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Förderung Fenstertausch Österreich - Sanierungsbonus, Kosten und Alternativen

Alte Fenster sind einer der größten Schwachpunkte in der Gebäudehülle. Über undichte oder schlecht isolierte Fenster gehen bis zu 25 Prozent der Heizenergie verloren. Ein Fenstertausch zählt daher zu den wirksamsten Maßnahmen bei der thermischen Sanierung. In Österreich gibt es dafür verschiedene Fördermöglichkeiten - doch die Lage hat sich 2026 grundlegend verändert.

Der Sanierungsbonus des Bundes, der bis zu 5.000 Euro Zuschuss für den Fenstertausch ermöglichte, wurde am 2. Februar 2026 überraschend gestoppt. Neue Anträge sind derzeit nicht möglich. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Alternativen es gibt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und worauf Sie beim Fenstertausch achten sollten.

Sanierungsbonus 2026 - aktueller Status

Die Sanierungsoffensive des Bundes hat den Sanierungsbonus für Fenster und Gebäudehülle am 2. Februar 2026 eingestellt. Das verbliebene Budget fließt nun ausschließlich in den Kesseltausch, da dieser laut Ministerium eine höhere CO2-Einsparung pro eingesetztem Euro erzielt.

Was galt bis zum Stopp?

Der Sanierungsbonus bot folgende Konditionen für den Fenstertausch:

  • Förderhöhe Einzelmaßnahme: Bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit für den Fenstertausch als Einzelmaßnahme (Teilsanierung)
  • Umfassende Sanierung: Bis zu 20.000 Euro bei gleichzeitiger Sanierung von Fassade, Dach oder Kellerdecke
  • Förderanteil: Maximal 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten
  • Mindestumfang: Mindestens 75 Prozent aller bestehenden Fenster und Außentüren mussten ausgetauscht werden
  • U-Wert-Anforderung: Neue Fenster mussten einen Uw-Wert von höchstens 1,1 W/m2K aufweisen
  • Gebäudealter: Das Gebäude musste mindestens 15 Jahre alt sein

Bereits registrierte Projekte

Wer vor dem 2. Februar 2026 eine gültige Registrierung vorgenommen hat, erhält die Förderung weiterhin. Ab der Registrierung war das Budget für neun Monate reserviert. Die Prüfung und Auszahlung laufender Anträge erfolgt wie gewohnt über die Sanierungsoffensive auf oesterreich.gv.at.

Landesförderungen als Alternative

Auch ohne Bundesförderung gibt es Möglichkeiten. Die Landesförderungen der einzelnen Bundesländer bestehen unabhängig vom Sanierungsbonus und können beantragt werden.

Förderungen nach Bundesland

Bundesland Förderung Fenstertausch Besonderheiten
Oberösterreich Bis zu 4.800 Euro Einkommensabhängige Staffelung, Kombination mit Wohnbauförderung
Niederösterreich Bis zu 3.000 Euro Im Rahmen der Wohnbausanierung, abhängig von Haushaltseinkommen
Steiermark Bis zu 3.000 Euro Eigenes Sanierungsprogramm des Landes
Salzburg Bis zu 3.000 Euro Wohnbauförderung-Sanierung
Tirol Bis zu 6.000 Euro Großzügige Wohnhaussanierungsförderung
Vorarlberg Bis zu 3.600 Euro Energiesparförderung des Landes
Kärnten Bis zu 3.000 Euro Wohnbauförderung-Sanierung
Burgenland Bis zu 2.400 Euro Sanierungsscheck des Landes
Wien Bis zu 4.200 Euro Thewosan-Programm der Stadt Wien

Die genauen Konditionen ändern sich regelmäßig. Erkundigen Sie sich direkt beim Wohnbaureferat Ihres Bundeslandes nach den aktuellen Bedingungen. Die Landesförderungen konnten bisher mit dem Sanierungsbonus des Bundes kombiniert werden.

Kosten für den Fenstertausch

Die Kosten für neue Fenster hängen von Material, Verglasung, Größe und Einbauaufwand ab. Ein realistischer Überblick hilft bei der Budgetplanung.

