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Poolwasser grün - Ursachen, Soforthilfe und dauerhafte Vorbeugung

35 Grad Außentemperatur, das erste freie Wochenende seit drei Wochen - und der Pool schimmert grün wie ein Froschteich. Das passiert schneller als die meisten Poolbesitzer glauben: Zwei Tage mit zu wenig Chlor bei Hitze reichen aus, und Algen übernehmen das Becken. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Reihenfolge und den korrekten Dosierungen ist das Wasser in 2 bis 5 Tagen wieder klar. Die schlechte: Wer den falschen Schritt zuerst macht, verschwendet Zeit und Chemie.

Warum wird Poolwasser grün?

Grünes Poolwasser bedeutet fast immer eines: Algenbefall. Mikroskopisch kleine Algensporen gelangen über Wind, Regen, Badegäste und Gartenlaub ins Becken. Dort warten sie auf ihre Chance. Und die kommt, sobald die Wasserpflege für kurze Zeit aus dem Gleichgewicht gerät.

Drei Faktoren müssen zusammenkommen, damit Algen explodieren:

  • Zu wenig Desinfektionsmittel: Fällt der freie Chlorwert unter 0,3 mg/l, verliert das Wasser seine Schutzwirkung gegen Algen.
  • Falsche Wasserchemie: Ein pH-Wert außerhalb des Bereichs von 7,0 bis 7,4 reduziert die Wirkung von Chlor massiv. Bei pH 8,0 wirken nur noch rund 20 Prozent des eingesetzten Chlors.
  • Wärme und Licht: Ab 20 Grad Wassertemperatur beginnt Algenwachstum, ab 25 Grad beschleunigt es sich rasant. Direkte Sonneneinstrahlung baut gleichzeitig das vorhandene Chlor ab.

Weitere Auslöser: Phosphatwerte über 0,1 mg/l (Algennahrung), eine zu kurze Filterlaufzeit, ein verschmutzter oder verstopfter Filter und das Einschleppen von Nährstoffen durch Sonnencreme, Schweiß und organisches Material.

Drei Algenarten - und warum der Unterschied wichtig ist

Nicht jede Alge lässt sich gleich bekämpfen. Wer die Art kennt, wählt die richtige Dosierung.

Grünalgen sind der mit Abstand häufigste Befall. Sie färben das Wasser gleichmäßig grün und bilden einen glitschigen Film auf Wänden und Boden. Eine Standarddosierung bei der Stoßchlorung reicht in der Regel aus.

Gelbalgen (Senfalgen) setzen sich als gelblich-braune Flecken an schattigen Beckenstellen ab. Sie sind teilweise chlorresistent und erfordern die dreifache Dosierung einer normalen Stoßchlorung. Gelbalgen überleben außerdem auf Poolzubehör - Bürsten, Schläuche und Spielzeug müssen deshalb mitbehandelt werden.

Schwarzalgen bilden dunkle, fest haftende Punkte auf rauen Oberflächen wie Beton und Fugenmörtel. Sie entwickeln Wurzeln, die in die Oberfläche eindringen. Die vierfache Chlordosis und intensives mechanisches Abbürsten sind nötig. In schweren Fällen hilft nur ein Fachbetrieb oder das Ablassen des Wassers.

Grünes Poolwasser in 6 Schritten beseitigen

Die Reihenfolge ist entscheidend. Chlor ins Wasser kippen, ohne vorher den pH-Wert zu korrigieren, ist rausgeworfenes Geld. So geht es richtig.

Schritt 1: Mechanisch reinigen

Mit dem Kescher groben Schmutz von der Oberfläche entfernen. Dann Beckenwände und Boden mit einer Poolbürste kräftig abbürsten. Das löst den Algenfilm und wirbelt die Sporen ins Wasser auf, wo das Chlor sie später erreichen kann.

Beim Absaugen mit dem Bodensauger einen wichtigen Punkt beachten: Die Alge ist feiner als der Sand im Filter. Bei starkem Befall den Bodensauger auf Entleerung statt Filterbetrieb stellen, damit die Algen nicht durch den Filter zurück ins Becken gelangen.

