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Brauchwasserwärmepumpe: Funktion, Kosten und Ersparnis

Warmwasser ist im Haushalt ein unterschätzter Stromfresser. Wer sein Wasser noch über einen alten Elektroboiler erwärmt, zahlt dafür oft mehrere hundert Euro im Jahr - für Energie, die zu drei Vierteln eingespart werden könnte. Genau hier setzt die Brauchwasserwärmepumpe an: Sie macht Warmwasser aus der Luft und braucht dafür nur einen Bruchteil des Stroms.

Anders als eine große Heizungswärmepumpe kümmert sie sich ausschließlich um das Warmwasser. Das macht sie günstig, kompakt und einfach nachrüstbar - besonders im Keller, wo sie nebenbei die Luft entfeuchtet. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage sinken die Warmwasserkosten fast auf null.

Dieser Ratgeber zeigt, wie die Brauchwasserwärmepumpe funktioniert, was sie an Strom verbraucht und kostet, wo sie stehen sollte und wann sich die Anschaffung rechnet. Alle Angaben mit Stand 2026.

Wie eine Brauchwasserwärmepumpe funktioniert

Eine Brauchwasserwärmepumpe - auch Warmwasser- oder Trinkwasserwärmepumpe genannt - ist ein kompaktes Standgerät mit integriertem Warmwasserspeicher. Sie saugt die Umgebungsluft an und entzieht ihr Wärme. Ein Kältemittel nimmt diese Wärme auf, ein Verdichter hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau, und ein Wärmetauscher überträgt sie auf das Trinkwasser im Speicher. Das Prinzip ist dasselbe wie bei einer Heizungswärmepumpe, nur auf die Warmwasserbereitung beschränkt.

Der entscheidende Vorteil liegt im Wirkungsgrad. Mit einer Jahresarbeitszahl von 3,0 bis 4,5 macht das Gerät aus einer Kilowattstunde Strom drei bis viereinhalb Kilowattstunden Wärme. Ein Elektroboiler dagegen wandelt Strom eins zu eins in Wärme um. Genau dieser Unterschied macht die Brauchwasserwärmepumpe im Betrieb so viel günstiger. Die Raumheizung übernimmt sie allerdings nicht - dafür ist sie nicht gedacht.

Stromverbrauch und Ersparnis

Der Stromverbrauch liegt bei rund 250 bis 350 Kilowattstunden pro Person und Jahr. Für einen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das etwa 1.000 bis 1.400 Kilowattstunden im Jahr. Zum Vergleich: Ein Elektroboiler benötigt für dieselbe Warmwassermenge das Drei- bis Vierfache. Bei einem Strompreis von rund 28 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich folgendes Bild.

System (4-Personen-Haushalt) Strom für Warmwasser pro Jahr Kosten pro Jahr
Elektroboiler ca. 3.500 kWh ca. 980 Euro
Brauchwasserwärmepumpe ca. 1.200 kWh ca. 336 Euro

Die Ersparnis liegt damit bei rund 640 Euro pro Jahr, also bis zu 70 Prozent der bisherigen Warmwasserkosten. Über die Lebensdauer des Geräts summiert sich das auf mehrere tausend Euro. Besonders im Sommer spielt die Brauchwasserwärmepumpe ihre Stärke aus: Wer sein Warmwasser sonst über eine Öl- oder Gasheizung erwärmt, kann diese in der warmen Jahreszeit komplett abschalten und nur noch das kleine Gerät laufen lassen.

Was eine Brauchwasserwärmepumpe kostet

In der Anschaffung ist die Brauchwasserwärmepumpe deutlich günstiger als eine Heizungswärmepumpe, weil sie nur das Warmwasser übernimmt und als fertiges Kompaktgerät geliefert wird.

Posten Kosten
Gerät inklusive Warmwasserspeicher 1.200 bis 2.500 Euro
Installation durch den Fachbetrieb 500 bis 1.500 Euro
Gesamtkosten 2.000 bis 4.500 Euro

Der Einbau ist unkompliziert: Das Gerät wird aufgestellt, an den Wasserkreislauf und den Strom angeschlossen, fertig. Ersetzt es einen alten Elektroboiler, sind die Anschlüsse oft schon vorhanden. Bei einer angenommenen Ersparnis von rund 640 Euro pro Jahr amortisiert sich die Investition meist in fünf bis sieben Jahren - mit Photovoltaik noch schneller.

