Die wichtigste Entscheidung bei der Dunstabzugshaube fällt lange vor dem Gerät: Abluft oder Umluft. Sie bestimmt, ob ein Mauerdurchbruch nötig ist, wie viel Feuchtigkeit in der Wohnung bleibt, wie laut es beim Kochen wird - und in dichten Neubauten sogar, ob eine Sicherheitsschaltung für den Kaminofen dazukommen muss.
Die zweitwichtigste Zahl ist die Luftleistung, und die lässt sich ausrechnen statt schätzen: Raumvolumen mal sechs bis zwölf. Eine Küche mit 16 Quadratmetern und 2,50 Meter Raumhöhe hat 40 Kubikmeter Volumen und braucht damit rund 240 bis 480 Kubikmeter pro Stunde. Alles darüber ist Reserve, die man selten nutzt und im Betrieb hört.
Abluft oder Umluft: die Grundsatzentscheidung
Bei der Abluft transportiert ein Rohr die fett- und feuchtigkeitsbeladene Luft nach draußen, durch die Außenwand oder über Dach. Sie ist die wirksamste Variante, weil Gerüche und Wasserdampf das Haus tatsächlich verlassen. Der Preis dafür: ein Mauerdurchbruch, ein Rohrweg quer durch den Küchenraum und im Winter ein Loch in der Gebäudehülle, das eine dichtschließende Rückschlagklappe braucht - sonst zieht es und die Wärme entweicht.
Bei der Umluft wird die Luft über einen Fettfilter und einen Aktivkohlefilter geführt und wieder in den Raum geblasen. Kein Durchbruch, kein Kanal, keine Wärmeverluste - dafür bleibt die Feuchtigkeit im Raum, und die Filter müssen regelmäßig getauscht oder regeneriert werden. In sehr luftdichten Neubauten mit Komfortlüftung ist Umluft oft die sinnvollere Wahl, weil die Lüftungsanlage die Feuchtelast ohnehin abführt und ein zusätzliches Abluftloch die Dichtheit des Gebäudes stört.
| Kriterium | Abluft | Umluft |
|---|---|---|
| Geruchsentfernung | sehr gut | gut, abhängig vom Filterzustand |
| Feuchtigkeit | wird nach außen abgeführt | bleibt im Raum |
| Bauaufwand | Mauerdurchbruch und Kanal nötig | keiner |
| Wärmeverlust im Winter | ja, Rückschlagklappe nötig | nein |
| Folgekosten | gering | Aktivkohlefilter regelmäßig |
| Kombination mit Feuerstätte | Sicherheitseinrichtung nötig | unkritisch |
| Nachrüstung im Bestand | aufwendig | jederzeit möglich |
Welche Luftleistung Sie wirklich brauchen
Die nötige Luftleistung ergibt sich aus dem Raumvolumen und dem gewünschten Luftwechsel: Länge mal Breite mal Höhe, multipliziert mit sechs bis zwölf. Der niedrige Faktor deckt normales Kochen ab, der hohe intensives Braten und offene Wohnküchen, in denen sich Gerüche im ganzen Wohnbereich verteilen. Fachliche Berechnungen setzen für geschlossene Küchen teils schon bei einem zwei- bis sechsfachen Luftwechsel an - die Auswahlkriterien für Dunstabzugshauben der Hausgeräte- und Energie-Agentur rechnen das mit Beispielen durch.
Entscheidend ist, welche Zahl der Hersteller angibt: Die maximale Luftleistung auf dem Datenblatt wird ohne angeschlossenes Rohr gemessen. In der Praxis kostet jeder Meter Kanal und jeder Bogen Leistung, sodass real oft nur ein Teil davon ankommt. Wer knapp dimensioniert, betreibt die Haube dauerhaft auf höchster Stufe - laut, stromintensiv und trotzdem unzureichend. Wer großzügig dimensioniert, kocht meist auf Stufe eins und zwei, und genau das ist der leise Betriebspunkt.