Schritt 2: Filter rückspülen und laufen lassen

Sandfilter mindestens 3 Minuten rückspülen, bis das abfließende Wasser klar ist. Kartuschenfilter gründlich ausspülen oder die Kartusche tauschen. Danach die Filteranlage für mindestens 12 Stunden durchlaufen lassen.

Schritt 3: pH-Wert korrigieren

Hier scheitern die meisten. Ohne korrekten pH-Wert ist jede Chlorung sinnlos.

Zielwert: 7,0 bis 7,4. Optimal: 7,2. Messen, korrigieren, 12 Stunden warten, erneut messen. Erst wenn der pH-Wert stabil im Zielbereich liegt, kommt der nächste Schritt.

Schritt 4: Stoßchlorung durchführen

Dosierung: 20 g schnelllösliches Chlorgranulat pro Kubikmeter Wasser. Für einen Pool mit 10 m3 sind das 200 g. Bei starkem Algenbefall (dunkelgrünes, trübes Wasser) die doppelte Menge verwenden.

Drei Regeln für die Stoßchlorung:

  • Abends durchführen. UV-Strahlung baut Chlor ab. Nachts hat das Chlor 8 bis 10 Stunden ungestört Wirkzeit.
  • Granulat vorher in warmem Wasser auflösen. Direkt ins Becken geschüttetes Granulat sinkt auf den Boden und kann Bleichflecken auf der Poolfolie hinterlassen.
  • An der Einströmdüse einbringen. So verteilt sich das Chlor durch die Strömung gleichmäßig im Becken.

Ziel: Der freie Chlorwert soll nach der Stoßchlorung bei etwa 3,0 mg/l liegen. Baden ist erst wieder möglich, wenn der Wert unter 1,5 mg/l gefallen ist - in der Regel nach 24 bis 48 Stunden.

Schritt 5: Flockungsmittel einsetzen (nur bei Sandfiltern)

Flockungsmittel bindet feine Schwebeteilchen zu größeren Flocken, die der Filter auffangen kann. Dosierung: 15 bis 20 ml pro Kubikmeter Wasser.

Bei Kartuschenfiltern Flockungsmittel nicht verwenden. Die gebundenen Partikel verstopfen die feine Filterkartusche innerhalb von Stunden.

Bei massivem Algenbefall die Flockmittelmenge auf 100 g pro 10 m3 erhöhen, direkt auf die Wasseroberfläche geben, Pumpe ausschalten und 12 bis 16 Stunden setzen lassen. Die abgesetzten Flocken danach über den Bodensauger auf Entleerung absaugen.

Schritt 6: Filter 24 bis 48 Stunden durchlaufen lassen

Jetzt arbeitet die Technik. Die Filteranlage muss in dieser Phase ununterbrochen laufen. Alle 6 bis 8 Stunden den Filter rückspülen, da er sich mit abgetöteten Algen zusetzt. Nach 2 bis 5 Tagen sollte das Wasser klar sein.

Wenn das Wasser nach 5 Tagen immer noch trüb oder grün ist: pH-Wert und Chlorwert erneut prüfen und die Stoßchlorung wiederholen. Bei einem komplett umgekippten Pool - dunkelgrün, fauliger Geruch, kein Boden mehr sichtbar - ist ein kompletter Wasserwechsel oft die schnellere und günstigere Lösung.

Poolwand wird mit Beckenbuerste von Algenbelag gereinigt

pH-Wert verstehen und korrekt einstellen

Der pH-Wert ist der Dreh- und Angelpunkt der Poolchemie. Stimmt er nicht, funktioniert nichts anderes.

Bei einem pH-Wert von 7,2 wirkt Chlor mit maximaler Effizienz. Steigt der Wert auf 7,8, sinkt die Desinfektionswirkung auf unter 30 Prozent. Das erklärt, warum manche Poolbesitzer das Chlor scheinbar literweise nachschütten und trotzdem grünes Wasser haben.

pH-Wert zu hoch? pH-Minus verwenden und nach Herstellerangabe dosieren. pH-Wert zu niedrig? pH-Plus einsetzen.

