Innentüren werden meist nach Optik ausgewählt und nach Preis bestellt - entschieden wird aber vorher, im Rohbau. Wer die Maueröffnung um vier Zentimeter zu knapp ausführt, hat die Wahl zwischen Stemmen und einer schmäleren Tür. Und wer beim Türblatt spart, merkt es nicht am Aussehen, sondern daran, dass man im Nebenzimmer jedes Gespräch mithört.
Zwei Zahlen helfen beim Planen: Die Maueröffnung entspricht der gewünschten Durchgangsbreite plus 8 Zentimeter, die Höhe der Durchgangshöhe plus 4 Zentimeter, gemessen ab fertigem Fußboden. Alles andere - Zarge, Beschlag, Oberfläche - ordnet sich diesen Maßen unter.
Standardmaße und Maueröffnung
In Österreich liegen die üblichen Durchgangsbreiten für Innentüren laut OIB-Richtlinie bei 80, 85 und 90 Zentimetern, die Normdurchgangslichte in der Höhe bei 200 Zentimetern. Für Nebenräume wie WC oder Abstellraum werden schmälere Türen verbaut, was im Alltag oft ärgerlich ist: Eine 70er Tür lässt keine Waschmaschine und keinen Rollator durch. Die Maße für das Zusammenspiel von Türblatt und Zarge regelt in Österreich die ÖNORM B 5330-1, die für gefälzte und stumpf einschlagende Türblätter samt zugehöriger Zargen gilt.
Praktisch heißt das für den Rohbau: Für eine 90er Tür mit 200 Zentimetern Durchgang wird die Maueröffnung mit rund 98 mal 204 Zentimetern ausgeführt. Die Höhe wird ab fertigem Fußboden gerechnet - also inklusive Estrich und Bodenbelag, die zum Zeitpunkt des Rohbaus noch fehlen. Genau hier entstehen die meisten Fehler: Wird ab Rohdecke gemessen, fehlen später mehrere Zentimeter. Die Zusammenhänge samt Toleranzen erklärt die Anleitung zum Planen von Innentüren.
| Durchgangsbreite | Maueröffnung Breite | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| 70 cm | rund 78 cm | WC, Abstellraum (nicht barrierefrei) |
| 80 cm | rund 88 cm | Standard für Wohnräume, Minimum für Barrierefreiheit |
| 85 cm | rund 93 cm | Standard bei größeren Räumen |
| 90 cm | rund 98 cm | empfohlen für barrierefreie Zugänge |
Die Zarge entscheidet über den Einbau
Die Zarge ist der Rahmen, der die Wandöffnung fasst und die Tür trägt. Vier Bauarten sind gebräuchlich:
- Umfassungszarge: die häufigste Ausführung, umgreift die Wand von beiden Seiten mit einer Zierbekleidung. Sie verzeiht Toleranzen im Mauerwerk, weil die Bekleidung Ungenauigkeiten überdeckt.
- Blockzarge (Blockrahmen): sitzt in der Wandöffnung, ohne sie zu übergreifen. Optisch schlanker, aber sie verlangt eine sauber ausgeführte Öffnung, weil nichts verdeckt wird.
- Wandbündige Zarge: Türblatt und Wand liegen in einer Ebene, meist mit verdeckten Bändern. Die architektonisch aufwendigste und teuerste Lösung.
- Stahlzarge: aus mindestens 1,5 Millimeter starkem verzinktem Feinblech, wird meist eingemauert oder in Trockenbauwände gesetzt. Robust und günstig, klassisch im Keller- und Nebenraumbereich.
Für die Montage geeignet sind Wandstärken von 75 bis rund 400 Millimetern; die Zierbekleidung von Umfassungszargen ist üblicherweise 60 bis 80 Millimeter breit. Die Standardhöhe einer Zarge beträgt 198,5 Zentimeter, daneben gibt es Varianten mit 211 und 223,5 Zentimetern für höhere Räume. Ab einem Türblattgewicht von etwa 40 Kilogramm - also bei Massivholz, Glas oder Schallschutztüren - ist eine zusätzliche Verankerung der Zarge sinnvoll, sonst arbeitet sich der Rahmen im Lauf der Jahre locker. Die Zargenarten samt Preisen fasst der Überblick zu Türzargen zusammen.
