer Bitumenbahn oder einer speziellen Dichtungsfolie. Sie verhindert den kapillaren Feuchtigkeitsaufstieg vom Fundament in die darüber liegende Wand.
Vertikale Abdichtung
Die Außenflächen des Fundaments, die im Erdreich liegen, werden mit einem Bitumenanstrich oder einer Dickbeschichtung versiegelt. Bei drückendem Wasser oder hohem Grundwasserstand sind aufwändigere Abdichtungssysteme erforderlich, deren Planung dem Statiker oder Bauphysiker obliegt.
Drainage
In Hanglagen oder bei bindigen Böden kann eine Ringdrainage um das Fundament sinnvoll sein. Drainagerohre werden unterhalb der Fundamentsohle in einem Kiesbett verlegt und leiten anfallendes Wasser kontrolliert ab.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie tief muss ein Streifenfundament in Österreich sein?
In Österreich muss ein Streifenfundament mindestens bis zur frostfreien Tiefe reichen. Im Flachland beträgt diese mindestens 80 cm, in Mittelgebirgslagen 100 bis 120 cm und im Hochgebirge bis zu 160 cm. Die Unterkante des Fundaments muss zwingend unterhalb der örtlichen Frostgrenze liegen, um Frostschäden durch Hebungen zu vermeiden.
Was kostet ein Streifenfundament pro Laufmeter?
Ein Streifenfundament kostet in Österreich zwischen 150 und 250 EUR pro Laufmeter in Eigenleistung und 180 bis 280 EUR pro Laufmeter bei Beauftragung einer Fachfirma. Für ein komplettes Einfamilienhaus mit ca. 44 Laufmetern Fundamentstreifen liegen die Gesamtkosten zwischen 6.600 und 12.500 EUR, zuzüglich ca. 1.500 EUR für den Statiker.
Kann ich ein Streifenfundament selber bauen?
Kleinere Projekte wie Gartenmauern, Gabionenzäune oder kleine Gartenhäuser können von handwerklich geschickten Heimwerkern selbst fundamentiert werden. Für Einfamilienhäuser, Garagen und tragende Konstruktionen ist hingegen immer ein Statiker und in der Regel eine Fachfirma erforderlich. Eine Baugenehmigung ist bei Wohngebäuden in jedem Fall Pflicht.
Welcher Beton wird für ein Streifenfundament verwendet?
Für Streifenfundamente wird in der Regel Beton der Festigkeitsklasse C20/25 verwendet, bei höheren Anforderungen C25/30. Die Sauberkeitsschicht unter dem Fundament besteht aus Magerbeton C8/10. Transportbeton ist ab einer Menge von 0,5 m³ empfehlenswert, da er eine gleichmäßigere Qualität als selbst gemischter Beton bietet.
Wie lange muss ein Streifenfundament aushärten?
Ein Streifenfundament ist nach ca. 48 Stunden begehbar. Nach 7 Tagen kann die Schalung entfernt und mit dem Weiterbau begonnen werden. Die volle Nennfestigkeit erreicht der Beton erst nach 28 Tagen. Während der gesamten Aushärtungszeit muss der Beton vor Frost, direkter Sonneneinstrahlung und starkem Regen geschützt werden.
Braucht ein Streifenfundament immer eine Bewehrung?
Bei tragenden Konstruktionen ist eine Bewehrung aus Betonstahl B500 zwingend erforderlich. Sie nimmt die Zugkräfte auf, die im Beton entstehen, und verhindert Rissbildung. Verwendet werden Längsstäbe mit 10 bis 12 mm Durchmesser und Bügel mit 6 bis 8 mm Durchmesser. Die Mindestbetonüberdeckung der Bewehrung muss allseitig 5 cm betragen.
Was ist der Unterschied zwischen Streifenfundament und Bodenplatte?
Ein Streifenfundament verläuft nur unter den tragenden Wänden und benötigt weniger Material und Beton. Eine Bodenplatte (Fundamentplatte) erstreckt sich über die gesamte Grundfläche des Gebäudes und verteilt die Lasten flächig. Die Bodenplatte eignet sich besser bei schwierigen Bodenverhältnissen, ist aber deutlich teurer (250 bis 350 EUR pro m² gegenüber 150 bis 250 EUR pro Laufmeter beim Streifenfundament).