Messrhythmus: Mindestens einmal pro Woche. Bei Hitzeperioden über 30 Grad und starker Poolnutzung 2- bis 3-mal pro Woche. Nach starkem Regen immer sofort messen, da Regenwasser den pH-Wert verschiebt.

Freies Chlor, gebundenes Chlor - der entscheidende Unterschied

Viele Poolbesitzer messen den Chlorwert, sehen einen Wert im grünen Bereich und wundern sich trotzdem über Algen. Der Grund: Sie messen das falsche Chlor.

Freies Chlor ist der aktive Wirkstoff. Es desinfiziert das Wasser und tötet Algen ab. Der Idealwert liegt bei 0,5 bis 1,0 mg/l. Bei hohen Temperaturen oder starker Nutzung besser 0,7 bis 1,2 mg/l.

Gebundenes Chlor (Chloramine) ist verbrauchtes Chlor. Es hat seine Desinfektionsarbeit bereits geleistet und ist wirkungslos. Gebundenes Chlor ist für den typischen Schwimmbadgeruch verantwortlich und verursacht rote Augen und Hautreizungen. Ein Pool, der stark nach Chlor riecht, hat nicht zu viel Chlor - er hat zu wenig freies und zu viel gebundenes Chlor.

Der Gesamtchlorwert abzüglich des freien Chlors ergibt den gebundenen Anteil. Liegt der gebundene Chlorwert über 0,5 mg/l, ist eine Stoßchlorung fällig, um die Chloramine aufzubrechen.

Filteranlage - Sandfilter vs. Kartuschenfilter

Die Filteranlage ist das Herz der Poolpflege. Wer sie vernachlässigt, kämpft dauerhaft mit Wasserproblemen.

Sandfilter sind der Standard für Pools ab 10 m3. Ihre Stärke: Sie lassen sich rückspülen. Verschmutztes Filtermaterial wird einfach in umgekehrter Richtung durchspült und über den Abwasserkanal entsorgt. Außerdem ist der Einsatz von Flockungsmittel möglich, was die Filterleistung bei Trübungen deutlich verbessert.

Kartuschenfilter filtern feiner als Sandfilter, können aber nicht rückgespült werden. Die Kartusche muss regelmäßig herausgenommen und gereinigt oder getauscht werden. Flockungsmittel ist tabu.

Wie lang muss der Filter laufen?

Die Faustformel: Das gesamte Poolvolumen sollte mindestens zweimal pro Tag durch den Filter laufen.

Rechenbeispiel: Ein Pool mit 35 m3 und einer Filterpumpe mit 8 m3/h Leistung braucht (35 x 2) / 8 = 8,75 Stunden Filterlaufzeit pro Tag. In der Praxis bedeutet das 8 bis 12 Stunden tägliche Laufzeit. Bei Algenbefall: 24 Stunden nonstop, Rückspülung alle 6 bis 8 Stunden.

Rückspülung im Normalbetrieb: Einmal pro Woche für 3 Minuten, oder wenn der Manometer am Filter einen Druckanstieg von 0,3 bis 0,5 bar über dem Normalwert zeigt.

Poolwasser-Test mit Teststreifen und Farbvergleichsskala am Beckenrand

Pool nach dem Winter öffnen - so vermeiden Sie den grünen Schock

Der Klassiker: Im Mai wird die Abdeckung entfernt, und darunter wartet ein grüner Sumpf. Mit der richtigen Reihenfolge beim Pool-Auswintern zum Saisonstart lässt sich das vermeiden.

  1. Abdeckung reinigen, bevor sie abgenommen wird. Schmutz von der Winterplane darf nicht ins Becken fallen.
  2. Wasserstand auffüllen bis zur Mitte des Skimmers.
  3. Filteranlage starten und rückspülen.
  4. pH-Wert messen und auf 7,0 bis 7,4 einstellen.
  5. Stoßchlorung durchführen - die volle Dosis von 20 g/m3.
  6. Algizid in doppelter Dosis hinzufügen.
  7. Flockungsmittel einsetzen (bei Sandfiltern).
  8. Filteranlage 48 Stunden durchlaufen lassen.