Die Rohrführung entscheidet mit
Bei Abluft ist der Kanal ebenso wichtig wie das Gerät. Bewährt hat sich Rundrohr mit 150 Millimetern Durchmesser; kleinere Querschnitte und flache Kanäle erhöhen den Widerstand und damit das Strömungsgeräusch. Jeder 90-Grad-Bogen wirkt wie mehrere zusätzliche Rohrmeter, deshalb gilt: möglichst kurz, möglichst gerade, möglichst wenige Umlenkungen.
Drei Details werden regelmäßig vergessen. Erstens die Rückschlagklappe in der Außenwand - ohne sie zieht kalte Luft herein und Insekten dazu. Zweitens die Dämmung des Kanals, wenn er durch kalte Bereiche wie einen unbeheizten Dachboden führt: Sonst kondensiert der warme Wasserdampf im Rohr und tropft zurück. Drittens das Gefälle nach außen, damit eventuelles Kondensat nicht in die Haube läuft. Bei Kücheninseln kommt der Kanal im Fußbodenaufbau dazu - er muss vor dem Estrich liegen, wie im Ratgeber zur Kücheninsel beschrieben.
Die Bauarten im Überblick
- Unterbau- und Flachschirmhaube: verschwindet unter dem Oberschrank, günstig, unauffällig, meist mit ausziehbarem Schirm. Leistung und Fangvolumen sind begrenzt.
- Wand- oder Kaminhaube: die klassische Lösung an der Wand über dem Kochfeld, gutes Fangvolumen, große Auswahl.
- Inselhaube: hängt frei an der Decke über der Kochinsel, braucht eine tragfähige Befestigung und den Kanal durch die Decke.
- Kopffreie Schräghaube: nach vorne geneigt, man stößt nicht an - besonders bei niedrigen Räumen oder großen Personen angenehm.
- Muldenlüfter: im Kochfeld integriert, saugt den Dampf direkt an der Quelle nach unten ab. Optisch die eleganteste Lösung, technisch die teuerste, und sie kostet Stauraum im Unterschrank.
- Deckenlüfter: flächig in die Decke eingebaut, oft mit Beleuchtung kombiniert. Braucht eine abgehängte Decke und arbeitet gegen die große Distanz zum Kochfeld.
Montagehöhe und Breite
Der Abstand zwischen Kochfeld und Haube ist ein Kompromiss aus Wirksamkeit und Kopffreiheit. Fachlich werden 65 bis 75 Zentimeter als Planungsbereich genannt; die Herstellerangabe im Montagehandbuch ist verbindlich und liegt bei Elektro- und Induktionskochfeldern meist etwas niedriger als bei Gas, wo die offene Flamme mehr Abstand verlangt. Je tiefer die Haube hängt, desto besser fängt sie - desto eher stößt man aber auch an.
Die Haube sollte mindestens so breit sein wie das Kochfeld, besser eine Nummer breiter. Der Dampf steigt nicht senkrecht auf, sondern breitet sich kegelförmig aus - eine 60er Haube über einem 80er Kochfeld lässt an den Rändern systematisch etwas durch.
Lautstärke: worauf die Dezibelangabe hinweist
Die Lautstärke ist der häufigste Grund, warum Hauben nach ein paar Monaten nicht mehr eingeschaltet werden. Die Angaben auf dem Datenblatt beziehen sich meist auf den Schall-Leistungspegel je Stufe. Zur Einordnung: Ein Unterschied von 3 Dezibel entspricht der doppelten Schallleistung, als doppelt so laut empfunden wird ein Unterschied von rund 10 Dezibel. Zwei Geräte mit 62 und 68 Dezibel auf höchster Stufe trennen also Welten, auch wenn die Zahlen ähnlich aussehen.