Was im Türblatt steckt
Von außen sehen die meisten Innentüren gleich aus - der Unterschied liegt in der Einlage:
Röhrenspaneinlage ist der Standard im günstigen Segment: eine Spanplattenstruktur mit senkrechten Röhren. Leicht, formstabil genug, günstig - aber schalltechnisch schwach und empfindlich, wenn einmal etwas dagegen fällt.
Wabeneinlage aus Karton ist noch leichter und noch günstiger, in Wohnräumen aber kaum zu empfehlen: Solche Türen klingen hohl und beulen bei Belastung ein.
Vollspaneinlage ist die deutlich bessere Wahl für alle Räume, in denen Ruhe zählt. Das höhere Gewicht verbessert die Schalldämmung spürbar, die Tür fällt satter ins Schloss und hält Stößen stand. Der Aufpreis gegenüber Röhrenspan ist moderat - der wirksamste Euro, den man an einer Innentür ausgibt.
Massivholz und Glas sind die Sonderfälle: Massivholz arbeitet mit dem Raumklima und kann sich verziehen, Ganzglastüren aus Einscheiben-Sicherheitsglas bringen Licht in dunkle Flure, dämmen aber schlecht und brauchen Beschläge für ihr Gewicht.
Bei der Oberfläche gilt eine einfache Reihenfolge nach Robustheit: Folie ist am empfindlichsten, CPL deutlich widerstandsfähiger, HPL am robustesten, Echtholzfurnier und Lack liegen dazwischen und sind reparaturfreundlicher. In Haushalten mit Kindern oder Hunden zahlt sich eine harte Oberfläche schneller aus als jede Optik.
Schallschutz: wo er wirklich zählt
Der Schallschutz einer Tür entsteht aus vier Bauteilen: Türblatt, Zarge, Bauanschluss und Dichtungen. Ein schweres Türblatt allein bringt wenig, wenn unten ein Spalt von einem Zentimeter bleibt - dort geht der Schall ungehindert durch. Nach den einschlägigen Regelwerken wird eine geforderte Schalldämmung typischerweise mit einem Türblatt ab etwa 36 Dezibel und dazu passenden Falz- und Bodendichtungen erreicht.
Für die Praxis heißt das: An Schlaf-, Kinder- und Arbeitszimmern gehört eine Tür mit Vollspaneinlage, umlaufender Falzdichtung und einer absenkbaren Bodendichtung, die sich beim Schließen selbsttätig auf den Boden legt. Der oft empfohlene Luftspalt für die Lüftung widerspricht dem - er ist in Häusern mit Komfortlüftung ohnehin über Überströmelemente besser gelöst. Bestehende Türen lassen sich mit Dichtungsprofilen nachrüsten; welche Maßnahmen wie viel bringen, zeigt die Anleitung zum Nachrüsten des Schallschutzes. Die Grundlagen der Schallschutzplanung im Haus behandelt der Ratgeber zu Trittschall und Schallschutz.
Sonderfälle: Bad, Keller und barrierefreie Zugänge
Im Badezimmer ist nicht die Nässe das Problem, sondern die Luftfeuchtigkeit: Türblätter mit feuchtebeständiger Einlage und versiegelten Kanten halten deutlich länger, unbehandelte Schnittkanten am unteren Rand quellen mit der Zeit auf. Im Keller und in unbeheizten Nebenräumen ist die Feuchtebelastung noch höher - hier sind Stahlzargen mit Kunststoff- oder HPL-Türblatt die pragmatische Lösung.
Für barrierefreie Zugänge sieht die ÖNORM B 1600 eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 80, besser 90 Zentimetern vor, keine Schwellen und Griffe, die sich mit geringer Kraft bedienen lassen. Wer im Neubau alle Türen gleich mit 90 Zentimetern plant, zahlt kaum mehr und muss später nichts umbauen - ein Punkt, der auch im Ratgeber zum barrierefreien Umbauen immer wieder auftaucht.
Wo der Platz für den Türflügel fehlt, ist die Schiebetür die Alternative - mit dem bekannten Nachteil beim Schallschutz.