Wer im Herbst korrekt eingewintert hat - Stoßchlorung, Algizid, Winterplane - findet im Frühjahr deutlich weniger Algen vor. Trotzdem: Ein kompletter Wassertausch beim Saisonstart ist bei stark verschmutztem Überwinterungswasser oft sinnvoller als der Versuch, altes Wasser aufzubereiten.

Hausmittel gegen grünes Poolwasser - was funktioniert und was nicht

Im Internet kursieren zahlreiche Tipps mit Hausmitteln. Die meisten sind wirkungslos, manche sogar gefährlich.

Essig - nur für Zubehör, nie ins Becken

Essig senkt zwar den pH-Wert (etwa 1 Liter pro 10 m3 senkt den Wert um ca. 0,2), aber im Poolwasser hat er nichts verloren. Der Grund: Essig in Kombination mit Chlor kann giftige Chlorgase freisetzen. Essig eignet sich ausschließlich zur Reinigung von Poolzubehör wie Skimmerkörben oder Pumpendeckeln.

Backpulver - stabilisiert nur den pH-Wert

Backpulver (Natriumhydrogencarbonat) erhöht die Alkalinität des Wassers und kann einen zu niedrigen pH-Wert leicht anheben. Gegen Algen ist es wirkungslos. Wer gezielt die Alkalinität stabilisieren will, ist mit einem dafür vorgesehenen Mittel besser bedient.

Vitamin C - nur bei Metallfärbung

Ascorbinsäure (Vitamin C) kann tatsächlich grün-bräunliche Verfärbungen beseitigen - allerdings nur, wenn die Färbung von gelösten Metallen wie Eisen oder Kupfer stammt, nicht von Algen. Wer nach dem Befüllen mit Brunnenwasser eine grünliche Verfärbung feststellt, kann Vitamin C versuchen. Gegen echten Algenbefall hilft es nicht.

Teebaumöl, Kaffeesatz, Zitronensäure

Unwirksam. Teebaumöl löst sich nicht in Wasser und bildet einen Film auf der Oberfläche. Kaffeesatz liefert den Algen sogar zusätzliche Nährstoffe. Zitronensäure senkt den pH-Wert, wird aber von Chlor neutralisiert und hat null Wirkung gegen Algen.

Wassertests - welche Methode liefert brauchbare Ergebnisse

Ohne verlässliche Messwerte ist Poolpflege Blindflug. Drei Testmethoden stehen zur Wahl.

Methode Genauigkeit Kosten Geeignet für
Teststreifen Orientierung 10 - 15 Euro (50 Stk.) Schnellcheck zwischendurch
DPD-Tabletten-Tester Gut 15 - 30 Euro Regelmäßige Kontrolle
Elektronischer Tester Sehr gut ab 50 Euro Präzise Dauerüberwachung

Teststreifen liefern schnelle Ergebnisse, sind aber ungenau. Die Farbablesung ist subjektiv, und Lagerung bei Hitze oder Feuchtigkeit verfälscht die Ergebnisse zusätzlich. Für die wöchentliche Kontrolle taugen sie, für die Feinabstimmung nach einer Stoßchlorung nicht.

DPD-Tabletten-Tester (Diethyl-p-phenylendiamin) messen freies und gebundenes Chlor separat. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber Teststreifen, die nur den Gesamtchlorwert anzeigen. Für die meisten Privatpools die beste Wahl.

Elektronische Tester liefern exakte Digitalwerte, sind aber empfindlich und müssen regelmäßig kalibriert werden.

Wie oft welchen Wert messen?

  • pH-Wert: 2- bis 3-mal pro Woche
  • Freies Chlor: 2- bis 3-mal pro Woche
  • Alkalinität: Einmal pro Woche (Zielwert 80 - 120 mg/l)
  • Cyanursäure: Einmal pro Monat (Zielwert 30 - 50 mg/l, stabilisiert Chlor gegen UV-Abbau)

Alternativen zu Chlor

Chlor ist nicht die einzige Option zur Pooldesinfektion. Drei Alternativen haben sich in der Praxis bewährt.

