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Fliegengitter Fenster - Alle Systeme, Gewebe und Kosten im Vergleich

780.000 Suchanfragen pro Jahr allein im deutschsprachigen Raum - und trotzdem kaufen die meisten Menschen ihr Fliegengitter blind im Baumarkt. Das Ergebnis: ein Netz, das nach einer Saison durchhängt, Klettband, das Rückstände am Rahmen hinterlässt, und ein Austausch, der alle zwei Jahre fällig wird. Dabei kostet ein maßgeschneiderter Spannrahmen nach vier Jahren weniger als die vermeintlich günstige Baumarktlösung.

Zwischen dem einfachen Magnetgitter um 15 Euro und der motorisierten Schiebeanlage für über 1.000 Euro liegen Welten - an Komfort, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit. Wer sich vor dem Kauf zwanzig Minuten Zeit nimmt, spart über die Jahre hunderte Euro und ärgert sich nicht jeden Sommer über schlecht sitzende Netze.

Welche Fliegengitter-Systeme gibt es?

Der Markt bietet sechs grundlegend verschiedene Konstruktionsprinzipien. Jedes hat seinen idealen Einsatzort - und Situationen, in denen es schlicht die falsche Wahl wäre.

Spannrahmen mit Federstiften

Der Klassiker. Ein Aluminiumrahmen wird mit federgelagerten Stiften direkt in die Fensterlaibung gedrückt. Keine Schraube, kein Kleber, keine Rückstände beim Entfernen. Der Rahmen sitzt durch Federspannung bombenfest und lässt sich zum Fensterputzen in Sekunden herausnehmen.

Spannrahmen eignen sich für praktisch jedes Standard-Dreh-Kipp-Fenster. Einzige Einschränkung: Das Fenster lässt sich bei montiertem Gitter nur kippen, nicht drehen. Wer regelmäßig in Drehstellung lüftet, braucht eine andere Lösung.

Preislich starten Spannrahmen nach Maß bei etwa 50 Euro für kleine Fenster. Für Standardgrößen um 100 x 120 cm liegen die Kosten bei 150 bis 220 Euro pro Stück inklusive Montage.

Drehrahmen mit Scharnieren

Der Drehrahmen wird wie ein kleines Fenster mit Scharnieren am Blendrahmen befestigt und lässt sich aufschwingen. Das ermöglicht uneingeschränkten Zugang zum Fenster - Blumen gießen, Fensterbank wischen, Fenster in Drehstellung öffnen. Eine Magnetverriegelung hält den Rahmen geschlossen.

Die Montage erfordert allerdings eine Verschraubung am Fensterrahmen. In Mietwohnungen bedeutet das: vorher den Vermieter fragen. Preislich liegen Drehrahmen nach Maß bei 275 bis 365 Euro.

Insektenschutz-Rollo

Das Gewebe rollt sich in einer schlanken Aluminiumkassette auf, die am oberen Fensterrahmen montiert wird. Bei Bedarf zieht man das Rollo herunter, ansonsten verschwindet es unsichtbar in der Kassette. Seitliche Bürstenführungen halten das Gewebe auch bei leichtem Wind in Position.

Rollos eignen sich hervorragend für Fenster, die man nicht dauerhaft mit einem Gitter versehen will - etwa an der Straßenseite oder bei Fenstern, die im Winter komplett frei sein sollen. Kosten: 120 bis 362 Euro je nach Größe und Ausstattung.

Plissee (Faltstore)

Das Plissee funktioniert nach dem Ziehharmonika-Prinzip. Das Gewebe faltet sich in schmalen Lamellen zusammen und lässt sich stufenlos in jede gewünschte Position schieben. Bei voller Öffnung verschwindet es in einem nur wenige Zentimeter breiten Paket.

Der große Vorteil: Plissees sind schwellenlos und damit barrierefrei. Für bodentiefe Fenster und Terrassentüren, durch die ein Rollstuhl oder Rollator fahren muss, gibt es keine bessere Lösung. Plissee-Anlagen decken Flächen bis zu 9 m2 ab. Kosten: 100 bis 350 Euro.

