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Fliesen streichen - Anleitung, Kosten und Tipps für Bad und Küche

Alte Fliesen in Bad oder Küche müssen nicht immer raus. Wer die Optik verändern möchte, ohne gleich den ganzen Raum aufzustemmen, kann Fliesen streichen - für einen Bruchteil der Kosten einer Neuverfliesung. Mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Lack halten gestrichene Fliesen mehrere Jahre und sehen dabei erstaunlich gut aus.

Allerdings ist das Ergebnis nur so gut wie die Vorarbeit. Wer Schritte überspringt oder zum falschen Lack greift, erlebt schnell Enttäuschungen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Fliesen fachgerecht streichen, welche Farben sich eignen und worauf Sie in Nassräumen besonders achten müssen.

Wann lohnt sich Fliesen streichen?

Fliesen streichen ist dann sinnvoll, wenn die vorhandenen Fliesen technisch intakt sind - also keine Risse, Hohlstellen oder losen Platten aufweisen - aber optisch nicht mehr gefallen. Typische Situationen: veraltete Farben aus den 80er- oder 90er-Jahren, unmoderne Dekore oder schlicht der Wunsch nach einem frischen Look.

Kostenvergleich mit Alternativen

Der größte Vorteil liegt beim Preis. Für ein kleines Badezimmer mit rund 10 m² Fliesenfläche sehen die Kosten so aus:

  • Fliesen streichen (DIY): 100 bis 200 Euro Materialkosten
  • Fliesenfolie aufkleben: 100 bis 150 Euro - reversibel und damit ideal für Mietwohnungen
  • Komplett neu fliesen lassen: 1.100 bis 3.700 Euro (Material plus Handwerker)

Streichen spart also 80 bis 95 Prozent gegenüber einer professionellen Neuverfliesung.

Eigentum oder Mietwohnung?

Wichtiger Hinweis für Mieter: Gestrichene Fliesen lassen sich kaum rückgängig machen. In einer Mietwohnung brauchen Sie dafür die schriftliche Genehmigung des Vermieters. Ohne Zustimmung drohen bei Auszug Schadenersatzforderungen für die Neuverfliesung. In Mietwohnungen sind Fliesenaufkleber oder -folien die bessere Wahl, da sie sich rückstandslos entfernen lassen.

Welche Fliesen lassen sich streichen?

Grundsätzlich lassen sich die meisten Fliesenarten streichen - allerdings mit unterschiedlichem Aufwand und Ergebnis.

  • Glasierte Wandfliesen (Steingut): Gut geeignet. Die glatte Oberfläche muss angeraut und grundiert werden, dann haftet Fliesenlack zuverlässig.
  • Glasierte Steinzeugfliesen: Ebenfalls gut geeignet, gleiche Vorbereitung wie bei Steingut.
  • Unglasierte Steinzeugfliesen: Die rauere Oberfläche bietet sogar bessere Haftung als glasierte Varianten.
  • Feinsteinzeug: Bedingt geeignet. Die extrem dichte Oberfläche mit einer Wasseraufnahme unter 0,5 Prozent erschwert die Haftung erheblich. Hier ist besonders sorgfältiges Anrauen und eine spezielle Grundierung nötig.

Nicht streichen sollten Sie lose oder beschädigte Fliesen (erst reparieren), Fliesen mit Silikonresten (Lack haftet nicht auf Silikon) und Fliesen im direkten Duschbereich (hier ist die Dauerbelastung durch Wasser zu hoch).

Wandfliesen oder Bodenfliesen - der entscheidende Unterschied

Wandfliesen zu streichen ist deutlich einfacher und haltbarer als Bodenfliesen. Der Grund: Wandfliesen werden nicht mechanisch belastet - niemand läuft darauf, stellt Möbel darauf oder schiebt Gegenstände darüber.

Für Wandfliesen reicht ein einfacher Einkomponenten-Fliesenlack (1K-Lack) in den meisten Fällen aus. Für Bodenfliesen ist dagegen zwingend ein Zweikomponenten-Lack (2K-Lack) auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis erforderlich. Einkomponentenlacke sind für Böden schlicht nicht abriebfest genug und versagen nach kurzer Zeit. Mehr zu Epoxidharzbeschichtungen für Böden finden Sie in unserem Ratgeber zur Bodenbeschichtung.

