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Dachrinne - Materialien, Montage, Kosten und Wartung in Österreich

Die Dachrinne ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Gebäudes und schützt Fassade, Fundament und Außenanlagen vor unkontrolliertem Regenwasser. Ohne eine funktionierende Dachentwässerung dringt Wasser in Mauerwerk und Sockel ein, was langfristig zu erheblichen Bauschäden führt. In Österreich, wo Starkregen-Ereignisse zunehmen und gleichzeitig die Versickerungspflicht in immer mehr Gemeinden gilt, kommt der richtigen Planung und Wartung der Dachrinne eine besondere Bedeutung zu.

Dieser Ratgeber behandelt sämtliche Aspekte rund um die Dachrinne: von der Materialwahl über die korrekte Dimensionierung und Montage bis hin zu Kosten, Wartung und rechtlichen Anforderungen in Österreich. Egal ob Neubau, Dachsanierung oder einfache Reparatur -- hier finden Hausbesitzer alle relevanten Informationen für eine fundierte Entscheidung.

Welche Aufgaben erfüllt die Dachrinne?

Die Dachrinne sammelt das gesamte Regenwasser, das auf die Dachfläche trifft, und leitet es kontrolliert über Fallrohre ab. Diese kontrollierte Ableitung verhindert, dass Wasser unkontrolliert von der Traufe fällt und dort Erosionsschäden verursacht, in den Keller eindringt oder die Fassade durchfeuchtet.

Neben dem reinen Gebäudeschutz erfüllt die Dachrinne weitere wichtige Funktionen:

  • Fassadenschutz: Spritzwasser ohne Dachrinne greift Putz und Anstrich an und begünstigt Schimmelbildung.
  • Fundamentschutz: Stehendes Wasser am Gebäudesockel gefährdet die Bausubstanz und kann Setzungsrisse verursachen.
  • Regenwassernutzung: Über Regensammler lässt sich das gesammelte Wasser in Zisternen oder Regentonnen umleiten.
  • Verkehrssicherheit: Unkontrolliert herabtropfendes Wasser bildet bei Frost Eisplatten auf Gehwegen.

Materialien für Dachrinnen im Vergleich

Die Materialwahl bestimmt Lebensdauer, Optik, Pflegeaufwand und Gesamtkosten der Dachentwässerung maßgeblich. In Österreich kommen fünf Materialien zum Einsatz, die sich in ihren Eigenschaften deutlich unterscheiden.

Verschiedene Dachrinnen-Materialien im Vergleich: Titanzink, Kupfer, Aluminium, Kunststoff und Edelstahl

Titanzink

Titanzink ist das am weitesten verbreitete Material für Dachrinnen in Österreich und Deutschland. Mit einer Lebensdauer von 35 bis 40 Jahren und einem Materialpreis von rund 15 Euro pro Laufmeter bietet es ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Oberfläche bildet mit der Zeit eine schützende Patina, die das Material witterungsbeständig macht. Titanzink lässt sich löten, was dauerhafte und dichte Verbindungen ermöglicht.

Kupfer

Kupfer ist das langlebigste Material mit einer Lebensdauer von über 50 Jahren. Der Materialpreis liegt bei 20 bis 30 Euro pro Laufmeter. Die charakteristische Grünpatina verleiht dem Gebäude ein hochwertiges Erscheinungsbild. Kupferrinnen werden gelötet und sind nahezu wartungsfrei. Wichtig zu beachten ist jedoch die Kontaktkorrosion: Kupfer darf nicht mit Zink oder Aluminium kombiniert werden, da ablaufendes Kupferwasser diese Metalle zersetzt.

Aluminium

Aluminium besticht durch sein geringes Gewicht und eine Lebensdauer von über 30 Jahren bei einem Materialpreis von 7 bis 10 Euro pro Laufmeter. Es ist korrosionsbeständig und lässt sich in zahlreichen Farben pulverbeschichten. Die Verbindung erfolgt durch Nieten und Dichtmasse, was die Montage vereinfacht. Auch bei Aluminium ist auf Kontaktkorrosion mit Kupfer zu achten.

Kunststoff (PVC)

Kunststoff-Dachrinnen sind mit rund 5 Euro pro Laufmeter die günstigste Option und besonders einfach zu montieren. Sie werden gesteckt und geklebt, was auch ambitionierten Heimwerkern gelingt. Die Lebensdauer ist mit 10 bis 15 Jahren allerdings deutlich kürzer als bei Metallrinnen. UV-Strahlung lässt Kunststoff mit der Zeit verspröden, und bei Frost besteht erhöhte Bruchgefahr.