Schieberahmen

Der Schieberahmen läuft auf Laufschienen parallel zur Fassade und eignet sich für große Hebe-Schiebe-Türen und breite Fensterelemente. Ein- oder zweiflügelige Ausführungen sind möglich. Softclose-Mechanismen und Fußbedienung gehören bei hochwertigen Modellen zur Standardausstattung.

Die Entscheidung zwischen Dreh- und Schiebetür hängt primär vom verfügbaren Platz ab. Wo kein Raum zum Aufklappen ist - etwa bei einem Balkongeländer direkt vor der Tür - führt kein Weg am Schiebesystem vorbei. Preise starten bei 600 Euro und erreichen bei großflächigen Anlagen über 1.000 Euro.

Pendeltür

Die Pendeltür öffnet in beide Richtungen und schließt sich durch einen integrierten Türschließer automatisch. Wer regelmäßig mit vollen Händen durch die Terrassentür geht, schätzt diesen Mechanismus. Ein Magnetverschluss arretiert die Tür in geschlossenem Zustand, höhenverstellbare Scharniere gleichen Bodenunebenheiten aus. Ab 370 Euro.

Magnetrahmen und Klettband

Für alle, die unter 25 Euro bleiben wollen oder nur eine temporäre Lösung brauchen: Magnetrahmen haften durch selbstklebende Magnetstreifen am Fensterrahmen, Klettbandlösungen fixieren ein zugeschnittenes Netz mit Klebevlies. Beides ist in Minuten montiert und funktioniert eine bis zwei Saisons. Danach lässt die Klebkraft nach, und die Ecken stehen ab.

Fliegengitter-Systeme im Kostenvergleich

Die folgende Tabelle zeigt die realistischen Kosten für maßgefertigte Systeme in Österreich (Stand April 2026). Baumarkt-Standardware liegt deutlich darunter, hält aber auch deutlich kürzer.

System Preisspanne Lebensdauer Ideal für
Magnetrahmen / Klettband 15 - 25 Euro 1 - 2 Jahre Temporärer Schutz, Mietwohnung
Spannrahmen 50 - 225 Euro 10 - 15 Jahre Standard-Dreh-Kipp-Fenster
Insektenschutz-Rollo 120 - 362 Euro 8 - 12 Jahre Fenster mit Sichtanspruch
Plissee 100 - 350 Euro 8 - 12 Jahre Bodentiefe Fenster, barrierefrei
Drehrahmen 275 - 365 Euro 15 - 20 Jahre Häufiger Zugang zum Fenster nötig
Pendeltür ab 370 Euro 15 - 20 Jahre Terrassentüren, Balkontüren
Schieberahmen 600 - 1.000+ Euro 15 - 20 Jahre Hebe-Schiebe-Türen, große Elemente

Verschiedene Fliegengitter-Gewebearten im direkten Vergleich auf einer Holzoberfläche

Gewebearten - das Material macht den Unterschied

Der Rahmen ist nur die halbe Miete. Das Gewebe entscheidet darüber, wie viel Licht und Luft ins Zimmer gelangt, wie lange das Gitter hält und ob es auch gegen Pollen schützt. Sechs Gewebetypen dominieren den Markt.

Fiberglas Standard

Das mit Abstand häufigste Gewebe. Fiberglas ist flexibel, UV-beständig und in der Herstellung günstig. Die Fadenstärke liegt bei 0,33 mm, die Maschenweite bei 1,41 x 1,58 mm. Das ergibt eine offene Fläche von rund 60 Prozent - spürbar weniger als bei Premium-Geweben. Lebensdauer: 7 bis 10 Jahre.