Materialkosten nach Fenstertyp

Fenstertyp Preis pro Fenster (inkl. Einbau) Uw-Wert Lebensdauer
Kunststoff-Fenster (3-fach) 500 - 900 Euro 0,8 - 1,0 W/m2K 30 - 40 Jahre
Holz-Fenster (3-fach) 700 - 1.200 Euro 0,7 - 0,9 W/m2K 40 - 50 Jahre
Holz-Alu-Fenster (3-fach) 900 - 1.500 Euro 0,7 - 0,9 W/m2K 50+ Jahre
Alu-Fenster (3-fach) 800 - 1.400 Euro 0,8 - 1,1 W/m2K 40 - 50 Jahre

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 12 bis 15 Fenstern rechnen Sie mit Gesamtkosten von 8.000 bis 18.000 Euro inklusive Montage und Entsorgung der Altfenster. Hochwertige Holz-Alu-Fenster können das Budget auf über 20.000 Euro treiben.

Zusätzliche Kostenfaktoren

  • Demontage und Entsorgung: Circa 50 bis 100 Euro pro Altfenster
  • Innenverkleidung (Laibung): Circa 80 bis 150 Euro pro Fenster
  • Außenfensterbänke: Circa 40 bis 100 Euro pro Stück
  • Rollläden (falls gleichzeitig erneuert): Circa 300 bis 800 Euro pro Fenster
  • Anschlussarbeiten (Putz, Farbe): Circa 100 bis 200 Euro pro Fenster

Warum sich der Fenstertausch trotzdem lohnt

Auch ohne Bundesförderung ist der Fenstertausch eine der wirtschaftlichsten Sanierungsmaßnahmen. Die Energieeinsparung macht sich über die Lebensdauer der Fenster mehrfach bezahlt.

Energieeinsparung konkret

Der Unterschied zwischen alten Einfachglas-Fenstern und modernen Dreifachverglasungen ist enorm. Ein Fenster aus den 1970er Jahren hat einen Uw-Wert von circa 3,0 bis 5,0 W/m2K. Ein modernes Dreifachglas-Fenster erreicht Werte von 0,7 bis 1,0 W/m2K - das entspricht einer Reduktion des Wärmeverlusts durch die Fenster um 70 bis 80 Prozent.

Für ein typisches Einfamilienhaus mit 20 Quadratmetern Fensterfläche bedeutet das eine jährliche Heizkosten-Ersparnis von circa 400 bis 800 Euro - abhängig vom Energieträger und den lokalen Preisen. Bei Gesamtkosten von 12.000 Euro und einer jährlichen Ersparnis von 600 Euro amortisiert sich die Investition in circa 20 Jahren. Mit Landesförderung reduziert sich dieser Zeitraum auf 15 bis 17 Jahre.

Weitere Vorteile neuer Fenster

  • Wohnkomfort: Keine kalte Zugluft mehr, gleichmäßigere Raumtemperatur, kein Kondenswasser an den Scheiben
  • Schallschutz: Moderne Fenster reduzieren den Außenlärm um bis zu 40 Dezibel - ein spürbarer Unterschied, besonders an stark befahrenen Straßen
  • Einbruchschutz: Neue Fenster mit Sicherheitsbeschlägen (RC2) bieten deutlich besseren Einbruchschutz als Altfenster
  • Wertsteigerung: Eine thermische Sanierung erhöht den Wert Ihrer Immobilie messbar
  • Schimmelprävention: Alte Fenster mit schlechter Dämmung begünstigen Kondensation und damit Schimmelbildung

U-Wert verstehen - die wichtigste Kennzahl

Der U-Wert (genauer: Uw-Wert für das gesamte Fenster) gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied durch das Fenster verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.