Edelstahl

Edelstahl erreicht eine Lebensdauer von über 50 Jahren und ist extrem robust gegen mechanische Einwirkung und Korrosion. Mit 20 bis 30 Euro pro Laufmeter liegt der Preis auf dem Niveau von Kupfer. Die Verarbeitung ist aufwendiger und erfordert spezielle Werkzeuge, weshalb Edelstahlrinnen fast ausschließlich vom Fachbetrieb montiert werden.

Materialvergleich auf einen Blick

Material Lebensdauer Materialpreis/lfm Wartungsaufwand
Titanzink 35-40 Jahre ca. 15 Euro Gering
Kupfer 50+ Jahre 20-30 Euro Sehr gering
Aluminium 30+ Jahre 7-10 Euro Gering
Kunststoff (PVC) 10-15 Jahre ca. 5 Euro Mittel
Edelstahl 50+ Jahre 20-30 Euro Sehr gering

Weiterführende Informationen zu den einzelnen Materialien und deren spezifischen Vor- und Nachteilen bietet auch der Ratgeber des Hausbaumagazins.

Formen und Größen von Dachrinnen

Dachrinnen werden in zwei grundlegenden Querschnittsformen angeboten, die sich in Optik und Leistung unterscheiden.

Halbrunde Dachrinnen

Die halbrunde Form ist der Standard in Österreich und bietet die beste Selbstreinigung, da sich Laub und Schmutz weniger leicht festsetzen. Sie fügt sich harmonisch in traditionelle Dachlandschaften ein und ist in allen gängigen Materialien erhältlich.

Kastenförmige Dachrinnen

Kastenrinnen oder Kastenprofile bieten bei gleicher Nennweite rund 15 Prozent mehr Abflussleistung als halbrunde Rinnen. Sie werden häufig bei modernen Flachdachbauten und bei Gebäuden mit großen Dachflächen eingesetzt, bei denen eine hohe Wasseraufnahme erforderlich ist.

Nenngrößen nach Norm

Die Nenngrößen von Dachrinnen werden nach DIN EN 612 in RG-Werten (Rinnengrößen) angegeben und reichen von RG 70 bis RG 500. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Dachgrundfläche bis 80 Quadratmeter genügt in der Regel eine Nennweite von RG 250 (auch als 7-teilig bezeichnet). Bei größeren Dachflächen oder steileren Dächern ist eine größere Nennweite erforderlich.

Dimensionierung und Entwässerungsberechnung

Die korrekte Dimensionierung der Dachentwässerung ist in Österreich durch die ÖNORM B 2501 sowie die europäische Norm EN 12056-3 geregelt. Eine zu kleine Dachrinne führt bei Starkregen zum Überlaufen, eine überdimensionierte Rinne verursacht unnötige Kosten.

Die Berechnungsformel

Die erforderliche Abflussleistung Q wird nach folgender Formel berechnet:

Q = A x r x C

  • A = wirksame Dachgrundfläche in Quadratmetern (projizierte Fläche, nicht die geneigte Dachfläche)
  • r = Bemessungsregenspende in Litern pro Sekunde und Quadratmeter (regional unterschiedlich, in Österreich typisch 0,03 l/s/m²)
  • C = Abflussbeiwert je nach Dacheindeckung

Abflussbeiwerte nach Dachart

Dacheindeckung Abflussbeiwert C
Blechdach, Ziegeldach glatt 1,0
Betondachstein, Faserzement 0,9
Kiesdach, extensives Gründach 0,5-0,8
Intensives Gründach 0,3-0,5

Zu beachten ist, dass Laubfangkörbe in Fallrohren das Abflussvermögen um bis zu 50 Prozent reduzieren können. Dieser Faktor muss bei der Berechnung berücksichtigt werden. Außerdem ist bei größeren Gebäuden eine Notentwässerung vorgeschrieben, die bei Versagen der Hauptentwässerung das Wasser schadlos abführt.

Montage der Dachrinne Schritt für Schritt

Die fachgerechte Montage entscheidet über Funktion und Lebensdauer der gesamten Dachentwässerung. Folgende Arbeitsschritte sind dabei einzuhalten.