Fiberglas ist die richtige Wahl für alle, die einen soliden Insektenschutz ohne Sonderwünsche brauchen. Die geringere Luftdurchlässigkeit fällt bei einzelnen Fenstern kaum auf, kann aber in Räumen mit vielen vergitterten Fenstern die Durchlüftung merklich reduzieren.

Fiberglas feinmaschig

Gleiche Materialbasis wie Standard-Fiberglas, aber mit engerer Maschenstruktur. Das feinmaschige Gewebe bietet besseren Schutz gegen sehr kleine Insekten wie Kriebelmücken und No-See-Ums. Die offene Fläche liegt bei etwa 69 Prozent - ein guter Kompromiss zwischen Schutz und Durchlässigkeit.

Edelstahl V4A

Edelstahlgewebe ist die robusteste Option. Es ist kratz-, biss- und feuerfest - Nagetiere und Marder kommen nicht durch, und in der Nähe von Grillstellen kann kein Funkenflug das Netz beschädigen. Mit rund 70 Prozent offener Fläche lässt es mehr Luft durch als Standard-Fiberglas.

Der Nachteil: Edelstahl ist steif und lässt sich nicht in Rollsysteme integrieren. Es kommt ausschließlich in festen Rahmen zum Einsatz. Außerdem liegt der Preis deutlich über Fiberglas. Empfehlenswert für Erdgeschossfenster, Kellerlichtschächte und überall dort, wo Tiere oder mechanische Belastung ein Thema sind.

Premium-Gewebe mit hoher Transparenz

Die jüngste Generation von Insektenschutzgeweben setzt auf extrem dünne Fäden von nur 0,13 mm Stärke. Das Ergebnis: über 80 Prozent offene Fläche und bis zu 140 Prozent mehr Luftdurchlass als Standard-Fiberglas. Von außen ist das Gewebe bei normaler Betrachtung nahezu unsichtbar.

Wer schon einmal durch ein dunkles Standardgitter auf den Garten geschaut hat und sich am Grauschleier gestört hat, wird den Unterschied sofort bemerken. Die Mehrkosten gegenüber Fiberglas amortisieren sich über die längere Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren.

Pollenschutzgewebe

Für die rund 1,5 Millionen Pollenallergiker in Österreich kann ein spezielles Pollenschutzgewebe die Lebensqualität in der Pollensaison massiv verbessern. ECARF-zertifizierte Gewebe filtern über 80 Prozent der Birkenpollen und Gräserpollen bei einfacher Luftgeschwindigkeit. Bei Ambrosiapollen liegt die Filterwirkung bei über 70 Prozent.

Der Haken: Die engere Maschenstruktur reduziert die Luftdurchlässigkeit stärker als bei Standard-Insektenschutzgeweben. An heißen Sommertagen kann sich das bemerkbar machen. Der Aufpreis gegenüber normalem Fiberglas liegt bei 50 bis 150 Euro pro Fenster.

Wichtig zu wissen: Ein normales Fliegengitter bietet keinen nennenswerten Pollenschutz. Die Standard-Maschenweite von über 1 mm ist für Pollen mit 20 bis 60 Mikrometern Durchmesser viel zu grob.

Haustiergewebe

Vier- bis siebenmal verstärktes Gewebe, das Kratzattacken von Katzen und Hunden standhält. Die dickeren Fäden machen das Netz zwar sichtbarer, aber dafür überlebt es auch den aktivsten Stubentiger. Wer Katzen hat und kein Haustiergewebe verwendet, kann erfahrungsgemäß alle ein bis zwei Jahre ein neues Standardgewebe einplanen.

Gewebearten im direkten Vergleich

Gewebe Offene Fläche Lebensdauer Besonderheit
Fiberglas Standard ca. 60 % 7 - 10 Jahre Günstig, bewährt
Fiberglas fein ca. 69 % 7 - 10 Jahre Schutz gegen Kleinstinsekten
Edelstahl V4A ca. 70 % 20+ Jahre Nicht brennbar, nagersicher
Premium transparent 80 %+ 10 - 15 Jahre 140 % mehr Luft als Standard
Pollenschutz variiert 7 - 10 Jahre 80 %+ Pollenfilterung (ECARF)
Haustiergewebe ca. 60 % 10 - 15 Jahre 4 - 7x kratzfester

Montagearten - mit und ohne Bohren

Die Montageart entscheidet nicht nur über den Installationsaufwand, sondern auch darüber, ob Rückstände am Fensterrahmen bleiben. Besonders für Mieter ein entscheidendes Kriterium.