Aufstellort und Speichergröße

Der Aufstellort entscheidet mit über die Effizienz. Ideal ist ein Raum, in dem ohnehin Abwärme anfällt und der nicht beheizt wird: der Heizungs- oder Kellerraum, der Hauswirtschaftsraum neben Waschmaschine und Gefriertruhe. Dort findet das Gerät warme Luft vor und arbeitet effizient. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Brauchwasserwärmepumpe kühlt und entfeuchtet den Aufstellraum - im Keller beugt das Feuchtigkeit und Schimmel vor.

Wichtig ist genügend Luftvolumen. Als Richtwert sollte der Aufstellraum mindestens rund 20 Kubikmeter fassen, sonst kühlt die Luft zu stark aus; alternativ lässt sich die Luft über Kanäle von außen oder aus einem anderen Raum zuführen. Nicht sinnvoll ist die Aufstellung in einem beheizten Wohnraum, weil das Gerät dort die teuer erzeugte Heizwärme wieder abzieht. Die Speichergröße richtet sich nach der Haushaltsgröße.

Haushalt Empfohlene Speichergröße
1 bis 2 Personen 150 bis 200 Liter
2 bis 3 Personen 200 Liter
4 Personen ca. 260 Liter
6 bis 8 Personen 300 Liter

Kombination mit Photovoltaik

Die Brauchwasserwärmepumpe und eine Photovoltaikanlage ergänzen sich ideal. Der Warmwasserspeicher wirkt wie eine thermische Batterie: Läuft das Gerät gezielt zur Mittagszeit, wenn die Sonne am meisten Strom liefert, wird das Warmwasser fast vollständig mit dem eigenen, günstigen Solarstrom erzeugt. Die Warmwasserkosten sinken damit gegen null.

Eine Zeitsteuerung, die das Aufheizen in die Mittagsstunden legt, erhöht den Eigenverbrauch der PV-Anlage spürbar und verkürzt die Amortisationszeit der Wärmepumpe um rund ein Drittel. Wer noch keine Solaranlage hat, kann das Warmwasser alternativ über Solarthermie unterstützen - beide Wege senken den Netzstrombezug für Warmwasser deutlich.

Wann sich eine Brauchwasserwärmepumpe lohnt

Die Brauchwasserwärmepumpe ist kein Allheilmittel, aber in klaren Fällen die wirtschaftlichste Lösung:

  • Ersatz eines alten Elektroboilers: der größte Hebel. Hier ist die Ersparnis am deutlichsten und die Amortisation am schnellsten.
  • Warmwasser im Sommer: Wer die Öl- oder Gasheizung außerhalb der Heizperiode nicht nur fürs Warmwasser laufen lassen will, entlastet sie mit dem Kompaktgerät.
  • Kombination mit Photovoltaik: Überschüssiger Solarstrom wird sinnvoll in Warmwasser umgewandelt statt günstig ins Netz eingespeist.
  • Feuchter Keller: Die Entfeuchtung ist ein willkommener Zusatznutzen.

Zu den Grenzen gehört, dass das Gerät ausschließlich Warmwasser bereitet und den Aufstellraum abkühlt - im unbeheizten Keller ein Vorteil, im Wohnbereich ein Nachteil. Der laufende Kompressor ist leise hörbar, weshalb ein Technik- oder Kellerraum besser passt als der Wohnraum. Wer ohnehin die gesamte Heizung auf eine Wärmepumpe umstellt, braucht in der Regel keine separate Brauchwasserwärmepumpe, weil das Warmwasser dann die Heizungswärmepumpe übernimmt.

Förderung in Österreich

Eine bundesweit einheitliche Förderung speziell für die Brauchwasserwärmepumpe als Einzelmaßnahme gibt es nicht. Wird sie im Zuge eines kompletten Heizungstauschs eingebaut, kann sie Teil der über die Sanierungsoffensive des Bundes geförderten Gesamtmaßnahme sein.