Die richtige Farbe wählen

Beim Fliesenlack gibt es drei grundlegende Typen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften:

Einkomponenten-Fliesenlack (1K-Lack)

Die einfachste und günstigste Lösung. Der Lack ist gebrauchsfertig und lässt sich unkompliziert verarbeiten. Geeignet für wenig beanspruchte Wandfliesen, etwa im Gäste-WC oder an selten genutzten Wänden. Die Haltbarkeit liegt bei circa 2 bis 3 Jahren. Für Bodenfliesen, Nassräume und Küchen ist 1K-Lack nicht geeignet.

Zweikomponenten-Fliesenlack (2K-Lack)

Besteht aus Harz und Härter, die vor dem Auftragen gemischt werden. Das Ergebnis ist ein sehr strapazierfähiger, kratzfester und wasserbeständiger Anstrich mit einer Haltbarkeit von 5 bis 10 Jahren. Geeignet für Badezimmer, Küche und Bodenfliesen. Wichtig: Nach dem Anmischen beginnt die Verarbeitungszeit zu laufen - Sie müssen zügig arbeiten. Atemschutz und gute Belüftung sind bei 2K-Lacken Pflicht, da gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen.

Ein Nachteil von Epoxidharzlacken: Sie sind nicht vergilbungsfest. Bei weißen oder hellen Flächen kann sich über die Jahre ein Gelbstich entwickeln. Polyurethanlacke (PU) haben dieses Problem nicht.

Kreidefarbe mit Versiegelung

Kreidefarbe ergibt eine matte, pudrige Oberfläche im beliebten Shabby-Chic-Look. Sie ist wasserbasiert, lösemittelfrei und einfach zu verarbeiten. Allerdings ist Kreidefarbe allein viel zu porös für Fliesen - sie muss zwingend mit einem 2K-Klarlack versiegelt werden, sonst lässt sie sich beim ersten Wischen wieder ablösen. Für Bodenfliesen ist Kreidefarbe auch mit Versiegelung nicht geeignet.

Fliesenlack wird mit einer Schaumstoffrolle gleichmäßig auf Wandfliesen aufgetragen

Fliesen streichen - Schritt für Schritt

Die Vorarbeit entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Planen Sie für ein durchschnittliches Badezimmer rund drei Tage ein - den Großteil davon für Trocknung.

Werkzeug und Material

  • Engporige Schaumstoffrolle (keine Tapetenrolle - hinterlässt Strukturen)
  • Pinsel für Ecken, Kanten und Fugen
  • Malerkrepp und Abdeckfolie
  • Schleifpapier Körnung 240 oder Schleifvlies
  • Anlauger und Entfetter
  • Grundierung (Haftgrund oder Sperrgrund)
  • Fliesenlack (1K oder 2K je nach Einsatzbereich)
  • Schutzbrille, Staubmaske, Handschuhe
  • Bei 2K-Lack: Atemschutzmaske

Schritt 1: Gründlich reinigen

Der wichtigste Schritt überhaupt. Die Fliesen müssen komplett frei sein von Fett, Seifenresten, Kalk und Staub. Verwenden Sie einen speziellen Anlauger oder Entfetter. In der Küche reicht ein normaler Reiniger oft nicht - hier helfen Reinigungsalkohol oder Waschbenzin gegen hartnäckige Fettfilme (Handschuhe tragen, gut lüften). Nach der Reinigung die Fliesen vollständig trocknen lassen.

Schritt 2: Fugen kontrollieren und Silikon entfernen

Lose oder beschädigte Fugen auskratzen und mit frischer Fugenmasse erneuern. Besonders wichtig: Alte Silikonfugen komplett entfernen. Fliesenlack haftet nicht auf Silikon - jeder Silikonrest wird zur Schwachstelle im Anstrich. Neue Silikonfugen werden erst ganz am Ende, nach dem vollständigen Durchtrocknen des Lacks, gesetzt.

Schritt 3: Fliesen anschleifen

Rauen Sie die Fliesenoberfläche mit Schleifpapier der Körnung 240 oder Schleifvlies leicht an. Das Ziel ist nicht, die Glasur abzuschleifen, sondern feine Kratzer zu erzeugen, an denen die Grundierung haften kann. Tragen Sie Schutzbrille und Staubmaske. Bei größeren Flächen können Sie eine Schleifmaschine im Baumarkt ausleihen (circa 30 Euro pro Tag). Nach dem Schleifen den Staub sorgfältig mit einem feuchten Mikrofasertuch entfernen.