Federstifte (ohne Bohren)

Die sauberste Lösung. Federgelagerte Metallstifte werden in die Fensterlaibung gedrückt und halten den Rahmen durch Spannung. Beim Entfernen bleiben lediglich winzige, kaum sichtbare Druckstellen zurück. Für Mieter die erste Wahl.

Einhängewinkel

Kleine Metallwinkel werden auf den Fensterrahmen geklemmt. Der Insektenschutzrahmen wird dann in diese Winkel eingehängt. Ebenfalls rückstandsfrei, aber nicht für jeden Rahmenprofil-Typ geeignet.

Klettband

Selbstklebendes Klettband wird auf den Fensterrahmen geklebt, das Netz mit dem Gegenstück daran befestigt. Günstig und schnell, aber: Beim Entfernen bleiben fast immer Kleberückstände auf glatten Oberflächen zurück. Bei Kunststoffrahmen lassen sich diese mit Isopropanol entfernen, bei Holzrahmen kann es schwieriger werden.

Verschraubung

Die stabilste Befestigung. Drehrahmen und Schiebesysteme werden in der Regel verschraubt, was Bohrlöcher im Fensterrahmen oder in der Laibung hinterlässt. In der Mietwohnung ist dafür die Zustimmung des Vermieters erforderlich.

Montage eines Spannrahmen-Fliegengitters in einem Kunststoff-Fensterrahmen

Fliegengitter in der Mietwohnung - was ist erlaubt?

Eine der häufigsten Fragen. Die kurze Antwort: Systeme, die rückstandsfrei montiert und entfernt werden können, sind praktisch immer erlaubt. Spannrahmen mit Federstiften, Einhängewinkel und Magnetlösungen fallen in diese Kategorie.

Bei Verschraubungen wird es komplizierter. Bohrlöcher in Fensterrahmen gelten in Österreich nicht automatisch als normale Abnützung. Wer ohne Zustimmung des Vermieters in den Rahmen bohrt, riskiert bei der Rückgabe der Wohnung Schadenersatzforderungen. Die sichere Variante: vorher schriftlich genehmigen lassen oder auf bohrfreie Systeme ausweichen.

Systeme, die das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes verändern - etwa auffällige Rahmen an der Fassade - können in Mehrparteienhäusern zusätzlich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft erfordern.

Maß vs. Baumarkt - die ehrliche Rechnung über 10 Jahre

Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Ein Fliegengitter aus dem Baumarkt kostet 15 Euro, eines nach Maß 65 bis 80 Euro. Warum fünfmal so viel ausgeben?

Weil die Baumarktlösung im Schnitt alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden muss. Über einen Zeitraum von 10 Jahren sieht die Rechnung so aus:

Kriterium Baumarkt-Standard Maßfertigung
Einzelpreis ca. 15 Euro 65 - 80 Euro
Austausch-Intervall alle 1 - 2 Jahre einmalig
Kosten über 10 Jahre ca. 150 Euro 65 - 80 Euro
Passgenauigkeit Standard-Raster millimetergenau
Rahmenqualität Kunststoff Aluminium eloxiert
Gewebequalität Einfach-Polyester Fiberglas oder besser

Ab dem vierten Jahr hat sich die Maßfertigung amortisiert. Und in diesen zehn Jahren spart man sich neunmal den Ärger mit dem Zuschneiden, Anpassen und Erneuern. Die Kostendaten basieren auf den aktuellen Insektenschutz-Preisen in Österreich.