Eigenständige Zuschüsse gibt es dagegen auf Landes- und teils Gemeindeebene. In Tirol etwa wird ein Bonus von 750 Euro für energieeffiziente Warmwasserbereitung gewährt, sofern das Gerät mit einer Photovoltaikanlage von mindestens 3 kWpeak, einer thermischen Solaranlage oder für zehn Jahre mit hundert Prozent erneuerbarem Strom betrieben wird. Weil sich die Programme je nach Bundesland stark unterscheiden und laufend ändern, lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf die aktuelle Landesförderung.

Häufig gestellte Fragen zur Brauchwasserwärmepumpe

Was ist eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe ist ein kompaktes Standgerät mit integriertem Warmwasserspeicher, das der Umgebungsluft Wärme entzieht und damit das Trinkwasser erwärmt. Sie wird auch Warmwasser- oder Trinkwasserwärmepumpe genannt und kümmert sich ausschließlich um das Warmwasser, nicht um die Raumheizung. Mit einer Jahresarbeitszahl von 3,0 bis 4,5 arbeitet sie deutlich sparsamer als ein Elektroboiler.

Wie viel Strom verbraucht eine Brauchwasserwärmepumpe?

Der Verbrauch liegt bei rund 250 bis 350 Kilowattstunden pro Person und Jahr. Ein Vier-Personen-Haushalt kommt damit auf etwa 1.000 bis 1.400 Kilowattstunden jährlich. Ein Elektroboiler braucht für dieselbe Warmwassermenge das Drei- bis Vierfache. Bei 28 Cent pro Kilowattstunde entstehen so rund 336 Euro Stromkosten im Jahr statt etwa 980 Euro beim Boiler.

Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe?

Das Gerät inklusive Speicher kostet zwischen 1.200 und 2.500 Euro, die Installation weitere 500 bis 1.500 Euro. In Summe liegen die Kosten bei etwa 2.000 bis 4.500 Euro. Ersetzt die Wärmepumpe einen alten Elektroboiler, amortisiert sie sich durch die Ersparnis von rund 640 Euro pro Jahr meist in fünf bis sieben Jahren.

Wo sollte man eine Brauchwasserwärmepumpe aufstellen?

Am besten in einem unbeheizten Raum mit Abwärme, etwa im Heizungs- oder Kellerraum oder im Hauswirtschaftsraum. Dort findet das Gerät warme Luft und arbeitet effizient, außerdem entfeuchtet es den Raum und beugt Schimmel vor. Der Aufstellraum sollte mindestens rund 20 Kubikmeter fassen. In einem beheizten Wohnraum ist die Aufstellung ungünstig, weil das Gerät dort Heizwärme abzieht.

Welche Speichergröße brauche ich?

Für einen Haushalt mit zwei bis drei Personen genügen rund 200 Liter, für vier Personen etwa 260 Liter und für sechs bis acht Personen 300 Liter. Als grobe Faustregel rechnet man mit etwa 40 bis 60 Litern pro Person. Ein zu kleiner Speicher führt zu Warmwassermangel, ein zu großer verbraucht unnötig Strom für das Warmhalten.

Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe mit Photovoltaik?

Ja, die Kombination ist besonders wirtschaftlich. Der Warmwasserspeicher wirkt wie eine thermische Batterie: Läuft das Gerät gezielt zur Mittagszeit, wird das Warmwasser fast vollständig mit eigenem Solarstrom erzeugt und die Warmwasserkosten sinken gegen null. Eine passende Zeitsteuerung erhöht den Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage und verkürzt die Amortisationszeit um rund ein Drittel.

Wird eine Brauchwasserwärmepumpe in Österreich gefördert?

Eine bundesweit einheitliche Förderung als Einzelmaßnahme gibt es nicht. Im Rahmen eines kompletten Heizungstauschs kann die Brauchwasserwärmepumpe Teil der über die Sanierungsoffensive geförderten Maßnahme sein. Eigene Zuschüsse gibt es auf Landesebene, etwa in Tirol ein Bonus von 750 Euro bei Kopplung mit Photovoltaik oder Solarthermie. Die Programme unterscheiden sich je nach Bundesland und sollten vor dem Kauf geprüft werden.