Spengler montiert eine halbrunde Dachrinne mit Rinnenhaltern am Dachrand

Rinnenhalter setzen

Die Rinnenhalter werden im Abstand von 40 bis 50 Zentimetern an der Stirnbrettverkleidung oder direkt an den Dachsparren befestigt. Der erste und der letzte Halter markieren den höchsten beziehungsweise den tiefsten Punkt des Gefälles. Zwischen diesen beiden Punkten wird eine Richtschnur gespannt, an der die restlichen Halter ausgerichtet werden.

Gefälle einhalten

Das Gefälle muss mindestens 2 bis 3 Millimeter pro Laufmeter betragen. Die ÖNORM schreibt ein Mindestgefälle von 3 mm/m vor. Bei einer 10 Meter langen Rinne ergibt das einen Höhenunterschied von 3 Zentimetern zwischen dem höchsten Punkt und dem Ablauf. Das Gefälle verläuft immer in Richtung des Fallrohrs.

Rinne einlegen und verbinden

Die Rinnenstücke werden in die Halter eingelegt, wobei das Dach die Rinne zu einem Drittel bis zur Hälfte überdecken soll. Die Verbindung der einzelnen Rinnenstücke erfolgt je nach Material durch Löten (Zink, Kupfer), Nieten mit Dichtmasse (Aluminium) oder Steckverbindungen mit Dichtung (Kunststoff). An den Enden werden Rinnenstutzen als Ablauf und Rinnenböden als Abschluss montiert.

Fallrohre anbringen

Bis zu einer Rinnenlänge von 12 Metern genügt ein einzelnes Fallrohr, bei Längen bis 24 Meter sind zwei Fallrohre erforderlich. Die Rohrschellen zur Befestigung der Fallrohre an der Fassade werden in einem Abstand von maximal 2 Metern gesetzt. Am unteren Ende mündet das Fallrohr in einen Ablaufbogen oder direkt in die Grundleitung. Eine detaillierte Montageanleitung bietet der Dach-Ratgeber von sanier.de.

Kosten für Dachrinnen in Österreich

Die Gesamtkosten einer Dachentwässerung setzen sich aus Material- und Montagekosten zusammen und variieren stark je nach gewähltem Material und Gebäudegröße.

Materialkosten

Die reinen Materialkosten liegen zwischen 5 Euro pro Laufmeter für Kunststoff und 30 Euro pro Laufmeter für Kupfer oder Edelstahl. Hinzu kommen Kosten für Fallrohre, Rinnenhalter, Verbindungsstücke, Bögen und Befestigungsmaterial.

Montagekosten

Die Montage durch einen Spenglerbetrieb schlägt mit 20 bis 35 Euro pro Laufmeter zu Buche. Der Stundensatz eines Spenglers in Österreich liegt bei 50 bis 85 Euro. Die Montagekosten hängen stark von der Gebäudehöhe, der Zugänglichkeit und der Komplexität der Dachform ab.

Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus

Material Gesamtkosten pro lfm (inkl. Montage) EFH gesamt (ca. 40-50 lfm)
Kunststoff ca. 30 Euro 1.200-1.500 Euro
Aluminium ca. 40 Euro 1.600-2.000 Euro
Titanzink ca. 64 Euro 2.500-3.200 Euro
Kupfer ca. 100 Euro 4.000-5.000 Euro
Edelstahl ca. 100 Euro 4.000-5.000 Euro

Im Durchschnitt liegen die Gesamtkosten für die Dachentwässerung eines typischen Einfamilienhauses in Österreich bei 2.300 bis 4.000 Euro. Einen hilfreichen Kostenrechner speziell für Dachrinnen bietet die Plattform daibau.at.

Dachrinne reinigen und warten

Regelmäßige Reinigung ist der wichtigste Faktor für eine lange Lebensdauer der Dachrinne. Verstopfungen durch Laub, Moos und Schmutz führen zu Rückstau, Überlaufen und langfristig zu Korrosionsschäden.

Reinigungsintervalle

  • Standardgebäude: Zweimal jährlich -- im Frühjahr nach der Blütezeit und im Spätherbst nach dem Laubfall.
  • Gebäude in der Nähe von Bäumen: Vierteljährliche Reinigung empfohlen, da Laub, Blüten und Nadeln die Rinne deutlich schneller zusetzen.

Professionelle Reinigung

Ein Fachbetrieb berechnet für die Dachrinnenreinigung in der Regel 2,50 bis 4 Euro pro Laufmeter zuzüglich einer Anfahrtspauschale von rund 40 Euro. Für ein Einfamilienhaus mit 40 bis 50 Laufmetern Dachrinne ergibt das Kosten von 140 bis 240 Euro pro Reinigung.