Komplettausstattung - was kostet ein ganzes Haus?

Einzelpreise sind hilfreich, aber die meisten Hausbesitzer wollen alle Fenster und Türen gleichzeitig ausstatten. Eine realistische Kalkulation für ein Einfamilienhaus mit 10 Fenstern, einer Terrassentür und einer Balkontür:

Position System Stückzahl Kosten
Standardfenster Spannrahmen 8 1.200 - 1.760 Euro
Dachfenster Rollo mit Bürstenführung 2 560 - 700 Euro
Terrassentür Pendeltür 1 370 - 500 Euro
Balkontür Drehrahmen 1 275 - 365 Euro
Montage Fachbetrieb 12 Positionen 300 - 780 Euro
Gesamt 2.705 - 4.105 Euro

Die Spanne ist groß, weil Gewebewahl und Rahmengröße stark variieren. Wer Premium-Gewebe mit hoher Transparenz wählt, landet am oberen Ende. Wer Standard-Fiberglas nimmt, am unteren.

Tipp: Viele Fachbetriebe gewähren bei Komplettausstattungen Mengenrabatte von 10 bis 15 Prozent. Es lohnt sich, mindestens drei Angebote einzuholen und den Gesamtpreis zu verhandeln.

Insektenschutz für Dachfenster

Dachfenster sind ein Sonderfall. Die Schräglage des Fensters schließt klassische Spannrahmen aus. Stattdessen kommen spezielle Rollo-Systeme zum Einsatz, die sich der Dachneigung anpassen.

Der Aufbau: Eine Aluminiumkassette sitzt am oberen Rand der Fensterlaibung. Das Gewebe wird nach unten gezogen und läuft in seitlichen Bürstenführungen, die es auch bei Wind stabil halten. Die Befestigung erfolgt mit Federstiften in der Laibung - ohne Bohren in die Glasleiste.

Je nach Geometrie der Fensterlaibung gibt es verschiedene Einbauvarianten: vertikal-horizontal, vertikal-gerade, beidseitig gerade oder als Frontmontage ohne Innenfutter. Die Montage dauert 30 bis 60 Minuten und erfordert kein Spezialwerkzeug.

Besonders praktisch: 2-in-1-Lösungen, die Insektenschutz und Verdunkelungsrollo in einer Kassette kombinieren. So spart man sich eine zweite Montage und eine zweite Kassette am Dachfenster. Diese Kombisysteme starten bei rund 395 Euro.

Maßgefertigte Dachfenster-Rollos beginnen bei etwa 280 Euro. Im Vergleich zu den Temperaturen, die sich unter einem ungeschützten Dach im Sommer aufbauen, ist Insektenschutz am Dachfenster fast Pflicht - denn ohne Netz bleibt das Fenster an schwülen Abenden geschlossen, und das Dachgeschoss wird zur Sauna.

Insektenschutz und Sonnenschutz kombinieren

Viele Fenster brauchen beides: Schutz vor Insekten und Schutz vor Hitze. Die gute Nachricht: Beide Systeme lassen sich problemlos kombinieren, solange die Montagereihenfolge stimmt.

Die Grundregel: Raffstoren und Außenjalousien sitzen außen vor dem Fenster, der Insektenschutz innen in der Laibung oder am Rahmen. Beide Systeme arbeiten unabhängig voneinander und behindern sich nicht.

Bei Rollläden mit integriertem Insektenschutzrollo teilen sich beide Systeme einen Kasten. Das spart Platz, schränkt aber die Flexibilität bei der Gewebewahl ein. Nachrüstlösungen, bei denen ein separates Insektenschutzrollo unter dem bestehenden Rollladen montiert wird, bieten mehr Auswahl.

Pollenschutzgewebe und Sonnenschutz ergänzen sich besonders gut: Das Pollengitter reduziert gleichzeitig einen Teil der Sonneneinstrahlung, und der Sonnenschutz außen hält die gröbsten Pollen bereits ab, bevor sie das Gewebe überhaupt erreichen.