Was Innentüren kosten
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Türblatt mit Röhrenspaneinlage, Folienoberfläche | 80 bis 200 Euro |
| Türblatt mit Vollspaneinlage, CPL-Oberfläche | 200 bis 450 Euro |
| Furnierte oder lackierte Tür | 300 bis 800 Euro |
| Wandbündige Tür mit verdeckten Bändern | ab rund 1.000 Euro |
| Stahlzarge | 50 bis 170 Euro |
| Holzzarge | 50 bis 200 Euro |
| Montage je Tür | 100 bis 250 Euro |
Bei einem Einfamilienhaus mit zehn Innentüren summiert sich das schnell: Zwischen der günstigsten und einer soliden Ausführung mit Vollspan und CPL liegen mehrere tausend Euro. Eine bewährte Strategie ist die Abstufung - hochwertige Türen an Schlaf- und Arbeitszimmern, einfache Ausführungen an Abstellräumen und im Keller.
Häufig gestellte Fragen zu Innentüren
Wie groß muss die Maueröffnung für eine Innentür sein?
Als Richtwert gilt: gewünschte Durchgangsbreite plus 8 Zentimeter, Durchgangshöhe plus 4 Zentimeter. Für eine 90er Tür mit 200 Zentimetern Durchgang ergibt das etwa 98 mal 204 Zentimeter. Die Höhe wird ab fertigem Fußboden gemessen, also inklusive Estrich und Bodenbelag - der häufigste Planungsfehler ist die Messung ab Rohdecke.
Welche Standardbreiten haben Innentüren in Österreich?
Üblich sind laut OIB-Richtlinie 80, 85 und 90 Zentimeter Durchgangsbreite bei einer Normdurchgangshöhe von 200 Zentimetern. In Nebenräumen werden auch 70 Zentimeter verbaut, was für Waschmaschine, Möbeltransport oder Rollator zu schmal ist. Für barrierefreie Zugänge sind mindestens 80, besser 90 Zentimeter vorgesehen.
Röhrenspan oder Vollspan: Welche Einlage ist besser?
Vollspan, wo Ruhe und Stabilität zählen. Die schwerere Einlage verbessert die Schalldämmung deutlich, die Tür fällt satter ins Schloss und hält Stößen besser stand. Röhrenspan ist die günstige Standardvariante für Nebenräume, Wabeneinlagen aus Karton sind im Wohnbereich kaum zu empfehlen. Der Aufpreis für Vollspan ist gemessen an der Wirkung gering.
Welche Zarge passt zu welcher Wand?
Die Umfassungszarge ist der Standard und verzeiht Ungenauigkeiten in der Öffnung, weil die 60 bis 80 Millimeter breite Zierbekleidung sie überdeckt. Blockzargen wirken schlanker, verlangen aber eine sauber ausgeführte Laibung. Stahlzargen aus mindestens 1,5 Millimeter Feinblech sind robust und für Keller und Nebenräume üblich. Geeignet sind Wandstärken von 75 bis rund 400 Millimetern.
Wie verbessert man den Schallschutz einer Zimmertür?
Durch die Kombination aus schwerem Türblatt, umlaufender Falzdichtung, dichtem Bauanschluss der Zarge und vor allem einer Bodendichtung. Der Spalt unter der Tür ist die größte Schwachstelle: Eine absenkbare Bodendichtung schließt ihn beim Schließen selbsttätig. Nachrüsten lässt sich das mit Dichtungsprofilen, ein zu leichtes Türblatt bleibt aber die Grenze.
Welche Tür eignet sich fürs Badezimmer?
Eine Tür mit feuchtebeständiger Einlage und sauber versiegelten Kanten, besonders an der Unterkante. Problematisch ist nicht Spritzwasser, sondern die dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit, die unbehandelte Schnittkanten aufquellen lässt. Robuste Oberflächen wie CPL oder HPL sind sinnvoll, in Kellerbädern auch Stahlzargen mit Kunststofftürblatt.
Was kostet eine Innentür samt Zarge und Montage?
Einfache Türblätter mit Röhrenspan und Folie liegen bei 80 bis 200 Euro, Vollspantüren mit CPL bei 200 bis 450 Euro, furnierte oder lackierte Ausführungen bei 300 bis 800 Euro. Zargen kosten je nach Material 50 bis 200 Euro, die Montage 100 bis 250 Euro je Tür. Bei zehn Türen im Einfamilienhaus summiert sich der Unterschied zwischen den Klassen auf mehrere tausend Euro.