U-Werte im Vergleich

  • Einfachverglasung (vor 1970): Uw circa 5,0 W/m2K
  • Isolierverglasung (1970-1995): Uw circa 2,5 bis 3,0 W/m2K
  • Zweifach-Wärmeschutzglas: Uw circa 1,1 bis 1,3 W/m2K
  • Dreifach-Wärmeschutzglas: Uw circa 0,7 bis 1,0 W/m2K
  • Passivhausfenster: Uw unter 0,8 W/m2K

Für die österreichische Bauordnung und die meisten Förderungen gilt ein maximaler Uw-Wert von 1,1 W/m2K als Mindestanforderung. Wir empfehlen, bei einem Neukauf direkt auf Dreifachverglasung mit einem Uw-Wert unter 1,0 zu setzen. Die Mehrkosten gegenüber Zweifachverglasung betragen nur circa 10 bis 15 Prozent, die Energieeinsparung ist jedoch deutlich höher.

Fensterrahmen-Materialien im Vergleich

Die Wahl des Rahmenmaterials beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch Dämmleistung, Haltbarkeit und Pflegeaufwand.

Kunststoff (PVC)

Der Klassiker im privaten Wohnbau. Kunststofffenster bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und sind nahezu wartungsfrei. Moderne Kunststoffprofile erreichen hervorragende Dämmwerte und sind in zahlreichen Farben und Dekoren erhältlich. Die Lebensdauer beträgt 30 bis 40 Jahre.

Holz

Holzfenster überzeugen durch natürliche Optik und exzellente Dämmwerte. Sie sind ökologisch vorteilhaft, erfordern aber regelmäßige Pflege (Streichen alle 5 bis 8 Jahre). Besonders beliebt sind Fichte, Lärche und Eiche. Die Lebensdauer beträgt bei guter Pflege 40 bis 50 Jahre.

Holz-Aluminium

Die Premiumlösung: Innen Holz für Wärme und Wohnlichkeit, außen Aluminium für Witterungsschutz ohne Pflegeaufwand. Holz-Alu-Fenster sind die langlebigste Option mit über 50 Jahren Lebensdauer, allerdings auch die teuerste.

Aluminium

Vor allem im Objektbau und bei modernen Architektenhäusern beliebt. Schmale Profile ermöglichen große Glasflächen und maximalen Lichteinfall. Die Dämmwerte sind bei thermisch getrennten Profilen mittlerweile vergleichbar mit Kunststoff.

Fenstertausch richtig planen

Ein gut geplanter Fenstertausch spart Kosten und vermeidet typische Fehler.

Schritt für Schritt zum neuen Fenster

  • Bestandsaufnahme: Lassen Sie den Zustand Ihrer bestehenden Fenster von einem Fachbetrieb beurteilen. Nicht immer müssen alle Fenster gleichzeitig getauscht werden.
  • Energieberatung: Eine Energieberatung zeigt Ihnen, welche Fenster den größten Effekt bringen und ob ein gleichzeitiger Fassadendämmung sinnvoll ist.
  • Angebote einholen: Holen Sie mindestens drei Angebote von regionalen Fachbetrieben ein. Achten Sie auf detaillierte Leistungsbeschreibungen mit genauen U-Werten.
  • Förderung prüfen: Klären Sie vor Auftragserteilung, welche Landesförderung oder Gemeindeförderung möglich ist. Viele Förderungen erfordern eine Antragstellung vor Baubeginn.
  • Zeitpunkt wählen: Ideal ist der Fenstertausch im Frühling oder Herbst. Im Winter kann die offene Gebäudehülle zu Frostschäden führen, im Hochsommer trocknet der Montageschaum zu schnell.

Häufige Fehler vermeiden

  • Nur Fenster tauschen, Wand nicht dämmen: Neue, dichte Fenster in einer schlecht gedämmten Wand können zu Feuchtigkeitsproblemen führen. Die Feuchtigkeit kondensiert dann an der kältesten Stelle - der Wand statt am Fenster.
  • Lüftung vergessen: Alte Fenster waren undicht und sorgten für permanenten Luftaustausch. Neue, dichte Fenster erfordern bewusstes Lüften oder den Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung.
  • Billigste Angebote wählen: Minderwertige Fenster oder unsachgemäße Montage machen die Investition zunichte. Der RAL-Einbau (normgerechte Montage) ist entscheidend für die tatsächliche Dämmleistung.
  • Rollläden nicht mitplanen: Wenn die Rollläden ebenfalls in die Jahre gekommen sind, ist ein gleichzeitiger Tausch deutlich günstiger als eine spätere Nachrüstung.