Aktivsauerstoff ist sanfter zu Haut und Augen als Chlor. Der Zielwert liegt bei 5,0 mg/l. Nachteil: Aktivsauerstoff baut sich schneller ab als Chlor und erfordert häufigeres Nachdosieren. Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen reicht die Desinfektionskraft allein oft nicht aus. Eine Kombination mit einem Algizid ist empfehlenswert.

Brom wirkt auch bei höherem pH-Wert effektiv und eignet sich besonders für Whirlpools und Innenpools. Im Außenpool ist Brom weniger verbreitet, weil es deutlich teurer ist als Chlor und durch UV-Strahlung ebenfalls abgebaut wird.

Salzelektrolyse erzeugt Chlor direkt im Pool aus gelöstem Salz. Dafür werden 3 bis 4 g Salz pro Liter Wasser benötigt - bei einem 10-m3-Pool also rund 40 kg Salz. Das Salz kostet etwa 12 Euro pro Saison und muss nur bei Wasserwechsel nachgefüllt werden. Die Anschaffung der Elektrolyseanlage liegt bei 500 bis 2.000 Euro, aber die laufenden Kosten sind minimal und das Wasser fühlt sich angenehm weich an.

Vorbeugung - damit der Pool gar nicht erst grün wird

Algenbekämpfung ist aufwändig. Vorbeugung ist einfach. Sieben Maßnahmen, die zusammen weniger als 30 Minuten pro Woche kosten.

  1. Wasserwerte 2- bis 3-mal pro Woche messen. pH-Wert und Chlor sind die zwei kritischen Werte. Wer sie im Griff hat, bekommt fast nie Algen.
  2. Poolabdeckung verwenden. Eine Abdeckplane hält Laub, Insekten und UV-Strahlung fern. Das reduziert den Chlorverbrauch und die Algennahrung gleichzeitig.
  3. Vor dem Baden duschen. Sonnencreme, Schweiß und Körperfett belasten das Wasser und verbrauchen Chlor.
  4. Laub und Schmutz sofort entfernen. Organisches Material im Wasser ist Phosphat - und Phosphat ist Algendünger.
  5. Algizid wöchentlich zugeben. Die Standarddosis laut Herstellerangabe wirkt vorbeugend. Das ersetzt nicht die Chlorung, ergänzt sie aber sinnvoll.
  6. Filteranlage mindestens 8 Stunden pro Tag laufen lassen. Im Hochsommer eher 10 bis 12 Stunden.
  7. Freies Chlor konstant bei 0,5 bis 1,0 mg/l halten. Nie unter 0,3 mg/l sinken lassen.

Wer einen Swimmingpool im Garten plant, sollte diese laufenden Pflegekosten und den Zeitaufwand von Anfang an einkalkulieren. Ein Pool ist kein Gartenteich - er braucht regelmäßige Aufmerksamkeit.

Was kostet die Poolchemie pro Saison?

Die laufenden Kosten für Wasseraufbereitung überraschen viele Poolbesitzer. Hier die realistischen Zahlen für einen Pool mit 30 bis 50 m3 Volumen (Stand April 2026).

Position Kosten pro Saison
Chlorgranulat / Chlortabletten 40 - 80 Euro
pH-Regulierung (pH-Minus / pH-Plus) 20 - 40 Euro
Algizid 15 - 30 Euro
Flockungsmittel 10 - 20 Euro
Testmittel (Streifen oder Tabletten) 15 - 30 Euro
Sonstige (Filterreiniger, Randreiniger) 10 - 30 Euro
Gesamt Chemie 100 - 300 Euro

Dazu kommen Stromkosten für die Filteranlage (150 - 400 Euro/Saison), Frischwasser zum Nachfüllen (50 - 150 Euro) und gegebenenfalls Heizkosten. Die Gesamtbetriebskosten eines Pools liegen bei 500 bis 2.500 Euro pro Jahr - je nach Größe, Ausstattung und Nutzungsintensität.