Laubschutz als Prävention

Laubschutzgitter oder Laubfangsysteme reduzieren den Reinigungsaufwand erheblich. Sie werden auf die Dachrinne aufgelegt oder eingeklipst und verhindern, dass grobes Laub und Äste in die Rinne gelangen. Feineres Material wie Blütenpollen und Moospartikel gelangt trotzdem in die Rinne, weshalb eine gelegentliche Kontrolle auch mit Laubschutz notwendig bleibt.

Dachrinne reparieren

Kleine Schäden an der Dachrinne lassen sich oft selbst beheben, bevor ein kostspieliger Austausch notwendig wird.

Undichte Stellen und kleine Löcher

Löcher und Risse bis zu einem Durchmesser von etwa 10 Millimetern können mit spezieller Dichtungsmasse auf Bitumenbasis oder mit selbstklebendem Reparaturband aus Aluminium verschlossen werden. Die betroffene Stelle muss dafür sauber, trocken und fettfrei sein.

Undichte Verbindungen

Undichte Rinnenverbindungen bei Metallrinnen sollten idealerweise nachgelötet werden, was allerdings Fachkenntnisse erfordert. Im Übergangsbereich zwischen Rinne und Mauerwerk oder Fallrohr kann Silikon als temporäre Abdichtung dienen.

Wann ein Austausch notwendig ist

Bei Löchern mit einem Durchmesser von mehr als 10 Millimetern, bei großflächiger Korrosion oder bei durchgerosteten Verbindungen ist ein Teilaustausch oder ein kompletter Austausch der betroffenen Rinnenstücke wirtschaftlicher als wiederholte Reparaturen.

Dachrinnenheizung gegen Eisbildung

In Höhenlagen und an schattigen Gebäudeseiten kann Eis in der Dachrinne zum ernsthaften Problem werden. Gefrorenes Wasser dehnt sich aus und kann Rinnen und Fallrohre sprengen. Herabfallende Eiszapfen stellen zudem eine erhebliche Gefahr für Passanten dar -- Hauseigentümer unterliegen hier der Verkehrssicherungspflicht.

Funktion und Kosten

Heizkabel werden in die Dachrinne und in die Fallrohre verlegt. Sie halten die Temperatur über dem Gefrierpunkt und verhindern so die Eisbildung. Die Materialkosten liegen bei 5 bis 20 Euro pro Meter, die Heizleistung beträgt 15 bis 50 Watt pro Meter.

Energieeffizienz durch Eismelder

In Kombination mit einem Eismelder, der Temperatur und Feuchtigkeit misst, schaltet sich die Heizung nur bei tatsächlicher Frostgefahr ein. Das spart bis zu 80 Prozent der Stromkosten gegenüber einem Dauerbetrieb. Eine Dachrinnenheizung ist besonders sinnvoll bei regelmäßiger Eisbildung, Norddächern und Gebäuden in Lagen über 600 Meter Seehöhe.

Dachentwässerung und Regenwasserableitung in Österreich

Die Ableitung des Regenwassers unterliegt in Österreich gesetzlichen Regelungen, die sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden können. Grundsätzlich gewinnt die dezentrale Versickerung gegenüber dem direkten Kanalanschluss immer mehr an Bedeutung.

Versickerungspflicht und Kanalgebühren

Immer mehr österreichische Gemeinden schreiben eine Versickerung des Niederschlagswassers auf dem eigenen Grundstück vor oder fördern sie durch reduzierte Kanalgebühren. Die Kanalanschlussgebühren für Regenwasser variieren je nach Gemeinde erheblich und können einen relevanten Kostenfaktor darstellen. Die Umweltberatung Österreich bietet weiterführende Informationen zur nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung.

Möglichkeiten der Regenwasserableitung

  • Kanalanschluss: Direkte Einleitung in den Regenwasserkanal oder Mischkanal -- einfach, aber zunehmend teurer und ökologisch weniger erwünscht.
  • Versickerungsmulden: Flache, begrünte Geländemulden, in denen das Wasser langsam versickert.
  • Rigolen: Unterirdische Kiespackungen oder Kunststoffkörper, die das Wasser zwischenspeichern und kontrolliert an den Boden abgeben.
  • Regenwassernutzung: Sammlung in Zisternen oder Regentonnen für die Gartenbewässerung oder als Brauchwasser. Mehr dazu im Ratgeber zur Regenwassernutzung und Zisternen.