Alternativen zum kompletten Fenstertausch

Nicht immer muss es ein Kompletttausch sein. Je nach Zustand und Budget gibt es kostengünstigere Maßnahmen.

  • Glasaustausch: Bei intakten Rahmen kann nur das Glas gegen Wärmeschutzglas getauscht werden. Kosten: circa 150 bis 300 Euro pro Fenster. Sinnvoll bei Holz- oder Holz-Alu-Rahmen in gutem Zustand.
  • Dichtungen erneuern: Oft reicht der Austausch der Fensterdichtungen, um Zugluft zu stoppen. Kosten: circa 5 bis 15 Euro pro Meter Dichtung, als DIY-Maßnahme möglich.
  • Beschläge einstellen: Undichte Fenster sind oft schlecht eingestellte Fenster. Ein Fensterbauer kann die Beschläge nachjustieren - oft kostenlos beim jährlichen Wartungsservice.
  • Vorsatzfenster: Eine Zusatzscheibe wird vor das bestehende Fenster gesetzt. Verbessert die Dämmung deutlich bei geringeren Kosten als ein Komplettausch.

Montage - worauf es beim Einbau ankommt

Selbst das beste Fenster verliert seine Wirkung, wenn es schlecht eingebaut wird. Die Montagequalität ist mindestens so wichtig wie das Produkt selbst. Ein detaillierter Ratgeber zum fachgerechten Fenstertausch zeigt die einzelnen Arbeitsschritte auf.

RAL-Montage als Standard

Die RAL-Montage (nach dem Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren) ist der anerkannte Standard für den normgerechten Fenstereinbau. Sie schreibt unter anderem vor:

  • Dreifache Abdichtung: Innere Ebene dampfdicht, mittlere Ebene wärme- und schalldämmend, äußere Ebene schlagregendicht und dampfdiffusionsoffen.
  • Anschlussfuge: Der Spalt zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk muss fachgerecht ausgefüllt werden. PU-Schaum allein genügt nicht - zusätzlich sind innenseitig eine Dampfbremse und außenseitig ein diffusionsoffenes Band erforderlich.
  • Befestigung: Das Fenster muss mit geeigneten Befestigungsmitteln (Rahmendübel oder Montagewinkel) im Mauerwerk verankert werden.

Bestehen Sie bei der Angebotseinholung darauf, dass der Fachbetrieb eine RAL-konforme Montage anbietet. Die Mehrkosten gegenüber einer einfachen Montage betragen circa 50 bis 100 Euro pro Fenster - eine Investition, die sich durch bessere Dichtheit und längere Lebensdauer vielfach auszahlt.

Dauer der Arbeiten

Ein erfahrener Fachbetrieb tauscht pro Tag drei bis fünf Fenster. Für ein Einfamilienhaus mit 12 bis 15 Fenstern planen Sie drei bis vier Arbeitstage ein. Die Innenarbeiten (Laibungsverkleidung, Spachteln, Malen) können weitere ein bis zwei Tage beanspruchen. Während der Montage sind die Fensteröffnungen zeitweise offen - planen Sie daher nicht für die kältesten Wintermonate. Optimal ist der Zeitraum von April bis Oktober, wobei Frühjahr und Herbst die besten Bedingungen bieten. Vermeiden Sie auch Hochsommertage über 35 Grad, da Montageschäume und Dichtmassen bei extremer Hitze zu schnell trocknen und nicht optimal haften.