Schritt 4: Abkleben und abdecken

Kleben Sie Übergänge, Armaturen, Badewannenrand und Boden sorgfältig mit Malerkrepp ab. Decken Sie den Boden und alle Einrichtungsgegenstände mit Folie ab.

Schritt 5: Grundierung auftragen

Tragen Sie den Haftgrund gleichmäßig mit einer Schaumstoffrolle auf. Die Grundierung enthält weiße Pigmente, die Verfärbungen abdecken und den Farbwechsel von dunkel zu hell erleichtern. Trocknungszeit: 16 bis 24 Stunden.

Schritt 6: Erste Lackschicht auftragen

Arbeiten Sie nass in nass - tragen Sie die Farbe zügig und gleichmäßig auf, ohne Bereiche zwischendurch antrocknen zu lassen. Sonst entstehen sichtbare Übergänge und Flecken. Verwenden Sie eine engporige Schaumstoffrolle und tragen Sie den Lack dünn auf. Zu dicke Schichten führen zu Laufnasen und ungleichmäßiger Oberfläche. Ecken und Kanten mit dem Pinsel vorarbeiten.

Schritt 7: Zweite Lackschicht

Nach 6 bis 12 Stunden Trocknungszeit die zweite Schicht auftragen. Optional können Sie vor der zweiten Schicht leichte Unebenheiten mit feinem Schleifpapier glätten und den Staub entfernen. Bei einem Farbwechsel von dunkel zu hell kann eine dritte Schicht nötig sein - rechnen Sie mit rund 30 Prozent mehr Materialverbrauch.

Schritt 8: Versiegeln und fertigstellen

Nach 1 bis 2 Tagen Trocknung können Sie optional eine Versiegelung auftragen - besonders empfehlenswert in Nassräumen und auf Bodenfliesen. Erst jetzt die neuen Silikonfugen setzen. Wichtig: Die volle Belastbarkeit erreicht der Lack erst nach circa 10 Tagen. In dieser Zeit die Fliesen möglichst nicht berühren und Bodenfliesen nicht betreten.

Besonderheiten bei Bodenfliesen

Bodenfliesen zu streichen ist anspruchsvoller als Wandfliesen und das Ergebnis weniger langlebig. Tägliches Betreten, Möbelrücken und Reinigung beanspruchen die Lackschicht deutlich stärker.

  • Nur 2K-Lack verwenden: Zweikomponenten-Lack auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis ist die einzige Option mit ausreichender Abriebfestigkeit.
  • Haltbarkeit: Auf Bodenfliesen hält der Anstrich circa 3 bis 7 Jahre - in Hauptbädern mit täglicher Nutzung eher am unteren Ende.
  • Filzgleiter: Bringen Sie unter allen Möbeln Filzgleiter an, um Kratzer zu vermeiden.
  • Trocknungszeit: Bodenfliesen nach dem Streichen mehrere Tage nicht betreten.

Für stark frequentierte Räume wie Flure oder offene Wohnküchen ist Fliesen streichen nur bedingt empfehlenswert. Hier lohnt sich eher eine vollwertige Bodenbeschichtung oder ein neuer Bodenbelag.

Gestrichene Küchenfliesen als Fliesenspiegel in modernem Grauton

Fliesen streichen im Bad

Das Badezimmer ist der häufigste Einsatzort für gestrichene Fliesen - und gleichzeitig der anspruchsvollste. Ständiger Kontakt mit Wasser, hohe Luftfeuchtigkeit und Dampf stellen den Anstrich auf eine harte Probe.

Verwenden Sie im Bad ausschließlich 2K-Lack und tragen Sie im Spritzwasserbereich eine zusätzliche Versiegelung auf. Sorgen Sie während der gesamten Trocknungsphase für gute Belüftung - nicht nur wegen der Lösemitteldämpfe, sondern auch weil Feuchtigkeit die Aushärtung beeinträchtigt.

Im direkten Duschbereich ist Fliesen streichen nur eingeschränkt zu empfehlen. Selbst wasserfester Fliesenlack hält der Dauerbelastung durch stehendes und fließendes Wasser oft nicht lange stand. Feuchtigkeit kann unter die Farbschicht gelangen und zu Blasenbildung und Ablösungen führen. Für diesen Bereich sollten Sie Alternativen wie Fliesenaufkleber oder eine vollständige Erneuerung in Betracht ziehen.