Praktische Konsequenz: Vergleichen Sie die Werte auf der zweithöchsten Stufe, denn dort wird gekocht. Wer es besonders leise will, kann bei Ablufthauben den Motor nach außen verlegen - er sitzt dann an der Fassade oder im Dachboden, und in der Küche bleibt nur das Strömungsgeräusch. In offenen Wohnküchen, in denen nebenan ferngesehen wird, ist das oft die entscheidende Investition.
Feuerstätte plus Abluft: die Sicherheitsfrage
Eine Ablufthaube saugt Luft aus dem Raum. Steht im selben Luftverbund eine raumluftabhängige Feuerstätte - ein Kaminofen, ein Kachelofen, eine ältere Gastherme -, kann der entstehende Unterdruck die Abgase aus dem Rauchfang zurück in den Wohnraum ziehen. Kohlenmonoxid ist geruchlos, und der Zusammenhang wird oft erst bemerkt, wenn es zu spät ist.
In Österreich regeln das die Bauordnungen der Bundesländer: Raumluftabhängige Feuerstätten dürfen mit luftabsaugenden Anlagen nur betrieben werden, wenn ein gleichzeitiger Betrieb durch eine Sicherheitseinrichtung verhindert wird oder rechnerisch kein gefährlicher Unterdruck entstehen kann. Als Grenzwert gelten üblicherweise 4 Pascal für raumluftabhängige Feuerstätten. Übliche Lösungen sind ein Fensterkontaktschalter, der die Haube nur bei gekipptem Fenster freigibt, oder ein Differenzdruckwächter, der bei Unterdruck abschaltet. Welche Einrichtungen anerkannt sind, fasst das Merkblatt zu Sicherheitseinrichtungen für Feuerstätten des Österreichischen Kachelofenverbands zusammen; Grundlagen zur Verbrennungsluft erklärt der Verband in seinem Beitrag zur Verbrennungszuluft.
Praktisch heißt das: Klären Sie die Kombination vor dem Kauf mit dem zuständigen Rauchfangkehrer. Er misst die Druckverhältnisse und nimmt die Anlage ab. Wer keinen Umbau will, wählt Umluft - dann entfällt das Thema vollständig. Wer bereits einen Kaminofen betreibt, sollte diese Frage vor jeder Küchenplanung stellen.
Energielabel, Strom und Filter
Dunstabzugshauben tragen das EU-Energielabel mit den Klassen A bis G, bei sehr effizienten Geräten erweitert um die Plus-Stufen. Bewertet werden Energieeffizienz, Fettabscheidegrad, Fluiddynamik und die Effizienz der Beleuchtung. Für den Standby-Verbrauch gilt seit 2013 eine Obergrenze von 0,5 Watt. Der Stromverbrauch bleibt insgesamt überschaubar, relevanter ist bei Abluft der Wärmeverlust im Winter.
Bei den Filtern trennt sich Pflege von Vernachlässigung: Metallfettfilter gehören etwa alle vier Wochen in die Spülmaschine - ein verfetteter Filter kostet Leistung und ist im Brandfall gefährlich. Aktivkohlefilter im Umluftbetrieb binden die Gerüche und sind Verschleißteile: einfache Ausführungen werden nach etwa drei bis sechs Monaten getauscht, regenerierbare Filter lassen sich mehrfach im Backofen ausheizen und halten deutlich länger. Wer den Kohlefilter nicht wechselt, betreibt faktisch nur noch einen Ventilator.
Was eine Dunstabzugshaube kostet
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Unterbau- oder Flachschirmhaube | 150 bis 500 Euro |
| Wand- oder Kaminhaube | 400 bis 1.200 Euro |
| Inselhaube | 700 bis 2.500 Euro |
| Muldenlüfter oder Kochfeld mit Abzug | meist deutlich vierstellig |
| Mauerdurchbruch und Abluftkanal | 300 bis 800 Euro |
| Aktivkohlefilter (Ersatz) | 20 bis 80 Euro je Satz |
| Sicherheitseinrichtung bei Feuerstätte | ab rund 150 Euro |
Die Nebenkosten werden regelmäßig unterschätzt: Bei einer Ablufthaube kostet der Weg nach draußen schnell so viel wie ein Drittel des Geräts. Deshalb lohnt es, die Position von Kochfeld und Haube früh in die Küchenplanung einzubeziehen - eine Außenwand hinter dem Kochfeld spart mehr Geld als jeder Rabatt beim Gerät.