Altfenster richtig entsorgen

Die Entsorgung der alten Fenster übernimmt in der Regel der Fachbetrieb im Rahmen des Gesamtauftrags. Kunststoff- und Holzfenster werden getrennt entsorgt, Glasscheiben dem Glasrecycling zugeführt. Klären Sie im Angebot, ob die Entsorgungskosten bereits enthalten sind oder separat berechnet werden. Typische Kosten: 50 bis 100 Euro pro Fenster. Fragen Sie auch, ob der Betrieb die Altfenster einem zertifizierten Recyclingunternehmen zuführt - besonders bei Kunststofffenstern ist das aus ökologischer Sicht wichtig.

Thermische Sanierung ganzheitlich denken

Ein Fenstertausch entfaltet seine volle Wirkung erst im Zusammenspiel mit anderen Sanierungsmaßnahmen. Wer nur die Fenster tauscht, aber die Fassade ungedämmt lässt, verschiebt das Problem lediglich: Statt am Fenster kondensiert die Feuchtigkeit nun an der Wand.

Sinnvolle Kombinationen

  • Fenstertausch + Fassadendämmung: Die ideale Kombination. Beide Maßnahmen ergänzen sich und vermeiden Wärmebrücken an den Anschlüssen. Die Gesamtkosten sind bei gleichzeitiger Ausführung deutlich geringer als bei getrennter Sanierung.
  • Fenstertausch + Lüftungsanlage: Besonders bei sehr dichten Neubaufenstern empfehlenswert. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für frische Luft ohne Wärmeverlust und verhindert Feuchtigkeitsprobleme.
  • Fenstertausch + Heizungstausch: Neue Fenster senken den Heizwärmebedarf. Dadurch kann die neue Heizung kleiner dimensioniert werden, was Investitionskosten spart. Besonders relevant beim Umstieg auf eine Wärmepumpe, die von niedrigen Vorlauftemperaturen profitiert. Die kleinere Dimensionierung kann die Mehrkosten des Fenstertauschs teilweise kompensieren.

Reihenfolge beachten

Sanieren Sie immer von außen nach innen: Zuerst Dach und Fassade dämmen, dann die Fenster tauschen. Wenn Sie zuerst die Fenster tauschen und die Fassadendämmung erst Jahre später nachrüsten, müssen die Fensteranschlüsse möglicherweise erneut bearbeitet werden. Das verursacht unnötige Doppelkosten. Lassen Sie sich vor der Sanierung unbedingt von einem unabhängigen Energieberater beraten, der die optimale Reihenfolge und Maßnahmenkombination für Ihr Gebäude festlegt. Viele Bundesländer bieten kostenlose oder geförderte Erstberatungen an.

Sonderglas und Zusatzfunktionen

Moderne Fenster können weit mehr als nur dämmen. Verschiedene Sondergläser erweitern die Funktionalität erheblich.

Schallschutzglas

Wer an einer stark befahrenen Straße oder in Flughafennähe wohnt, profitiert von Schallschutzglas. Es besteht aus Scheiben unterschiedlicher Dicke und speziellen Zwischenschichten, die Schallwellen absorbieren. Schallschutzfenster werden in sechs Klassen eingeteilt (SSK 1 bis SSK 6). Für normale Wohnlagen genügt SSK 2 (Schalldämmung bis 35 dB), an Hauptverkehrsstraßen empfiehlt sich mindestens SSK 3 (bis 40 dB). Der Aufpreis gegenüber Standardglas beträgt circa 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter Glasfläche.

Sicherheitsglas

Einbruchhemmendes Glas (VSG - Verbundsicherheitsglas) macht das Fenster zur Barriere für Einbrecher. In der Widerstandsklasse RC2 hält das Glas einem Angriff mit einfachem Werkzeug mindestens drei Minuten stand. Für erdgeschossige Fenster und leicht zugängliche Bereiche eine sinnvolle Investition. Aufpreis: circa 50 bis 120 Euro pro Fenster.

Sonnenschutzglas

Große Fensterflächen auf der Süd- und Westseite können im Sommer zu starker Aufheizung führen. Sonnenschutzglas reduziert den solaren Wärmeeintrag um 50 bis 70 Prozent, ohne den Lichteinfall wesentlich zu beeinträchtigen. Besonders relevant bei großflächigen Verglasungen im modernen Wohnbau und beim Erreichen der Anforderungen der Sanierungsoffensive.