Fliesen streichen in der Küche

In der Küche sind die Herausforderungen andere als im Bad: Fettspritzer, Hitze hinter dem Herd und häufiges Reinigen mit kräftigen Mitteln beanspruchen die Lackoberfläche.

  • Vorbereitung: Die Entfettung ist in der Küche besonders wichtig. Verwenden Sie einen Anlauger oder Reinigungsalkohol - normaler Haushaltsreiniger reicht gegen den oft unsichtbaren Fettfilm auf Küchenfliesen nicht aus.
  • Hinter dem Herd: Hier ist Hitzebeständigkeit gefragt. Verwenden Sie 2K-Lack und tragen Sie mindestens eine Schicht mehr auf als an weniger beanspruchten Stellen.
  • Pflege: Verzichten Sie auf aggressive Fettlöser - sie greifen die Lackoberfläche an. Milde Reiniger und weiche Tücher reichen aus, wenn Sie regelmäßig reinigen.

Insgesamt ist die Haltbarkeit in der Küche etwas besser als im Spritzwasserbereich des Bades, da die Belastung durch Wasser geringer ausfällt.

Was kostet Fliesen streichen?

Materialkosten pro Quadratmeter

Die Materialkosten liegen je nach Lackqualität bei 2,50 bis 10 Euro pro m². Ein Liter Fliesenlack reicht für circa 10 bis 14 m² pro Anstrich. Bei zwei Schichten verdoppelt sich der Verbrauch entsprechend.

Orientierungswerte für den Materialbedarf:

  • Bis 10 m²: circa 0,25 Liter Grundierung und 1,5 Liter Lack
  • Bis 20 m²: circa 0,5 Liter Grundierung und 3 Liter Lack
  • Bis 30 m²: circa 0,75 Liter Grundierung und 4,5 Liter Lack

Gesamtkosten im Vergleich

Für ein durchschnittliches Badezimmer mit 10 m² Fliesenfläche ergeben sich folgende Gesamtkosten:

  • Fliesen streichen (DIY): 100 bis 200 Euro
  • Neu fliesen lassen (Profi): 1.100 bis 3.700 Euro

Die Handwerkerkosten für einen Fliesenleger liegen in Österreich bei 40 bis 60 Euro pro Stunde, die reinen Verlegekosten bei 30 bis 120 Euro pro m² inklusive Kleber und Verfugung. Dazu kommen die Fliesenkosten von 15 bis 30 Euro pro m² für mittlere Qualität.

Haltbarkeit und Pflege gestrichener Fliesen

Die Haltbarkeit von Fliesenlack hängt stark vom verwendeten Lacktyp und der Beanspruchung ab:

  • 1K-Lack auf Wandfliesen: circa 2 bis 3 Jahre
  • 2K-Lack auf Wandfliesen: 5 bis 10 Jahre
  • 2K-Lack auf Bodenfliesen: 3 bis 7 Jahre
  • Kreidefarbe ohne Versiegelung: unter 1 Jahr - nicht empfehlenswert

Pflegetipps für lange Haltbarkeit

  • Nur milde, pH-neutrale Reiniger verwenden
  • Weiche Tücher oder Schwämme benutzen - keine Scheuermilch, keine Scheuerschwämme
  • Aggressive Chemikalien und Fettlöser vermeiden
  • Bodenfliesen nicht mit zu viel Wasser wischen
  • Kleine Kratzer und Risse sofort ausbessern, bevor Feuchtigkeit eindringen kann
  • Auf Blasenbildung oder Ablösungen achten - das deutet auf Feuchtigkeitsschäden hin

Die häufigsten Fehler beim Fliesen streichen

Fast alle Misserfolge beim Fliesen streichen lassen sich auf dieselben Fehler zurückführen:

  • Unzureichende Reinigung: Selbst unsichtbare Fett- und Seifenreste verhindern die Haftung. Anschleifen allein reicht nicht - vorher immer gründlich entfetten.
  • Grundierung weggelassen: Ohne Haftgrund perlt der Lack von der glatten Fliesenoberfläche regelrecht ab.
  • Silikon nicht entfernt: Jeder Silikonrest unter dem Lack wird zur Schwachstelle. Alte Fugen müssen komplett raus.
  • Falsche Farbe gewählt: Normale Wandfarbe hält auf Fliesen nicht. Auf Bodenfliesen versagt 1K-Lack innerhalb weniger Wochen.
  • Zu dick aufgetragen: Dicke Schichten trocknen ungleichmäßig und bilden Laufnasen. Lieber dünn auftragen und dafür mehrere Schichten streichen.
  • Falsche Rolle: Tapetenrollen hinterlassen eine unschöne Struktur. Immer eine engporige Schaumstoffrolle verwenden.
  • Trocknungszeiten nicht eingehalten: Zu frühes Überstreichen oder Betreten beschädigt den Lack dauerhaft. Mindestens 12 Stunden zwischen den Schichten, 10 Tage bis zur vollen Belastbarkeit.
  • Nicht nass in nass gearbeitet: Wenn die Farbe stellenweise antrocknet, bevor die angrenzende Fläche gestrichen wird, entstehen sichtbare Übergänge und Flecken.