Häufige Fehler bei der Dachrinne

Viele Probleme mit der Dachentwässerung lassen sich auf vermeidbare Planungs- und Ausführungsfehler zurückführen. Die folgenden Fehler treten besonders häufig auf.

Falsches oder fehlendes Gefälle

Ohne ausreichendes Gefälle (mindestens 3 mm/m nach ÖNORM) steht Wasser in der Rinne, verursacht Korrosion und bietet Mücken ideale Brutstätten. Auch ein Gegengefälle durch abgesackte Halter führt zu Problemen.

Zu wenige Rinnenhalter

Werden Rinnenhalter in zu großem Abstand montiert, hängt die Rinne durch und das Gefälle stimmt nicht mehr. Die Folge sind Wassersäcke und ein erhöhtes Risiko, dass die Rinne bei Schnee- oder Eislast abreißt.

Falsche Dimensionierung

Eine zu kleine Rinne läuft bei Starkregen über, eine zu große Rinne wirkt optisch unproportional und verursacht unnötige Kosten. Die Berechnung nach ÖNORM B 2501 ist daher unerlässlich.

Kontaktkorrosion

Die Kombination unverträglicher Metalle -- insbesondere Kupfer mit Zink oder Aluminium -- führt zur galvanischen Korrosion. Das unedlere Metall wird dabei zersetzt. Bereits kupferhaltiges Wasser, das auf Zinkrinnen trifft, kann Schäden verursachen.

Falscher Dachüberstand

Ragt das Dach zu weit über die Rinne hinaus, fließt das Wasser an der Rinne vorbei. Liegt die Rinne zu weit unter dem Dach, kann bei Starkregen Wasser über die Rinnenvorderkante spritzen. Der optimale Überstand liegt bei einem Drittel bis zur Hälfte der Rinnenbreite.

Fehlende Wartung

Verstopfte Rinnen und Fallrohre sind die häufigste Ursache für Feuchteschäden an Fassaden. Zweimal jährlich sollte die Rinne kontrolliert und gereinigt werden, bei umliegenden Bäumen entsprechend häufiger.

Dachrinne selbst montieren oder Fachbetrieb beauftragen?

Ob die Montage in Eigenleistung sinnvoll ist, hängt vom Material, der Gebäudehöhe und den handwerklichen Fähigkeiten ab.

Voraussetzungen für die Eigenmontage

Kunststoff-Dachrinnen eignen sich dank ihrer Steckverbindungen am besten für die Selbstmontage. Aluminium ist mit etwas Erfahrung ebenfalls machbar. Titanzink und Kupfer erfordern Lötkenntnisse und Spezialwerkzeug -- hier sollte ein Spenglerbetrieb beauftragt werden.

Sicherheitsaspekte

Arbeiten auf dem Dach und der Leiter bergen erhebliche Unfallrisiken. Ab einer Traufhöhe von mehr als 3 Metern sollte ein Gerüst aufgestellt werden. Für Gebäude mit mehr als einem Stockwerk ist die Beauftragung eines Fachbetriebs aus Sicherheitsgründen dringend empfohlen.

Kostenersparnis durch Eigenleistung

Durch die Selbstmontage lassen sich die Montagekosten von 20 bis 35 Euro pro Laufmeter einsparen. Bei einem Einfamilienhaus mit 50 Laufmetern ergibt das eine Ersparnis von 1.000 bis 1.750 Euro. Diesem Betrag stehen allerdings die Kosten für Werkzeug, Gerüstmiete und der zeitliche Aufwand gegenüber.

Normen und Vorschriften in Österreich

Für die Planung und Ausführung der Dachentwässerung gelten in Österreich mehrere Normen und Regelwerke, die verbindliche Mindestanforderungen definieren.

  • ÖNORM B 2501: Entwässerungsanlagen für Gebäude -- regelt die Dimensionierung und Ausführung der Dachentwässerung.
  • EN 12056-3: Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden -- Dachentwässerung, Planung und Bemessung.
  • DIN EN 612: Hängedachrinnen und Regenwasserabflussrohre aus Metallblech -- Begriffe, Einteilung und Anforderungen.
  • Verkehrssicherungspflicht: Hauseigentümer haften für Schäden durch herabfallende Eiszapfen oder unkontrolliert ablaufendes Wasser.

Die Einhaltung dieser Normen wird bei Neubauten und genehmigungspflichtigen Sanierungen von der Baubehörde überprüft. Ein ausführender Spenglerbetrieb haftet für die normgerechte Ausführung.