Zum Vergleich: Wer auf Salzelektrolyse umsteigt, spart bei der Chemie massiv. 40 kg Salz kosten rund 12 Euro und reichen eine ganze Saison. Der pH-Wert muss trotzdem manuell reguliert werden.

Die Wasserversorgung spielt ebenfalls eine Rolle. Wer Regenwasser über eine Zisterne nutzt, spart zwar Leitungswasserkosten beim Nachfüllen, muss aber beachten, dass Regenwasser einen niedrigeren pH-Wert und potenziell höhere Phosphatwerte mitbringt.

Grünes Wasser trotz Chlor - die vier häufigsten Ursachen

Chlor ist drin, der Teststreifen zeigt grün - und trotzdem bleibt das Wasser grün. Vier Ursachen erklären dieses frustrierende Phänomen.

1. pH-Wert zu hoch. Das ist der häufigste Grund. Bei pH 7,8 und höher ist Chlor nahezu wirkungslos, egal wie viel davon im Wasser ist. Immer zuerst den pH-Wert korrigieren.

2. Zu hohe Cyanursäure. Cyanursäure stabilisiert Chlor gegen UV-Abbau - das ist erwünscht. Aber ab einem Wert von 100 mg/l blockiert sie die Desinfektionswirkung. Cyanursäure lässt sich nicht chemisch abbauen. Die einzige Lösung: Teilwasserwechsel.

3. Gebundenes Chlor statt freies Chlor. Der Teststreifen zeigt den Gesamtchlorwert. Wenn der größte Teil davon gebundenes Chlor ist, fehlt die Desinfektionswirkung trotz eines scheinbar guten Gesamtwerts. Ein DPD-Tester, der freies und gebundenes Chlor separat misst, schafft Klarheit.

4. Zu kurze Filterlaufzeit. Chlor allein reicht nicht. Ohne ausreichende Umwälzung erreicht das Desinfektionsmittel nicht alle Beckenbereiche. Mindestens 8 Stunden Filterlaufzeit pro Tag, bei Problemen 12 Stunden oder mehr.

Wann ist Baden im grünen Pool gefährlich?

Eine leichte Grünfärbung ist kein Gesundheitsrisiko. Algen selbst sind für den Menschen nicht giftig. Aber der Algenschleim ist rutschig und erhöht die Unfallgefahr auf Stufen und Leitern erheblich.

Kritisch wird es, wenn das Wasser dunkelgrün und stark getrübt ist. In diesem Stadium siedeln sich neben den Algen auch Bakterien und andere Krankheitserreger an. Wenn der Boden des Beckens nicht mehr sichtbar ist, sollte niemand mehr ins Wasser gehen.

Ein weiteres Warnsignal: Fauliger Geruch. Ein Pool, der unangenehm riecht, ist umgekippt. Hier hilft kein Nachdosieren mehr - das Wasser muss komplett getauscht werden.

Poolpflege-Checkliste für die Saison

Die folgende Tabelle fasst alle Routineaufgaben zusammen. Ausdrucken und am Technikschrank befestigen.

Aufgabe Häufigkeit Zielwert
pH-Wert messen 2 - 3x pro Woche 7,0 - 7,4
Freies Chlor messen 2 - 3x pro Woche 0,5 - 1,0 mg/l
Alkalinität messen 1x pro Woche 80 - 120 mg/l
Cyanursäure messen 1x pro Monat 30 - 50 mg/l
Skimmerkorb leeren Täglich -
Beckenwände bürsten 1x pro Woche -
Filter rückspülen 1x pro Woche 3 min
Algizid zugeben 1x pro Woche Lt. Herstellerangabe
Stoßchlorung Alle 2 - 4 Wochen 3,0 mg/l Ziel
Komplettwerte prüfen 1x pro Monat Alle Parameter

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis grünes Poolwasser wieder klar wird?