Pollenschutz am Fenster - was die Gitter wirklich leisten

Die Marketingversprechen klingen beeindruckend: bis zu 99 Prozent aller Pollen sollen draußen bleiben. Die Realität ist differenzierter.

ECARF-zertifizierte Pollenschutzgitter - das ist das Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung, vergeben nach Tests am Allergie-Centrum der Charite Berlin - filtern bei einfacher Luftgeschwindigkeit über 80 Prozent der Birken- und Gräserpollen. Bei stärkerem Wind (doppelte Luftgeschwindigkeit) sinkt die Filterwirkung auf über 65 Prozent für Birke und Gräser, bei Ambrosia auf über 55 Prozent.

Das bedeutet: Pollenschutzgitter reduzieren die Pollenbelastung in Innenräumen erheblich, eliminieren sie aber nicht vollständig. Wer während der Hauptblütezeit zusätzlich einen Luftreiniger im Schlafzimmer betreibt, erreicht die beste Kombination.

Praktischer Hinweis: Pollenschutzgewebe muss häufiger gereinigt werden als normales Insektenschutzgewebe, da sich die gefilterten Pollen auf der Außenseite ansammeln. Ein- bis zweimal pro Woche mit dem Staubsauger absaugen reicht in der Pollensaison aus.

Pflege und Reinigung - so halten Fliegengitter jahrelang

Ein gut gepflegtes Fliegengitter hält 10 bis 15 Jahre. Ein vernachlässigtes vielleicht fünf. Der Aufwand für die Pflege ist minimal.

Laufende Reinigung (alle 2 - 4 Wochen)

Staub und lose Partikel mit dem Staubsauger und Bürstenaufsatz von beiden Seiten absaugen. Das verhindert, dass sich eine Schmutzschicht aufbaut, die das Gewebe verklebt und die Luftdurchlässigkeit reduziert.

Gründliche Reinigung (2x pro Jahr)

Den Rahmen aus dem Fenster nehmen und unter fließendem Wasser abspülen. Bei stärkerer Verschmutzung lauwarmes Wasser mit einem Spritzer pH-neutralem Spülmittel verwenden und das Gewebe vorsichtig mit einem weichen Schwamm reinigen. Anschließend gründlich trocknen lassen, bevor der Rahmen wieder eingesetzt wird.

Was man nicht tun sollte

  • Keinen Hochdruckreiniger verwenden - der Wasserstrahl zerstört die feinen Maschen
  • Keine aggressiven Reinigungsmittel oder Scheuermittel - sie greifen die Beschichtung an
  • Nicht zu fest reiben oder bürsten - das Gewebe kann ausfransen oder Löcher bekommen
  • Pollenschutzgewebe nie mit Reinigungsmitteln behandeln - nur unter klarem Wasser abspülen, da Chemikalien die Filterwirkung beeinträchtigen können

Winterabbau - nötig oder nicht?

Kurz: Nicht nötig. Moderne Insektenschutzgewebe sind UV-beständig und halten Frost, Schnee und Regen problemlos aus. Der einzige Grund für einen Winterabbau wäre, die Fenster für maximalen Lichteinfall im Winter komplett frei zu haben. Wer das möchte, lagert die Rahmen stehend an einem trockenen Ort.

Die richtige Farbe für Rahmen und Gewebe

Klingt wie ein Detail, macht aber einen spürbaren Unterschied.

Beim Gewebe gilt: Dunkelgraues oder schwarzes Gewebe bietet die beste Durchsicht von innen nach außen. Das klingt zunächst widersprüchlich - aber dunkles Gewebe reflektiert weniger Licht und wird vom Auge quasi transparent. Weißes Gewebe reflektiert das Tageslicht und wirkt von innen wie ein heller Vorhang.