Lebensdauer verlängern -- Tipps für die Langzeitpflege

Mit wenigen Maßnahmen lässt sich die Lebensdauer der Dachrinne deutlich verlängern und der Wartungsaufwand minimieren.

  • Regelmäßige Sichtkontrolle: Mindestens zweimal im Jahr die Rinne auf Verschmutzung, Durchhängen und Undichtigkeiten prüfen.
  • Laubschutz montieren: Gitter oder Bürsten verhindern grobe Verschmutzung und reduzieren den Reinigungsaufwand.
  • Vegetation zurückschneiden: Überhängende Äste beschädigen die Rinne und erhöhen den Laubeintrag.
  • Verbindungen kontrollieren: Lötstellen, Dichtungen und Steckverbindungen regelmäßig auf Dichtheit prüfen.
  • Fallrohre durchspülen: Mindestens einmal jährlich mit dem Gartenschlauch durchspülen, um Ablagerungen zu entfernen.
  • Beschädigungen sofort beheben: Kleine Risse und Undichtigkeiten frühzeitig reparieren, bevor sie sich ausweiten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie oft muss eine Dachrinne gereinigt werden?

Eine Dachrinne sollte mindestens zweimal jährlich gereinigt werden: im Frühjahr und im Spätherbst nach dem Laubfall. Bei Gebäuden in der Nähe von Bäumen empfiehlt sich eine vierteljährliche Reinigung. Die professionelle Reinigung kostet 2,50 bis 4 Euro pro Laufmeter zuzüglich einer Anfahrtspauschale von rund 40 Euro.

Welches Material eignet sich am besten für eine Dachrinne?

Titanzink bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis mit 35 bis 40 Jahren Lebensdauer bei rund 15 Euro pro Laufmeter. Kupfer und Edelstahl halten über 50 Jahre, sind aber mit 20 bis 30 Euro pro Laufmeter teurer. Kunststoff ist mit 5 Euro pro Laufmeter am günstigsten, hält aber nur 10 bis 15 Jahre.

Was kostet eine neue Dachrinne für ein Einfamilienhaus in Österreich?

Die Gesamtkosten inklusive Montage liegen für ein Einfamilienhaus in Österreich bei 2.300 bis 4.000 Euro. Kunststoffrinnen kosten komplett rund 30 Euro pro Laufmeter, Titanzink etwa 64 Euro pro Laufmeter und Kupfer rund 100 Euro pro Laufmeter. Der Stundensatz eines Spenglers beträgt 50 bis 85 Euro.

Welches Gefälle braucht eine Dachrinne?

Das Gefälle sollte mindestens 2 bis 3 Millimeter pro Laufmeter betragen. Die ÖNORM schreibt ein Mindestgefälle von 3 mm/m vor. Bei einer 10 Meter langen Rinne ergibt das einen Höhenunterschied von 3 Zentimetern zwischen dem höchsten Punkt und dem Ablauf.

Kann man eine Dachrinne selbst montieren?

Kunststoff-Dachrinnen eignen sich dank Steckverbindungen gut für die Selbstmontage. Aluminiumrinnen sind mit etwas Erfahrung ebenfalls machbar. Titanzink und Kupfer erfordern Lötkenntnisse und sollten vom Spenglerbetrieb montiert werden. Ab einer Traufhöhe von 3 Metern ist aus Sicherheitsgründen ein Gerüst empfohlen.

Wann ist eine Dachrinnenheizung sinnvoll?

Eine Dachrinnenheizung lohnt sich bei regelmäßiger Eisbildung, an Norddächern und in Lagen über 600 Meter Seehöhe. Heizkabel kosten 5 bis 20 Euro pro Meter. In Kombination mit einem Eismelder lassen sich bis zu 80 Prozent der Stromkosten sparen. Hauseigentümer unterliegen zudem der Verkehrssicherungspflicht bei Eiszapfenbildung.

Welche Dachrinnengroeße brauche ich?

Die Rinnengröße richtet sich nach der wirksamen Dachgrundfläche und wird nach ÖNORM B 2501 berechnet. Für ein typisches Einfamilienhaus mit bis zu 80 Quadratmetern Dachgrundfläche genügt in der Regel die Nennweite RG 250. Pro 12 Meter Rinnenlänge ist ein Fallrohr einzuplanen, bei bis zu 24 Metern werden zwei Fallrohre benötigt.