Häufig gestellte Fragen zur Dunstabzugshaube
Abluft oder Umluft: Was ist besser?
Abluft entfernt Gerüche und Feuchtigkeit tatsächlich aus dem Haus und ist damit technisch wirksamer, verlangt aber Mauerdurchbruch, Kanal und Rückschlagklappe. Umluft kommt ohne Bauarbeiten aus, lässt die Feuchtigkeit aber im Raum und braucht regelmäßig neue Aktivkohlefilter. In dichten Neubauten mit Komfortlüftung ist Umluft häufig die passendere Lösung.
Wie viel m³/h muss eine Dunstabzugshaube leisten?
Rechnen Sie Länge mal Breite mal Raumhöhe und multiplizieren Sie das Volumen mit sechs bis zwölf. Eine Küche mit 40 Kubikmetern Volumen braucht damit etwa 240 bis 480 Kubikmeter pro Stunde. Für offene Wohnküchen gilt der höhere Faktor. Beachten Sie, dass die Herstellerangabe ohne Rohr gemessen wird und die reale Leistung darunter liegt.
Wie hoch wird die Dunstabzugshaube montiert?
Als Planungsbereich gelten rund 65 bis 75 Zentimeter über dem Kochfeld. Verbindlich ist die Angabe im Montagehandbuch des Geräts: Bei Gaskochfeldern ist wegen der offenen Flamme mehr Abstand gefordert als bei Elektro- oder Induktionsfeldern. Tiefer montiert fängt die Haube besser, dafür stößt man eher an.
Darf man eine Ablufthaube mit einem Kaminofen kombinieren?
Nur mit Sicherheitseinrichtung oder nachgewiesen unkritischen Druckverhältnissen. Eine Ablufthaube erzeugt Unterdruck und kann Abgase aus dem Rauchfang in den Wohnraum ziehen. Üblich sind ein Fensterkontaktschalter oder ein Differenzdruckwächter, der bei Unterdruck abschaltet; als Grenzwert gelten meist 4 Pascal. Zuständig für Prüfung und Abnahme ist der Rauchfangkehrer.
Wie oft müssen die Filter gewechselt werden?
Metallfettfilter werden etwa alle vier Wochen in der Spülmaschine gereinigt - sie sind wiederverwendbar. Aktivkohlefilter für den Umluftbetrieb sind Verbrauchsmaterial: einfache Ausführungen halten rund drei bis sechs Monate, regenerierbare Filter lassen sich mehrfach im Backofen ausheizen. Ohne Filterwechsel bleibt vom Geruchsabzug nur noch der Ventilator übrig.
Welcher Rohrdurchmesser ist für die Abluft richtig?
Bewährt ist Rundrohr mit 150 Millimetern Durchmesser. Engere Querschnitte und Flachkanäle erhöhen den Widerstand, kosten Leistung und erzeugen Strömungsgeräusche. Der Kanal sollte kurz und möglichst gerade geführt werden, weil jeder 90-Grad-Bogen wie mehrere zusätzliche Rohrmeter wirkt. In kalten Bereichen gehört das Rohr gedämmt, damit kein Kondensat entsteht.
Was kostet eine Dunstabzugshaube samt Einbau?
Unterbauhauben beginnen bei etwa 150 bis 500 Euro, Wandhauben liegen bei 400 bis 1.200 Euro, Inselhauben bei 700 bis 2.500 Euro. Muldenlüfter im Kochfeld sind meist deutlich teurer. Für Mauerdurchbruch und Abluftkanal kommen rund 300 bis 800 Euro dazu, für eine Sicherheitseinrichtung bei vorhandener Feuerstätte ab etwa 150 Euro.