Wann lohnt sich der Fenstertausch besonders?

Der Fenstertausch ist besonders wirtschaftlich, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Ihre Fenster sind älter als 25 Jahre
  • Sie haben noch Einfach- oder alte Isolierverglasung
  • Kondenswasser bildet sich regelmäßig an den Scheiben
  • Zugluft ist trotz geschlossener Fenster spürbar
  • Die Heizkosten sind unverhältnismäßig hoch
  • Eine Fassadensanierung steht ohnehin an
  • Sie planen den Einbau einer Wärmepumpe (die geringere Vorlauftemperatur erfordert eine gut gedämmte Gebäudehülle)

Häufig gestellte Fragen zum Fenstertausch in Österreich

Gibt es aktuell eine Bundesförderung für den Fenstertausch in Österreich?

Nein, der Sanierungsbonus für Fenster und Gebäudehülle wurde am 2. Februar 2026 gestoppt. Neue Registrierungen und Anträge sind derzeit nicht möglich. Das verbleibende Budget der Sanierungsoffensive wird ausschließlich für den Kesseltausch verwendet. Bereits registrierte Projekte werden weiterhin ausbezahlt.

Was kostet ein Fenstertausch für ein Einfamilienhaus?

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 12 bis 15 Fenstern rechnen Sie mit Gesamtkosten von 8.000 bis 18.000 Euro inklusive Montage und Entsorgung. Der Preis pro Fenster liegt je nach Material zwischen 500 Euro (Kunststoff) und 1.500 Euro (Holz-Aluminium) inklusive Einbau.

Welchen U-Wert sollten neue Fenster haben?

Die österreichische Bauordnung und die meisten Förderungen verlangen einen maximalen Uw-Wert von 1,1 W/m2K. Wir empfehlen Dreifachverglasung mit einem Uw-Wert unter 1,0 W/m2K. Die Mehrkosten gegenüber Zweifachverglasung betragen nur 10 bis 15 Prozent, die Energieeinsparung ist deutlich höher.

Welche Landesförderungen gibt es für den Fenstertausch?

Alle Bundesländer bieten eigene Sanierungsförderungen an. Die Höhe variiert zwischen circa 2.400 Euro (Burgenland) und bis zu 6.000 Euro (Tirol). Die Konditionen sind meist einkommensabhängig und an technische Mindestanforderungen geknüpft. Erkundigen Sie sich beim Wohnbaureferat Ihres Bundeslandes nach den aktuellen Bedingungen.

Wie viel Heizkosten spare ich durch neue Fenster?

Beim Tausch von alten Isolierglas-Fenstern auf moderne Dreifachverglasung reduziert sich der Wärmeverlust durch die Fenster um 70 bis 80 Prozent. Für ein typisches Einfamilienhaus bedeutet das eine jährliche Heizkostenersparnis von circa 400 bis 800 Euro, abhängig vom Energieträger und der Fensterfläche.

Kunststoff- oder Holz-Alu-Fenster - was ist besser?

Kunststofffenster bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und sind nahezu wartungsfrei. Holz-Alu-Fenster sind langlebiger (über 50 Jahre), optisch hochwertiger und bieten leicht bessere Dämmwerte, kosten aber das Doppelte. Für preisbewusste Sanierer sind Kunststofffenster die richtige Wahl, für maximale Langlebigkeit empfehlen sich Holz-Alu-Fenster.

Muss ich nach dem Fenstertausch anders lüften?

Ja, unbedingt. Neue Fenster sind deutlich dichter als alte und verhindern den unkontrollierten Luftaustausch. Ohne bewusstes Lüften steigt die Luftfeuchtigkeit und es kann zu Schimmelbildung kommen. Lüften Sie mindestens drei- bis viermal täglich für fünf Minuten per Stoßlüftung oder investieren Sie in eine kontrollierte Wohnraumlüftung.