Bei leichtem Algenbefall (hellgrüne Färbung) dauert die Behandlung mit Stoßchlorung und Filterung 2 bis 3 Tage. Bei mittlerem Befall 3 bis 5 Tage. Bei einem komplett umgekippten Pool mit dunkelgrünem, trübem Wasser kann es 1 bis 2 Wochen dauern - oder ein kompletter Wasserwechsel ist die schnellere Lösung. Entscheidend ist, dass die Filteranlage in dieser Zeit ununterbrochen läuft und alle 6 bis 8 Stunden rückgespült wird.

Wie viel Chlor brauche ich für eine Stoßchlorung?

Die Standarddosierung beträgt 20 g schnelllösliches Chlorgranulat pro Kubikmeter Poolwasser. Für einen Pool mit 10 m3 Volumen sind das 200 g. Bei starkem Algenbefall die doppelte Menge verwenden. Das Granulat vorher in einem Eimer mit warmem Wasser auflösen und abends bei der Einströmdüse zugeben. Das Ziel ist ein freier Chlorwert von 3,0 mg/l. Baden ist erst unter 1,5 mg/l wieder möglich.

Kann ich mit Hausmitteln grünes Poolwasser behandeln?

Nein, zumindest nicht wirksam gegen Algen. Essig senkt zwar den pH-Wert, darf aber wegen der Gefahr giftiger Chlorgase nie ins gechlorte Poolwasser gegeben werden. Backpulver stabilisiert die Alkalinität, wirkt aber nicht gegen Algen. Vitamin C hilft nur bei Grünfärbungen durch gelöste Metalle (Eisen, Kupfer), nicht bei Algen. Teebaumöl und Kaffeesatz sind wirkungslos. Für echten Algenbefall führt kein Weg an Chlor oder Aktivsauerstoff vorbei.

Warum bleibt mein Pool grün obwohl genug Chlor drin ist?

Die vier häufigsten Ursachen: Erstens ein zu hoher pH-Wert - bei pH 7,8 und höher wirkt Chlor kaum noch. Zweitens zu viel Cyanursäure (über 100 mg/l), die die Chlorwirkung blockiert. Drittens wird gebundenes statt freies Chlor gemessen - nur freies Chlor desinfiziert. Viertens eine zu kurze Filterlaufzeit, sodass das Chlor nicht alle Beckenbereiche erreicht. Immer zuerst den pH-Wert korrigieren und mit einem DPD-Tester das freie Chlor separat messen.

Ist Baden in leicht grünem Poolwasser gesundheitsschädlich?

Bei einer leichten Grünfärbung besteht kein direktes Gesundheitsrisiko, da Algen selbst nicht giftig sind. Allerdings ist der Algenschleim rutschig und erhöht die Unfallgefahr auf Stufen und Leitern. Bei dunkelgrünem, stark getrübem Wasser, in dem der Poolboden nicht mehr sichtbar ist, haben sich neben Algen auch Bakterien und Keime angesiedelt. In diesem Fall sollte niemand mehr ins Wasser gehen, bis die Behandlung abgeschlossen ist.

Wie oft sollte ich eine Stoßchlorung durchführen?

Im Normalbetrieb alle 2 bis 4 Wochen, um gebundenes Chlor (Chloramine) aufzubrechen und das Wasser gründlich zu desinfizieren. Bei besonderen Anlässen sofort: nach einer Pool-Party mit vielen Badegästen, nach starkem Regen, nach dem Saisonstart im Frühjahr und natürlich beim ersten Anzeichen von Algenbefall. Die Stoßchlorung immer abends durchführen, da UV-Strahlung das Chlor tagsüber schnell abbaut.

Welche Poolchemie-Kosten kommen pro Jahr auf mich zu?

Für einen Pool mit 30 bis 50 m3 Volumen liegen die reinen Chemiekosten bei 100 bis 300 Euro pro Saison (Chlor, pH-Regulierung, Algizid, Flockungsmittel, Testmittel). Die Gesamtbetriebskosten inklusive Strom für die Filteranlage, Frischwasser und eventueller Heizung betragen 500 bis 2.500 Euro pro Jahr. Bei Salzelektrolyse sinken die laufenden Chemiekosten auf etwa 12 Euro pro Saison für das Salz, plus pH-Regulierung.