Häufige Fragen zum Fliesen streichen

Kann man Fliesen im Bad einfach überstreichen?

Ja, Badfliesen lassen sich mit speziellem Fliesenlack überstreichen. Voraussetzung ist eine gründliche Vorbereitung: Die Fliesen müssen fettfrei gereinigt, angeschliffen und grundiert werden. Für Badezimmer empfiehlt sich ein Zweikomponenten-Lack, da er wasserbeständiger ist als Einkomponenten-Produkte. Im direkten Duschbereich ist das Ergebnis allerdings nur eingeschränkt haltbar.

Wie lange halten gestrichene Fliesen?

Die Haltbarkeit hängt vom Lacktyp und der Beanspruchung ab. Einkomponenten-Lack auf Wandfliesen hält circa 2 bis 3 Jahre, Zweikomponenten-Lack auf Wandfliesen 5 bis 10 Jahre. Auf Bodenfliesen ist mit 3 bis 7 Jahren zu rechnen. Regelmäßige schonende Pflege mit milden Reinigern verlängert die Lebensdauer erheblich.

Was kostet es, Fliesen zu streichen?

Die Materialkosten für Fliesenlack liegen bei 2,50 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Für ein kleines Badezimmer mit 10 m² Fliesenfläche kommen Sie mit 100 bis 200 Euro Gesamtkosten aus. Zum Vergleich: Eine professionelle Neuverfliesung desselben Raums kostet in Österreich 1.100 bis 3.700 Euro. Streichen spart damit 80 bis 95 Prozent der Kosten.

Welcher Lack eignet sich für Bodenfliesen?

Für Bodenfliesen ist ausschließlich ein Zweikomponenten-Lack auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis geeignet. Einkomponenten-Lacke sind nicht abriebfest genug und versagen auf Böden nach kurzer Zeit. Auch Kreidefarbe ist selbst mit Versiegelung für Böden nicht geeignet. Nach dem Streichen müssen Bodenfliesen mehrere Tage lang unbetreten bleiben und erreichen ihre volle Belastbarkeit erst nach etwa 10 Tagen.

Muss man Fliesen vor dem Streichen schleifen?

Ja, glasierte Fliesen sollten vor dem Streichen mit Schleifpapier der Körnung 240 oder Schleifvlies leicht angeraut werden. Dadurch entstehen feine Kratzer, an denen die Grundierung besser haften kann. Bei unglasierten Fliesen mit ohnehin rauer Oberfläche kann das Anschleifen entfallen, wenn stattdessen ein Anlauger verwendet wird. Wichtig: Nur leicht anrauen, nicht die Glasur komplett abschleifen.

Darf man in einer Mietwohnung Fliesen streichen?

Nur mit schriftlicher Genehmigung des Vermieters. Gestrichene Fliesen sind eine dauerhafte Veränderung, die sich kaum rückgängig machen lässt. Ohne Zustimmung drohen bei Auszug Schadenersatzforderungen für die Neuverfliesung. In Mietwohnungen sind Fliesenaufkleber oder Fliesenfolien die bessere Alternative, da sie sich rückstandslos entfernen lassen und meist zwischen 100 und 150 Euro kosten.

Wie reinigt man gestrichene Fliesen richtig?

Verwenden Sie ausschließlich milde, pH-neutrale Reiniger und weiche Tücher oder Schwämme. Scheuermilch, Scheuerschwämme und aggressive Chemikalien beschädigen die Lackoberfläche und verkürzen die Lebensdauer erheblich. Wischen Sie Bodenfliesen nicht mit zu viel Wasser und bessern Sie kleine Kratzer oder Risse sofort aus, bevor Feuchtigkeit unter die Lackschicht gelangen kann.