Beim Rahmen sollte die Farbe zum Fensterrahmen passen. Die gängigen Optionen: Weiß (RAL 9016), Anthrazit (RAL 7016) und Brauntöne (RAL 8014, RAL 8017). Die meisten Hersteller bieten auch Sonderfarben nach RAL an, mit einem Aufpreis von 15 bis 30 Prozent.

Häufig gestellte Fragen

Welches Fliegengitter-System ist für Mietwohnungen am besten geeignet?

Spannrahmen mit Federstiften sind die beste Wahl für Mietwohnungen. Sie werden ohne Bohren, Schrauben oder Kleben montiert und lassen sich beim Auszug rückstandsfrei entfernen. Auch Einhängewinkel und Magnetrahmen hinterlassen keine Spuren. Von Klettband-Lösungen ist in Mietwohnungen abzuraten, da die Kleberückstände auf dem Fensterrahmen schwer zu entfernen sind.

Was kostet ein Fliegengitter nach Maß in Österreich?

Ein maßgefertigter Spannrahmen für ein Standardfenster (ca. 100 x 120 cm) kostet in Österreich 150 bis 225 Euro inklusive Montage. Drehrahmen liegen bei 275 bis 365 Euro, Insektenschutz-Rollos bei 120 bis 362 Euro und Schiebeanlagen bei 600 bis über 1.000 Euro. Die Montagekosten betragen bei Spannrahmen zusätzlich 25 bis 65 Euro pro Fenster, falls ein Fachbetrieb beauftragt wird.

Wie gut schützen Pollenschutzgitter wirklich?

ECARF-zertifizierte Pollenschutzgitter filtern bei normaler Luftbewegung über 80 Prozent der Birken- und Gräserpollen. Bei stärkerem Wind sinkt die Filterwirkung auf etwa 65 Prozent. Normale Fliegengitter bieten keinen Pollenschutz, da ihre Maschenweite von über 1 mm für Pollen mit 20 bis 60 Mikrometern Durchmesser viel zu grob ist. Der Aufpreis für Pollenschutzgewebe liegt bei 50 bis 150 Euro pro Fenster.

Muss man Fliegengitter im Winter abbauen?

Nein. Moderne Insektenschutzgewebe aus Fiberglas oder Edelstahl sind UV-beständig und frostfest. Ein Winterabbau ist nicht erforderlich. Der einzige Grund wäre, die Fenster im Winter für maximalen Lichteinfall komplett frei zu haben. In diesem Fall lagert man die Rahmen stehend an einem trockenen Ort.

Welches Gewebe bietet die beste Durchsicht?

Premium-Gewebe mit extrem dünnen Fäden von nur 0,13 mm bieten die beste Durchsicht mit über 80 Prozent offener Fläche und bis zu 140 Prozent mehr Luftdurchlass als Standard-Fiberglas. Dunkelgraues oder schwarzes Gewebe verbessert die Durchsicht zusätzlich, da es weniger Licht reflektiert und vom Auge nahezu transparent wahrgenommen wird.

Kann man Fliegengitter selbst montieren?

Spannrahmen mit Federstiften und Magnetrahmen lassen sich problemlos selbst montieren - die Installation dauert 10 bis 15 Minuten pro Fenster. Auch Insektenschutz-Rollos werden fertig vormontiert geliefert und sind in 30 bis 60 Minuten installiert. Drehrahmen und Schiebesysteme erfordern dagegen Verschraubungen und exakte Ausrichtung, hier empfiehlt sich ein Fachbetrieb.

Lohnt sich ein Fliegengitter nach Maß gegenüber der Baumarkt-Variante?

Ja, ab dem vierten Jahr. Ein Baumarkt-Gitter kostet zwar nur 15 Euro, muss aber alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden - das ergibt über 10 Jahre Kosten von rund 150 Euro. Ein maßgefertigter Spannrahmen kostet 65 bis 80 Euro und hält 10 bis 15 Jahre. Dazu kommen die bessere Passgenauigkeit, der stabilere Aluminiumrahmen und die höhere Gewebequalität.